Finanzbranche in der Zinsfalle (Fragezeichen)

Fake News. „Erste Sparkassen verlangen von ihren eigenen Kunden Geld fürs Abheben“, so informierte heute meine Tageszeitung.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

40 der bundesweit circa 400 Sparkassen haben die kostenlose Bargeldversorgung der Kunden ganz oder teilweise eingestellt.

Begründung: Die Sparkassen sind in der anhaltenden Niedrigzinsphase weiter unter Druck. – Aha!

Nett wäre eigentlich auch ein Hinweis auf die Malaise der Bürgerinnen und Bürger gewesen, die durch die Nullzinspolitik der EZB in doppelter Hinsicht in der Zinsfalle sitzen. Sie müssen nicht nur auf Zinserträge für ihre Spareinlagen verzichten, sondern über Gebührentricks der Banken auch noch für deren Verluste aufkommen.

Bürgerinnen und Bürger wurden zudem durch Bundesregierung und Bundestag verpflichtet, mit „Rettungsschirmen“ für die Risiken durch Bankster geradezustehen.

(Un)schön für Wolfgang Schäuble & Co.: Während Anleger über Mini-Zinsen „beklaut“ werden, hat der deutsche Staat massiv profitiert: Nach Berechnungen der Bundesbank sparten Bund, Länder und Gemeinden allein 2016 so fast 50 Milliarden Euro.

Dass die Sparkassen in der anhaltenden Niedrigzinsphase weiter unter Druck sind, mag ja sein. Die Fake News allerdings bestehen darin, zu verschweigen, dass in Wahrheit wir Bürgerinnen und Bürger für alle Risiken geradestehen müssen. – Es sind wir Bürgerinnen und Bürger, die in der Falle sitzen, nicht die Finanzbranche ist es.

Wir Bürgerinnen und Bürger sind 2017 zu Wahlen aufgerufen und „nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber“.

11:30 31.03.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Flegel

Manches, was vom Tisch gefegt wird, findet sich unter dem Teppich wieder.
Flegel

Kommentare 1