Franz Hausmann

Student, Autor, Aktivist. Buch "Koks am Kiosk? Eine Kritik der deutschen Drogenpolitik" bei Schmetterling Verlag erhältlich.
Franz Hausmann
RE: Das Fieber | 08.02.2020 | 14:43

"Noch kann ich widersprechen, auch wenn ich indirekt zum Menschenfeind, Undemokraten, und Nazi erklärt werde. Wobei letzteres, seit letztem Mittwoch, auch direkt gesagt wird. Es würde treffen, wenn es substanziell begründbar wäre, aber bisher erlebe ich es eher als politisches Kampfmittel.."Das werden Sie auch in Zukunft können wenn nicht AfD und Co. gewinnen. Weder ich noch sonst irgendwer den ich kenne will Ihnen VERBIETEN Ihre Meinung zu sagen, aber Sie können uns nicht ernsthaft vorwerfen, dass wir Ihnen widersprechen. Insofern Sie Würde und Rechte anerkennen ziehen diese Vorwürfe auch nicht. Dass das politische Klima roh und plump ist, müssen Sie mir nicht sagen, ich habe Sie jedenfalls keinen Nazi oder sonstwas genannt und wenn Sie mir keinen Grund dafür geben, werde ich das sicher auch nicht machen. (Am Rande: Nichtmal die AfD würde ich pauschal "Nazis" nennen, weil zentrale Elemente der Naziideologie fehlen, "Faschisten" dagagegen ist angebracht für die AfD.)

"Wenn ein verdientes/erarbeitetes Privileg automatisch einer unendlichen Gemeinschaft zugeschlagen wird, welchen Sinn hat es noch, sich abzumühen für das bisschen, welches einem noch zugestanden wird? Der Kommunismus ist nicht ohne Grund wirtschaftlich gescheitert, bzw. hat in China nur wegen der kapitalistischen Öffnung überlebt." Ich würde einfach wiedersprechen dass diese Privilegien erarbeitet oder verdient sind. (Eigene) Arbeit ist nicht der Grund für Reichtum, Macht oder sonstwas, auch wenn natürlich von liberaler Seite das Gegenteil behauptet wird. "Der Staatssozialismus" ist sicher an vielem gescheitert, aber an mangelnden Privilegien denke ich eher nicht. Aber andere Diskussion. Menschen arbeiten auch nicht nur für Privilegien oder Geld (ich schreibe gerade in meiner Freizeit unbezahlt Texte, nur am Rande).

"Das Recht haben Sie doch, jedoch gewähre ich es Ihnen nicht aufgrund der Kenntnis von §sowieso, sondern aufgrund meiner Sozialisation, und entsprechend dürfte es bei der Mehrheit der Menschheit ablaufen."Mein Punkt ist ja gerade, dass diese Mehrheit schrumpft.

"Der Rechtsstaat/Rechtssystem kann Sozialisation nicht ersetzen, und das Bestreben des demokratischen Fortschritts, dies zu erreichen, führt zu gesellschaftlichen Verwerfungen und Fehlentwicklungen.."Sozialisation findet nicht jenseits von rechtlichen Strukturen und Co. statt. Aber natürlich sind sie nicht identisch mit der ganzen Sozialisation.

"p.S.: "Projektionsfläche" - Der Mensch ist nicht nur Humanist, sondern auch Affe, und dessen unterbewußtes Wirken zu ignorieren, ist mMn ein grundlegender Fehler vieler Philosophieen."Würde ich Ihnen gar nicht widersprechen. Auch deswegen fordere ich doch Ausbau demokratischer Strukturen usw - damit klar wird, wo die Probleme liegen, Menschen miteinander sprechen, AUstausch über die eigenen "Blase" hinaus stattfindet usw.

RE: Das Fieber | 08.02.2020 | 11:31

Danke und weitgehende Zustimmung!

RE: Das Fieber | 08.02.2020 | 11:30

"Sie machen sich Sorgen wegen dem blöden Gelabere einiger weniger, @Franz Hausmann , während ich eher eine linke Gesinnungspolizei am Horizont heraufziehen sehe. Wer von uns beiden hat nun recht, oder liegen wir vielleicht beide falsch?"Dieses "blöde Gelabere" kommt von führenden Kräften einer Partei des Bundeslandes, in dem ich gerade lede, die von ungefähr 24% (!!!) gewählt wird. Auch spannend, dass Sie die "Gesinnungspolizei" erst heraufziehen sehen, alle anderen behaupten doch immer, die würde schon existieren und herrschen. Was denn nun?

"rahab schrieb mal, sie verteidige das Recht, Rechte zu haben, während ich eher das ehrenhafte Verhalten und die individuelle Freiheit verteidige."

Die unbegrenzte Vergabe von immer neuen Rechten an immer mehr Anspruchsberechtigte führt dazu, daß die individuellen Rechte letztenendes immer weiter beschnitten werden. Dies ist der demokratische Fortschritt, wie er momentan läuft, und da er, mit der Freiheit, ein elementares Grundbedürfnis des Menschen angreift, stößt er zunehmend auf Widerstand."Das, was Sie "individuelle Rechte" nenne, würde ich überwiegend Privilegien auf Kosten anderer bezeichnen. Diese "Rechte", diese "Freiheiten" sind keine, wenn sie nicht universalisierbar sind. "Freiheiten" für einige wenige sind Privilegien. Daher: Natürlich Ausbau aller indiv. Freiheiten, die den Namen verdienen, da sie universalisierbar sind (Meinungsfreiheit, demokratische Teilhabe etwa), aber keiner von Privilegien (die "Freiheit" den Lebensraum aller anderen zu zerstören etwa).

