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Migrant und Weltbürger : in Uruguay lebender überzeugter Europäer mit pazifistisch-humanistischen und auch rheinischen Wurzeln
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RE: Jenseits des christlichen Weihnachtsfestes | 07.01.2015 | 05:12

Lieber CE.

Gerade erst lese ich den ersten Teil Deiner “Anden-Sonnenwende“, mein spontaner allererster Eindruck: historisch fundiert, sprachlich flüssig ,bereichert mit schönen Bildern und Graphiken toll !

Früher verschickte ich jedes Jahr zu Weihnachten Karten mit dem Text “herzliche Grüße zum Fest des Einzelhandels und der Familienheuchelei “ hier in Uruguay kann ich mir die Mühe sparen da die Namen aller kirchlichen Feiertage abgeschafft wurden : der Weihnachtstag heisst offiziell “Dia de la familia“ , der heutige Dreikönigstag “Dia de los niños"...da freut es mich umso mehr, Deine gut recherchierte Geschichte der Ureinwohner zu lesen zumal ich ja quasi fast am Fuße der Anden lebe

RE: Aufstehen bitte! | 07.01.2015 | 01:48

Lieber CE

Deinen Ausführungen habe ich nichts hinzuzufügen, die Anerkennung universeller Menschenrechte sollte die Maxime menschlichen Handelns sein

RE: Aufstehen bitte! | 07.01.2015 | 01:37

“Der Rechtsstaat sollte nicht permanent infrage gestellt werden. ...“

Ich dachte gerade, ich sei versehentlich auf eine Seite der “Welt“oder der “FAZ“ geraten....unglaublich, solche Plattitüden hier lesen zu müssen

RE: Özdemir und die Freiheit | 24.11.2014 | 15:22

Beide Gründe, die Du anführst, schließen sich nicht gegenseitig aus, aber es gibt noch einen dritten:

Die etablierten Parteien fördern vornehmlich junge Leute als Nachwuchs, die sich durch Egoismus, Frechheit und Kompetenzlosigkeit auszeichnen und für die Moral, Anstand und Ethik Fremdwörter sind .

RE: Özdemir und die Freiheit | 21.11.2014 | 22:17

...das sehe ich sehr ähnlich,aber:

ein junger Abgeordneter,der sich von einem bekannten Lobbyisten aushalten lässt und,als er dabei auffliegt als Ausrede vorgibt,als gelernter Sozialarbeiter nicht mit Geld umgehen zu können und dann von seiner Partei aus der Schußlinie genommen und nach Brüssel geschickt wird,um einige Jahre später,nachdem sich die öffentliche Empörung gelegt hat,eine Parteikarriere zu starten,

hat keine Moral und keinen Ethos,er verdient meine Aufmerksamkeit nicht,ich kenne solche Typen nicht.

RE: Ich schäme mich | 21.11.2014 | 02:40

liebe Coura seit gut 5 Jahren lebe ich nun in Uruguay und hatte mich zuvor natürlich mit der Geschichte Südamerikas beschäftigt.Zu Situation Chiles kann ich nichts sagen,ich kenne das Land bislang nur von einigen wenigen Kurzaufenthalten. In Uruguay lebe ich wegen der schönen und größtenteils unberührten Natur,letztlich ausschlaggebend war für mich jedoch die fortschrittliche soziale und politische Entwicklung Uruguays: es ist und war seit Anfang des letzten Jahrhunderts das politisch und sozial am weitesten entwickelte Land Südamerikas: es besteht Schulpflicht,jedes Kind hat einen Laptop,alle Schulen und Unis sind lehrgeldfrei,jeder Bürger ist gratis krankenversichert. Die Uruguayer sind stolz auf diese sozialen Erungenschaften und auch hier auf dem Land verteidigen die Leute die Frente Amplio,die Volksfrontregierung .Durch diese langjährige Tradition ist man/frau sich hier bewußt,welchen immensen Wert all dies hat. Andererseits ist selbst hier auf dem Dorf die jüngere Vergangenheit präsent,mehrere Kommunisten wurden während der Diktatur in der Hauptverwaltung des Staatsbank in Montevideo untergebracht und so vor ihren faschistischen Häschern in Sicherheit gebracht und sind heute hier im Dorf hoch angesehen und respektiert. Mir wurde oft erzählt,daß während der argentinischen Militärdiktatur die Folteropfer,die am Rio de la Plata aus den Flugzeugen ins Meer geworfen wurden durch die starke Strömung 400 km weiter hier angespült wurden und lange einsame Starndspaziergänge wie ich sie mache deshalb fast unmöglich waren und das Dorfgenießt diese friedliche Sorglosigkeit heute Kurzum,der Durchschnittsuruguayer ist sich der grausamen Vergangenheit sehr wohl bewußt,genießt aber das sozial relativ sichere und materiell einfache Leben. Trotz eventueller Arbeitslosigkeit erhält er eine kleine staatliche monatliche Unterstützung,ist krankenversichert und darf im Wald für den Winter Holz schlagen.Der Uruguayer weiß sehr wohl,daß dies Wenige sehr viel ist im Vergleich zu seinen Nachbarn in Argentinien,Paraguay oder Brasilien und ihm ein halbwegs gesichertes leben ohne allzu große Existenzängste ermöglicht. Pepe Mujica sagte in seiner UN-Rede sinngemäß,daß für ihn das große Übel der heutigen Zeit die Konsumsucht und der immerwährende Fortschrittsglaube sei.Mittlerweile bin ich auch überzeugt,daß die schwache Ausprägung dieser Denk- und Verhaltensmuster in Uruguay der Hauptgrund für die positive Entwickling hier ist.Inwieweit diese Entwicklung transferierbar auf Europa ist,kann ich nicht einschätzen.Eine Rückbesinnung in Westeuropa auf Werte wie Genügsamkeit,Bildung und Solidarität wäre sicherlich hilfreich Die These,diese Entwicklung sei nur möglich in einem kleinen Land wie Uruguay betrachte ich als Schein/Totschlagargument der Mächtigen Schreibe mir,falls Du mehr/Konkreteres wissen möchtest: fabianfoster@gmail.com.

viele Grüße Fabian

RE: Ich schäme mich | 17.11.2014 | 00:41

Ja, es ist schon ungewohnt, wenn die Nachbarkinder in Schuluniform zu zweit ohne Sattel auf dem Pferd zur Schule reiten und jedes stolz seinen kleinen Laptop im Arm hat

RE: Ich schäme mich | 16.11.2014 | 21:04

Da möchte ich mich auch von Dir unterscheiden:Ein Minister und sonstiger Politiker hat zu "dienen",aber es gibt auch einige Wenige, die trotzdem Moral und Ethos besitzen,und einen solchen Präsidenten "habe" ich momentan.Eine solche Ausschließlichkeit wie Du sie postulierst ist mir fremd,dies hieße letzlich,keine Visionen mehr zu haben und die Welt nur noch zu verwalten

RE: Ich schäme mich | 16.11.2014 | 20:41

...obwohl sie nur labern,haben sie einen nicht zu unterschätzenden Einfluß.

Ich betrachte es ansonsten ähnlich wie Du, habe aber den letzten Schritt schon vor Jahren vollzogen und seitdem einen "Wahl-Präsidenten" ,mit dessen Ansichten ich mich identifizieren kann

RE: Ich schäme mich | 16.11.2014 | 19:57

Danke für die netten Zeilen: das von Dir erwähnte Lied "le Deserteur" befindet sich in meiner kleinen Musiksammlung,allerdings in einer anderen Version.Die von Marc Robine werde ich mir aber bald anhören.

liebe Grüße

Fabian