foeniks

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RE: Summa cum gaudi? | 03.06.2012 | 21:40

die Wortbildungen auf *ierende sind geschlechtsneutrale analogons zu den *enten und werden an der Uni tagtaeglich gebraucht. Feinsinnige Wortunterschiede kann man da wohl reininterpretieren wenn man mag, aber die meisten Leute benutzen es einfach als Abkuerzung fuer Studentinnen und Studenten bzw. Dozentinnen und Dozenten.
Infsofern nehmen sie hier etwas auf, was die 68er einst angestossen haben.

Um das ganze mal mit der inkompetenz eines Studierenden zu analysieren ;)

Wer studiert? Ein Studierender
Wer friert? Ein Frierender
Wer schreit? Ein Schreiender
Wer weint? Ein Weinender
Wer lebt? Die Lebenden

Wie man sieht hat unsere Sprache also die Moeglichkeit Verben zu Substantivieren, und Handelnde (Studierende) durch die Handlung (studieren) zu bennenen.

Somit ist bei genauerer Betrachtung bezeichnet der Dozent dann die Berufsbezeichnung und der Dozierende ist der, der tatsaechlich lehrt, so wie der studierende der ist, der ueber einem Buch bruetet und lernt.

Jappis geistiger Salto kommt nun irgendwie so daher: Wenn man sich als Studierend bezeichnet, dann ist das taeuschung, weil man nicht permanent am studieren sein kann. In irgend einer weise wuerde sich das vom Student sein unterscheiden (weil ein Student nicht studieren muss???? verstehe ich nicht so ganz, scheinbar sit Student sein keine Kontinuierliche Taetigkeit sondern erlaubt es auch nicht zu studieren, damit liege keine Selbsttaeuschung vor und somit seien selbsternannte studenten dann ehrlicher und studierender als selbsternannte studierenden?).

Zitat >>Sie haben Ihre Grundhaltung – die Correctness (politisch wie sich selbst gegenüber) - derart verinnerlicht, dass Sie den Kern der Kritik nicht verstehen (können?).

jop, Studierende ist ein Begriff der PC, aber welche Generation (wenn wir hier mal den Ring schon freigemacht haben fuer den Generationenkonflikt). welche Generation hat denn PC angestossen?

Aber diese Debatte lenkt jetzt vom Thema ab. Ich glaube der Vergleich beider Generationen wie er hier gefuehrt wird hinkt. Die 68 hatten mehrere praegende Ereignisse wie etwa den Konflikt mit der Elterngeneration, Aufarbeitung der Kriegsjahre ("Was hast du gemacht?"), die Ost-West Teilung vor Augen und alle damit verbundenen Fragen.

Unsere Generation waechst in einer Welt auf, in der es viele alte aber wenig neue Debatten gibt.

Die Debattenkultur ist herabgewirtschaftet (und daran kann die junge Generation nun wirklich nicht Schuld sein) und beschraenkt sich auf proportional besetzte Fernsehtalkrunden mit fast schon drehbuchartiger Vorhersehbarkeit.

Fuer unsere Generation ist die Welt globalisiert und komplex geworden. Wenn uns vorgeworfen wird, wir Streiten nicht gerne, liegt es auch daran, dass wir uns darueber im Klaren sind, dass es verdammt schwer ist in dieser Welt feste Standpunkte zu finden. Zu komplex, zu undurchsichtig ist so vieles.

Das heisst eben nicht, dass wir uns nicht dafuer interessieren und nicht bereit sind uns damit auseinanderzusetzen.

Ich glaube wir lassen uns mehr Zeit mit der Meinungsbildung und sind vorsichter mit absoluten Standpunkten. Diese Generation ist relativer.

PS: Die Wasserflaschcen habe ich immer noch nicht ganz verstanden. In den Hoersaelen der 60er wurde geraucht. Ist das nun politischer?

RE: Summa cum gaudi? | 31.05.2012 | 11:19

Eine gute Replik auf einen schlechten Ausgangsartikel.

Florins Artikel hat etwa die Aussagekraft von "Warum seid ihr nicht wie wir?" und meint "Warum seid ihr nicht wie wir gewesen sind".

Die Grundprämisse, dass alle folgenden Generationen die 68er nur noch imitieren können ist grundfalsch. Man muss wohl seinen eigenen Weg finden, undogmatischer vielleicht, mit neuen Möglichkeiten wie dem Internet, etc.

Wobei ich Florin auch verstehen kann, wenn man beobachtet dass viele Menschen meiner Generation betont uninformiert sind. Die Tagesschau zu sehen ist selten, und wäre vielleicht wie hier angesprochen auch unnötig, wenn man sich auf anderen Wegen vernetzen würde, aber auf Facebook dreht sich eben doch das meiste um verlinkte Youtube Videos und nicht den Mindestlohn.

Nur eine letzte Frage habe ich da noch: Wo sind denn die ganzen 68er von damals, wenn es heute um die Einführung des Mindestlohns geht? Auf Kundgebungen? Nein, auch sie nuckeln an ihrer Vittelflasche.