Kleiner Machiavelli für Menschenfischer heute

Populismus Wie es sich am besten auf den Leim kriecht
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I

Lobe die Menschen für ihre Angst! So, als hätten sie allein dadurch schon Mut bewiesen, dass sie sich fürchten.

II

Den, der für etwas eintritt, das du negierst, unterstelle, dass er das nämliche erzwingen will. Auf diese Weise kann jedes Engagement diskreditiert werden.

III

Die Menschen müssen alles Misstrauen verausgaben, sodass sie dir gegenüber keines mehr übrig haben.

IV

Sage nie, dass du eine Tyrannei anstrebst, sondern nur, dass alles andere versagt hat.

Sind erst die bestehenden Institutionen diskreditiert, sind auch alle diskreditiert, die in ihnen wirken.

V

Nur von dir kann der Dumme erfahren, dass er klug ist. (Was so ziemlich das einzige ist, das er bescheinigt haben möchte.)

VI

Du darfst versprochene Wohltaten nicht einlösen, denn dann wäre diese Wohltat nicht mehr zu verheißen.

Wer keinen Weg hat, nenne alle Wege Sackgassen.

VII

Den Menschen zu sagen, dass sie belogen werden, wird nie für eine Lüge gehalten.

VIII

Zur höchsten Freiheit erhebe das Opfern der Freiheiten für die Ordnung, die du gar nicht hast, die aber durch die Unfreiheit simuliert wird.

IX

Die Verlierer des Kapitalismus wollen nur Gewinner des Kapitalismus sein. Du brauchst also keine Alternativen.

X

Ersetze die gefühlte Bevormundung durch Bevormundung, nur nenne sie Leitkultur.

XI

Wer blenden will, muss schillern. Das Peinliche hat bessere Quoten als das Sittliche.

Daher sei deine Maxime: wirr da oben, irr da unten.

***

23:33 10.11.2016
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Geschrieben von

Frank R

Frank Rawel, * 1957 Asyl dem flüchtigen Wort
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Frank R

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