Frankobs

Gelernter Buchhändler, freier Mitarbeiter einer Lokalzeitung, verheirateter stolzer Vater seiner Tochter Ylva Jördis und versierter Dosenöffner für vier Katzen
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RE: Wie die Spatzen | 20.02.2009 | 16:58

Twitter wird für die meisten der Politiker das bleiben, was für sie das Internet jetzt schon ist: Ein Ort, den man nicht kennt, aber in dem man sich wohl sehen lassen muss.

RE: Es lebe die Zeitung! | 20.02.2009 | 15:11

"Vielmehr findet hier eine sehr umfassende, akribische Dokumentation von Kultur statt"

Nur: Über die Qualität der Dokumentaristen (sprich Blogger) sagt das nichts aus. Weil jeder zum jedem Thema alles schreiben und bewerten kann, heißt das nicht, dass ein Weltbild entsprechend aufgezeichnet wird. Es wird lediglich breiter aufgestellt.

Noch eins: Die Vorzüge des Bloggens oder Online-Journalismus mit dem Hinweis zu versehen, dass spätere Generationen einen womöglich besseren Eindruck über das Gedankengut erhielten, ist ein frommer Wunsch. Über die Meinung zukünftiger Einschätzungen zu fabulieren, hilft hier nicht weiter. Die Vielfalt des Internets mag eine Tiefe suggerieren, ein Zeitungsarchiv, dass die Meinungen und Nachrichten gebündelt hat, muss deshalb nicht blasser oder oberflächlicher sein. Ich würde sogar soweit gehen: Mehr Vielfalt bedeutet auch: Weniger Zuspitzung, was auch bedeutet: Wenn die Auswahl größer ist, wird auch die Beurteilung des angebotenen Contents schwieriger.

Und welcher Kultur? Gibt es spannende Diskussionen über neueste Entwicklungen der Bildhauerei?

RE: Logik des Gabentauschs | 20.02.2009 | 13:14

Das Grundeinkommen, ob bedingunglos oder -gekoppelt, ist vor allem eines: Eine Utopie. Von allen meta-philosophischen Aspekten mal abgesehen, scheint eines dem BGE entgegen zu stehen: Der (individuelle) Wettbewerb. Welchen Sinn hätte ein solches materielles Grundsicherungsmodell im Lichte einer (funktionierenden) Wirtschaftsordnung - und wie sollte sich das bei dysfunktionalen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingunen regeln?

RE: Es lebe die Zeitung! | 20.02.2009 | 12:56

Der Genuss des Printlesens (an sich ein absurd moderne Begriff) ist vor allem eines: Die eigene Selektion, dessen, was gelesen werdem möchte. Im Internet verkommt das Lesen als solches eher zum "Häppchen"-Aktionismus - das flüchtige Hopping von Newsbeitrag zu Newsbeitrag mit relativ überschaubarem Umfang. Wieviele Online-Artikel mit beträchlichem Umfang UND fundierten Inhalt gibt es denn im Netz auf einer Homepage von Zeitungen? Mit Ausnahme von NYT fällt mir nix ein. Warum? Ist gar nicht erwünscht, weil der Leser gar nicht die Zeit bekommen soll, sich an einem Artikel festzubeißen. Er soll schnell weiterzuspringen, zum nächsten Artikel, wo neue entsprechend Markterhebunben placierte Werbung zu finden. Das ist die Krux: Online-Journalismus bringt kein Geld. Anders bei de Printausgabe. Dort gibt es keinen mediell-virtuellen Zeitdruck. Deshalb ist jeder "echte" Lesegenuss auf Papier unschlagbar. Eine vorgegebene Preselection findet nicht statt. Der Leser entscheidet selbt, was und wie lang er lebt.

Und: Zugegeben, als freier Mitarbeiter einer Lokalzeitung lese ich meinem Namen lieber in der Papierausgabe.

RE: Was zur Hölle Broder...? | 20.02.2009 | 12:44

Ich glaube, bei Herrn Broder und eine Kritik über ihn, sollte eines berücksichtigt werden: Man sollte nicht in seine Arroganzfalle tappen. Auf seine Provokationen enthemmt, aufgeregt oder ebenso provokativ zu antworten, scheint der erste Fehler. So gemüsslich er (vermeintlich) die TV-Szene seziert und kommentiert, so genüsslich sollte man darauf reagieren: entspannt. Unser Fernsehprogramm ist heutzutage so absurd und bizarr, dass sich das Kommentieren über Kommentare erübrigt. Eines darf Herrn Broder nicht vorgehalten werden: Pointiert schreiben kann er wie kaum ein anderer.