"Sie können einen Patienten nicht heilen, wenn Sie die falsche Diagnose haben.

Der Patient mag Fieber haben, aber die Ursache des Fiebers ist eine Auto-Immun-Erkrankung/allergische Reaktion, und Sie wollen ihn mit Allergie-Auslösern heilen."Ich glaube das nicht, weil ich denke, dass Ihre Definition von "Freiheit" keine ist, die auf gleicher Würde der Menschen beruht.

"Auf lokaler Ebene, ja, aber nicht mit der ideologischen Keule, sondern durch das Vorleben von Idealen wie Ehre, Solidarität und echter Toleranz auf kreative Art."

Wir leben in einer Welt, in der Solidarität etwa strukturell weitgehend unmöglich gemacht wird. Widerstand dagegen: Immer gern. Mit "Ehre" kann ich dagegen wenig anfangen.

""wir – die Demokratinnen und Demokraten" macht Sie nur in den Augen der blinden Gläubigen zu "Demokraten", während Sie damit alle anderen für "undemokratisch" erklären, und dazu treiben, daß sie anderswo Verbündete finden."Die Grundlage von Demokratie ist die Anerkennung aller anderen als Träger von grundlegenden (Entscheidungs-)Rechten (wieso sollten Sie und ich sonst entscheiden dürfen?). Wer das nicht tut - und die AfD tut es nicht - zerstört das Grundfundament demokratischer Prozesse. Die Bejahung von Wahlen (als Mittel zum Zweck) ist daher KEIN ausreichender Grund sich "Demokrat*in" zu nennen.

"Wie oft muß ich es noch sagen: "Sie" sind inzwischen "die Ursache"."

Nö, wir sind nur die Projektionsfläche.

"p.S.: Auch wenn ich rahab widerspreche, ist es für mich eine Frage der Ehre, daß ich sie gegen ungerechte Angriffe verteidige, und genaugenommen hat sie bewirkt, daß ich nicht jeden Linken in "Knast oder ins Arbeitslager" stecken will."Das ist nett, danke. Schön fände ich, wenn es keine Frage Ihrer "Ehre" wäre, sondern eine meiner Rechte.

RE: Moralismus verschrotten | 29.09.2019 | 15:47

Danke für den guten Einwand. Mein erster Gedanke ist: Ihre Lebensumstände ermöglichen das. Weit besser als die eines großen Teils der Bevölkerung. Aber nochmal zur Verdeutlichung: Ich bin keineswegs gegen ind. Lebensveränderungen, ich sage nur, dass sie keine pol. Strategie sind und eine solche nie ersetzen werden.

RE: Moralismus verschrotten | 29.09.2019 | 15:43

Doch, habe ich schon mal irgendwo gehört, wenn ich mich nicht irre, sogar schon mal verwendet: https://www.freitag.de/autoren/franzhausmann/die-fehlbaren

Davon abgesehen würde ich die Lösungen ungern Technokraten überlassen (falls Sie das sagen wollten, bin mir angesichts des natürlich extrem fabelhaften Satzes ihrerseits unsicher). Aber darum ging es im Text schlichtweg nicht.Danke für die Wünsche. Ich bemühe mich.

RE: Moralismus verschrotten | 29.09.2019 | 15:38

Verstehe den Einwand nur bedingt. CSS und co. sind in der Diskussion, aber ob das auch nur im Ansatz ausreichen würde, um die Klimakatastrophe abzuwenden, ist mindestens umstritten. Gerade deshalb unterstützen wahnsinnig viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diese Bewegung und ihre Forderungen. Und nochmal: Es gibt ohnehin nicht die eine Klimabewegung mit einer Forderung.

RE: Moralismus verschrotten | 29.09.2019 | 13:54

Nein, es geht "der Bewegung" nicht lediglich um Technik. Allein schon deshalb, weil sie dafür viel zu breit aufgestellt ist in ihren Positionen. In einem Teil der Bewegung ist dieser Technikopitimismus durchaus vorhanden, das müssen wir natürlich ernsthaft hinterfragen und kritisieren. Meiner Erfahrung nach ist diese technik-besessene Position aber nicht besonders verbreitet. Wie auch immer, solche Probleme lösen wir von Innen und im Dialog sicher besser als von Außen. In diesem Sinn: Herzliche Einladung zur kritischen Solidarität. ;)

RE: Bei Pegida | 21.09.2016 | 19:34

Dann hätte ich es Straßenbahn nennen sollen, danke dafür. Das mit dem Foto müssen Sie dem Freitag sagen, die Leute aus der Redaktion treffen die Fotoauswahl ;)

RE: Bei Pegida | 21.09.2016 | 19:33

Worauf beziehen Sie sich? Aus das Wort "Bericht"? Das stammt nicht von mir, falls Sie daraus hinaus wollen.

RE: Bei Pegida | 20.09.2016 | 18:55

Ich meine mit S-Bahn die Tram, falls das Verwirrung stiftet. Nennt man überall ein bisschen anders.

So nebenbei ist das sicher einseitig, ich strebe ja keine "Objektiviät" an. Im Gegensatz zu dem von rechts basiert das hier aber auf Fakten, die Sie übrigens auch gern nachprüfen können. Das Wort "hetzerisch" finde ich allerdings ziemlich lächerlich in diesem Zusammenhang. Wo habe ich denn bitte gehetzt? Ich bin nicht derjenige, der ganze Bevölkerungsgruppen beleidigt oder wie Lutz Bachmann Menschen als "Gelumpe" oder "Viehzeug" bezeichnet.