Witz ist Waffe

Satire Humor ist zum Kampfmittel globaler Auseinandersetzung geworden.
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Es findet ein mächtiges satirisches Aufrüsten statt. Die Frage „Schon den Propheten verarscht?“ muss sich jedes Witzblatt gefallen lassen, will es nicht als zahnloser Papiertiger gelten. Die Gegenseite wehrt sich noch mit der hauseigenen Humorlosigkeit. Doch zeigt dies vor allem Ratlosigkeit. Lässt sich mit einer Obama-Karikatur ein islamischer Blumentopf gewinnen? Ist der Flut der Merkel-Schnappschüsse mit lustiger Sprechblase etwas hinzuzufügen, das den Westen ernstlich erschüttern kann?
Wohl kaum. Die Ungläubigen sind seit langem in der Spaßkultur abgestumpft. Selbst die Nazikeule hat oft nicht mehr den alten Schwung.
Fakt ist andererseits, dass der Kampf der Kulturen heute zuerst auf dem Schlachtfeld der Veralberung ausgetragen wird. Gewalt kann man nachreichen.
Schon interessiert sich gewiss das Militär für hochspezialisierte Schmähbataillone mit eigens ausgebildeten Kampfzeichnern. Abrüstungskonferenzen von morgen werden sich mit der Ächtung von Scherzartikeln zu befassen haben. Schon heute ist genug Humor angestaut worden, um die ganze Menschheit in den Untergang zu führen.
Hauptmerkmal der neuen Blüte von Witz und Humor ist daher, dass niemand lacht.
Vor allem Botschaftsmitarbeiter hoffen Tag für Tag, dass den Karikaturisten in der Sparte „Religion & Zote“ nichts all zu Lustiges eingefallen sein möge. Ein Tag ohne Witz ist für sie ein fröhlicher Tag.

08:06 20.09.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Frank R

Frank Rawel, * 1957 Asyl dem flüchtigen Wort
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Frank R

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