FX: Euro-Krise und langes Ende der Zinskurve

EZB Griechenland Zinsen Die Schuldenkrise Griechenlands scheint sich vorläufig etwas beruhigt zu haben. Gewiß, die griechische Wirtschaft wird unter der Absichtserklärung...
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Euro-Krise – IWF zeigt Einsicht bezüglich Schuldendynamik

Die Schuldenkrise Griechenlands scheint sich vorläufig etwas beruhigt zu haben. Gewiß, die griechische Wirtschaft wird unter der Absichtserklärung zwischen Tsipras und den internationalen Gläubigern leiden, doch das umfangreiche Rettungspaket, das sich in den kommenden drei Jahren auf etwa 85 Milliarden Euro beziffern lässt, hat den befürchteten Grexit erst einmal ad acta gelegt.

Die gute Nachricht ist, dass gemäß der neuesten Schuldentragfähigkeitsanalyse des Internationalen Währungsfonds ausdrücklich festgehalten worden ist, dass Griechenlands Schulden in dieser Form nicht mehr tragbar sind. Die Schuldendynamik des angeschlagenen GIPS-Staates hat es in den letzten sechs Jahren ans Tageslicht gebracht: Griechenland wurde, leider muss man sagen, einem rigorosen Sparprogramm unterworfen, das sich negativ auf die heimische Volkswirtschaft ausgewirkt hat.

GIPS-Staaen – Schuldenerlass außer Frage, Zinsbelastung nicht

Dies hat zu der Einsicht geführt zumindest die Zinsbelastung zu reduzieren. Ein Schuldenerlass steht außer Frage, würde er doch eine äußerst negative Signalwirkung auf die übrigen GIPS-Staaten haben. Hier sei insbesondere auf die Podemos-Partei in Spanien hingewiesen. Legal spricht der Vertrags von Lissabon, speziell der Artikel 125, gegen den Schuldenerlass. Wirtschaftlich wären die Auswirkungen für den Bankensektor verheerend.

Der gesunde Menschenverstand suggeriert, dass man Schulden zurückzahlen muss, zumal sich die Schuldenproblematik in der gesamten europäischen Peripherie ähnlich verhält, nämlich eine abstrus hohe Privatverschuldung offenlegt.

Sicherlich, die Eurozone kam mit schweren Geburtsfehlern zur Welt, es gab innerhalb des gemeinsamen Währungsraums das Zinsgefälle, dass starke Anreize zur Kreditaufnahme bei den südlichen Nachbarn gesetzt hat, womit man jedoch wieder bei dem gesunden Menschenverstand ankommt. Anreize muss man nicht immer wahrnehmen, vorausgesetzt, man bringt Planungsbereitschaft für die Zukunft mit.

Das fängt bei privaten Belangen an und akkumuliert sich letztendlich in den gesamten Volkswirtschaft. Die fiskalische Disziplinlosigkeit kann vielerorts nicht geleugnet werden.

Dieser Marktkommentar stellt ein Exzerpt dar. Der komplette Bericht sowie weitere Publikationen können im unabhängigen FX-Wirtschaftsblog gesichtet werden.

Wichtige Termine erfahren Sie im Wirtschaftskalender.

Bildnachweis: pixabay.com

18:23 01.08.2015
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Geschrieben von

smartest-finance

Studierter Volkswirt, gegen den Wahnsinn des Pumpkapitalismus. Mag Theater, Literatur, Kunst. Impressum: https://goo.gl/PZcBPX
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