fleix

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RE: Ein Stück vom großen Brotlaib | 14.11.2012 | 15:36

Fundierter Artikel zum Thema aus dem "Monde Diplomatique":

http://www.monde-diplomatique.de/pm/2012/11/09.mondeText1.artikel,a0014.idx,6

RE: Die Freiheit des Hechtes | 29.12.2011 | 17:06

@Zeitwechslerin

Ich kann Ihrem Beitrag viel abgewinnen. Die Frage nach der Verteilung von nicht-monetären Ressourcen ist für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft zentral. Wir benutzen den Begriff Chancengleichheit und meinen damit in erster Linie gleiche finanzielle und rechtliche Ausgangslage für alle. Diese Errungenschaft hat unsere Gesellschaft zweifelsfrei weitergebracht und zu einer effizienteren Organisation der menschlichen Ressourcen geführt. Aber, sie stellen richtig fest: "...die Ungerechtigkeit bleibt." Niemand hat sich seine Intelligenz erarbeitet.
Allerdings muss man sich in diesem Zusammenhang fragen, wohin eine vollständige Nivellierung der Gesellschaft, sofern dies möglich wäre, führen würde. Was wollen wir Menschen? Ich antworte für die ganze Menschheit: Leben. Das Qualitätskriterium für die Beurteilung einer Gesellschaft müsste Leben -> Lebendigkeit sein. Also inwiefern wird unsere Gesellschaft durch unsere reformerischen Fortschritte lebendiger.
Die Künste bieten uns zum Begriff des Lebendigen eine gute Orientierung. Ein Bild zum Beispiel, wirkt lebendiger, wenn es kontrastreich angelegt ist. Ein Film bewegt, wenn er dramatisch ist. Würde man sich in den Kunstwerken selber am Gebot von Gleichheit und Gerechtigkeit orientieren (interessant in diesem Zusammenhang die Zwölftonmusik), interessierte sich niemand mehr dafür. Es wäre keine Kunst mehr.
Nun, das Leben ist keine Kunst, oder vielleicht doch? Auf jeden Fall finde ich es interessant, sich mit den Folgen einer weiteren Nivellierung der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Ich glaube, dass es in (ferner) Zukunft möglich sein wird, auch die Ressource Intelligenz kontrolliert "umzuverteilen". Was geschieht dann mit den Kontrasten? Führt eine gerechtere Welt auch zu einer lebendigeren Welt? Unsere heutigen öffentlichen Diskussionen sind nötig, aber gemessen an unserer Echtzeit - Informationsdemokratie sind sie sehr eng begrenzt, wie sie Sie zu recht bemerken.

Danke für Ihren reflektierten Beitrag -