Die Kriegermeute heult wütend

Syrienkrieg. Die Verbündeten zeigten sich überrascht: Vor einer Woche verkündete US-Präsident Donald Trump den Abzug der völkerrechtswidrig in Syrien stationierten US-Truppen.
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Und es hagelt Proteste dagegen. Selbstverständlich mit im Boot: Stromlinienförmige Medienmitarbeiter.

Zweien von ihnen habe ich soeben ungefähr gleichlautende Emails zugesandt.

1) SÜDEUTSCHE ZEITUNG ONLINE

  1. Dezember 2018, 14:35 Uhr

Syrien

Lieber Assad als Erdoğan

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2) SPIEGEL ONLINE

  1. Dezember 2018, 17:06 Uhr

Syrienkrieg

Die arabischen Herrscher machen ihren Frieden mit Assad

Die Kriegermeute heult wütend auf

»Im Inland hat der hastige Abzug der US-Soldaten dem syrischen Diktator die Möglichkeit eröffnet, die Kurden wieder an sich zu binden. Nachdem die kurdischen Milizen in einem verlustreichen Kampf die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) zurückdrängten, hat Donald Trump sie im Stich gelassen. Also bitten sie nun Assad um Hilfe, um damit eine Invasion der türkischen Armee und ihrer syrischen Verbündeten zu verhindern.«

Hallo Christoph Sydow,

nachfolgenden Text habe ich etwas abgeändert vor ein Paar Stunden Moritz Baumstieger und Christiane Schlötzer (SZ) zugesandt. Sie Drei könnten sich desselben Drehbuches bedient haben.

Sie wissen doch wohl, dass die Türkei und die USA in Syrien völkerrechtswidrige Besatzungsmächte sind. Warum unterschlagen Sie das in Ihrer Berichterstattung.

Und die USA, die ursprünglich ausgezogen waren, um al-Qaida zu vernichteten, kollaborierten entgegen aller Ankündigungen jedoch in Wahrheit während der ganzen Zeit mit der Organisation, die sie des 9/11-Attentats bezichtigten. Erst Donald Trump hat die entsprechende CIA-Unterstützung beendet.

Wir unterhalten uns immer noch über das Territorium der Arabischen Republik Syrien, auf dem auch kein Bürgerkrieg stattgefunden hat.

Der seit 2011 tobende Krieg in Syrien hat hunderttausenden Menschen das Leben gekostet und einen wahren Exodus von Flüchtlingen verursacht. Aus geopolitischer Rivalität haben zuerst Katar und später auch Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate im Verbund mit Großbritannien, Frankreich und den USA einen der brutalsten Kriege der Neuzeit entfacht, der unter anderem zur Entstehung des sogenannten Islamischen Staates geführt hatte und zu einem Magneten für Dschihadisten jeglicher Couleur wurde. Auch Deutschland und die Türkei hatten einen nicht zu verleugnenden Anteil an der versuchten Zerstörung der arabischen Republik Syrien, bis der Iran und vor drei Jahren auch Russland der syrischen Regierung von Baschar al-Assad zu Hilfe eilten. (Zlatko Percinic)

»Der syrische Diktator«, wie Sie ihn dämonisieren, Baschar al-Assad, ist der legitime Präsident der rechtmäßigen Regierung der Arabischen Republik Syrien. Über sein Schicksal darf daher nach allgemeinem westlichem Rechts-Verständnis lediglich das syrische Volk entscheiden. Russland (auch Iran) ist die einzige Nation, die für ihre Syrien-Intervention nach internationalem Recht über einen legalen Status verfügt, da es Schutzmacht dieser legalen Regierung Syriens ist.

Statt gegen Assad zu stänkern, sollten Sie den internationalen Rechtsstatus unterstützen.

Die Arabische Republik Syrien und Russland (auch Iran) führen dementsprechend einen Verteidigungskrieg auf syrischem Territorium.

Sie wissen doch:

Seit dem ersten Irak-Krieg 1991 zieht sich eine Blutspur der NATO und williger Koalitionen von Jugoslawien und Afghanistan über den Nahen Osten, den Jemen und Libyen bis nach Mali. Millionen Menschenleben und zig-Millionen Vertriebene sind die Folge.

Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien mit einer Bilanz dieser westlichen, zumeist völkerrechtswidrigen Interventionskriege von mittlerweile 1,5 Millionen Menschenleben und zig-Millionen Flüchtlingen ist die obszöne Reputation, die sich mit der sogenannten „westlichen Wertegemeinschaft“ verbindet, die mal als NATO, mal als Coalition Of The Willing, mal als Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat Staaten überfällt.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Beineke

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19:28 28.12.2018
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Geschrieben von

Flegel

Manches, was vom Tisch gefegt wird, findet sich unter dem Teppich wieder.
Flegel

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