Antikriegstag im Schatten Syriens

Syrienkrieg. In Deutschland wird am 01. September 2018 der Antikriegstag begangen.
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Und er ist dieses Jahr offensichtlich zugleich der Vorabend für die Offensive der Syrischen Arabischen Armee (SAA) zur Befreiung der Provinz Idlib.

Die hoch dramatischen Ereignisse, der Krieg in Syrien seit 2011, werden von den westlichen Systemmedien und -politikern penetrant kaschierend Bürgerkrieg genannt – noch immer!

Ein Märchen, wie wir längst wissen. Vielmehr handelt es sich um einen angezettelten Bürgerkrieg, bei dem der CIA Pate stand: „Syrien war einer der fortschrittlichsten Staaten der islamischen Welt... bevor es von den Söldnerbanden der CIA überfallen wurde“, so Peter Scholl-Latour in seinem Buch „Der Fluch der bösen Tat“.

Ein Sachverhalt, auf den ich permanent kritisch hinweise.

Und Jürgen Cain Külbel teilt uns zu diesem Sachverhalt soeben folgendes mit:

Er ist lt. Wikipedia ein deutscher Ex-Kriminalbeamter der DDR, der nach der Wiedervereinigung Deutschlands Ermittlungsjournalist wurde.

»…die kriegsgeile US-Administration unter Präsident Bush Junior, allen voran der ewig out of controll agierende Neocon John Bolton, seinerzeit Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen, hatten gerade eine Riesenschlappe erlitten: wollten sie doch der Regierung in Damaskus das tödliche Attentat auf den libanesischen Premier Rafik Hariri in die Schuhe schieben, so den Regime-Change in Syrien auslösen. Doch der Versuch scheiterte, als herauskam, dass der zur Untersuchung des Verbrechens eingesetzte Berliner Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis die Syrer mittels gefälschter Beweise an den Pranger stellen wollte. Die Amerikaner geiferten, die Syrer feierten.

Und der Großmufti von Syrien, Dr. Ahmad Badr ad-Din Hassun, den ich damals in Aleppo traf, sah „ein Licht am Ende des Tunnels“ für sein von der westlichen Wertegemeinschaft zur Destruktion als "vogelfrei" erklärtes Land. Mit Dr. Hassun und dem syrisch-orthodoxen Erzbischof Mor Gregorios Johanna Ibrahim, der am 22. April 2013 zusammen mit dem griechisch-orthodoxen Erzbischof Paul (Bulos) Jasidschi von Terroristen entführt worden war - beider Schicksal ist bis heute unklar - zog ich in Aleppo „um die Häuser“. So besuchten wir auch eine Feierstunde anlässlich der 17. Jahrhundertfeier des Geburtstages von Ephräm dem Syrer - einem Heiligen, Schriftsteller, Kirchenlehrer. „Schreib das auf, wie Moslems und Christen in Syrien gemeinsam feiern“, riet mir der Großmufti.

Wie daneben er doch lag mit seinem „Licht am Ende des Tunnels“. Es war das falsche Licht; am Ende des Tunnels irrlichterten bereits die aggressiven Vertreter der westlichen Welt, eine auf Kriege spezialisierte Gesellschaftsform, die seit Jahrhunderten die Beraubung anderer Völker unter dem Deckmantel scheinheiliger, vorgeblich humaner, demokratischer Missionen bis zur Perfektion betrieben hat und weiterhin vorantreibt.

Die Amerikaner, Franzosen, Briten, Türken, Deutschen, Israelis, dazu die Kataris, Saudis – all die falschen Freunde Syriens mit gedungenen Terrorsöldnern im Schlepptau – lechzten nach Beute und Landnahme. Anfang 2011 begann die Bande, Syrien in Schutt und Asche zu legen; allein sie sind verantwortlich für mehr als 350.000 Tote, dafür, dass über die Hälfte der syrischen Bevölkerung entweder als Flüchtlinge ins Ausland oder innerhalb Syriens vertrieben worden sind. Absurd auch die täglichen Versuche der Lossagung von den Verbrechen der Aggressoren durch eine westliche Medienlandschaft, die ganz und gar im Eigentum der Verbrecher steht: Der Mörder, der als Ankläger, Verteidiger, Geschworener und Richter zugleich seinen Freispruch vermeldet.

Auch Saria, der 22jährige Sohn des Großmufti, wurde im Sommer 2011 zusammen mit seinem Geschichtsprofessor, Dr. Mohammed Al-Omar, in Aleppo auf offener Straße von Terroristen erschossen.«

Ich möchte daran erinnern, dass der angezettelte Bürgerkrieg in Syrien spätestens am 5. September 2014 beim NATO-Gipfel im walisischen Newport auch offiziell durch die Gründung der Internationalen Allianz gegen den Islamischen Staat internationalisiert und dramatisiert wurde.

Mit von der Partie dieser nahezu 70 Nationen die EU-Staaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern.

Zitat vom Ex-Außenminister des „einzigen unersetzlichen Staates der Welt“, John Kerry:

„Syrien ist komplizierter als alles, was ich bisher erlebt habe. Dort laufen vermutlich sechs unterschiedliche Kriege gleichzeitig ab – Kurden gegen Kurden, Kurden gegen die Türkei, Saudi-Arabien und den Iran, Sunniten gegen Schiiten, alle gegen den IS und das syrische Volk gegen Assad und Al-Nusra, den Al-Qaida-Ableger in Syrien. Dieses Gewirr von Kriegen hat Aspekte eines Glaubens und Bürgerkrieges, eines Stellvertreterkrieges und eines geostrategischen Krieges. Deshalb ist es auch so schwierig, alle an einen Tisch zu bringen.“

Das war am 29. September 2016, als in Syrien wieder einmal eine vereinbarte Waffenruhe gescheitert war.

Und immer mit im Boot, der Alliierte, die Bundesrepublik Deutschland.

Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie ihre Politik der Aufrüstung und Kriegsbeteiligungen einstellt und auf konsequente Entspannungspolitik setzt.

Die Macht der Herrschenden und der Rüstungsindustrie muss eingeschränkt, Waffenexporte müssen verboten und Auslandseinsätze beendet werden. So lange die Bundesregierung Kriege wie im Jemen und Saudi-Arabien oder wie in Kurdistan mit der Türkei durch Waffenlieferungen anheizt, Soldaten der Bundeswehr in den baltischen Staaten stationiert werden und Deutschland als Drehscheibe für die NATO-Logistik in Westeuropa fungiert, wird die Welt nicht sicherer oder friedlicher.

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[Dieser Beitrag findet sich auch auf meiner persönlichen Homepage]

19:47 01.09.2018
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Flegel

Manches, was vom Tisch gefegt wird, findet sich unter dem Teppich wieder.
Flegel

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