Den Nahen Osten neu denken- Die Vorteile der Ein-Staaten-Lösung

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community.
Ihre Freitag-Redaktion

Die Zwei-Staaten-Lösung wird immer unrealistischer, dies ist ein Grund warum man sich auf die Suche nach neuen Möglichkeiten begeben muss. Im gestrigen Artikel erkannten wir, daDss eine Lösung, die wohl eine friedliche Perspektive für den Nahen Osten birgt, die Ein-Staaten-Lösung ist.

Vorteile der Ein-Staaten-Lösung

Doch welche Vorteile birgt die Ein-Staaten-Lösung? Wenn man die Gebiete Israels und Palästinas zu einem einzigen Staates zusammenfasst, würde die Trennung der beiden palästinensischen Gebiete wegfallen. Nach der Zwei-Staaten-Lösung wären der Gazastreifen und das Westjordanland räumlich von einander getrennt, was ein Zusammenwachsen der beiden Gebiete innerhalb eines Staates erschweren würde. Auch wäre es sehr unrealistisch, dass der Gazastreifen wirtschaftlich exsistenzfähig wäre. Eines der größten Probleme, dass sowohl Israelis als auch Palästinenser haben, ist der Mangel an Wasser und die ungerechte Verteilung. Würde es zu der Gründung eines Bi-Nationalen-Staates kommen, könnten beide Gruppen das Wasser des Jordans nutzen, welches nach momentaner Lage den Palästinensern zusteht, diese aber nicht wirklich nutzen können, da es ihnen an Infrastruktur mangelt.

Jerusalem als Haupstadt

Die Ein-Staaten-Lösung würde ebenfalls die Probleme um Jerusalem lösen, da beide Seiten es als Haupstadt sehen und Israel nicht bereit ist die Stadt zu teilen, die Palästinenser würden inzwischen sich mit dem Ostteil der Stadt zufrieden geben.

Die Fragestellung wem Jerusalem zusteht, gehört zu den Fragen, die den Prozess von Anfang an lähmen. Eine Teilung der Stadt erscheint momentan als die realistischste Variante, wird allerdings von den Extremisten auf beiden Seiten, die momentan in beiden Regierungen sitzen, abgelehnt. Ein Bi-Nationaler-Staat mit Jerusalem als Haupstadt würde für beide Seiten eine Lösung bedeuten, da es die Haupstadt aller Bewohner des Landes wäre und nicht nur von einem Teil der Bevölkerung!

Grenzverschiebung ein Ende setzen!

Die Grenzen in denen Israel und Palästina existieren sollen haben sich in den letzten 63 Jahren immer wieder verschoben und sie tun dies auch immernoch, so geistert die Idee einer nochmaligen Verkleinerung der palästinensischen Gebiete, auf die innerhalb der Sperrmauer befindlichen Gebiete, in einigen Köpfen umher. Eine weitere Gebietsabtretung, ihres ohnehin schon auf ein Minimum verkleinerten Gebietes, wird nicht einmal die zu massiven Zugeständnissen bereite PA akzeptieren. Der Verlauf der Grenzen ist zwischen israelischen und palästinensischen Politikern umstritten, da Dörfer wie Bartaa von beiden Seiten zu ihrem Staat gezählt werden und eine Grenzziehung durch ein Dorf dieses faktisch zerstören würde. Die Ein-Staaten-Lösung würde dieses Problem aufheben, da sie einen Staat auf dem Gebiet des historischen Palästinas vorsehen würde, wodurch keine Grenzen innerhalb dieses Gebietes notwendig wären.

Siedlungen auf eigenem Land?

Ein weiteres Thema sind die nach internationalem Recht illegalen Siedlungen, die allerdings von Israel weiter ausgebaut werden, da besonders der rechtsextreme Außenminister Avigdor Liebermann, starke Unterstützung von dieser Gruppe erhält und es sich nicht leisten kann, die Unterstützung für die Siedlungen aufzugeben. Einen palästinensischen Staat, der allerdings von israelischen Siedlungen durchlöchert ist, zerfällt in viele kleine Teile. Um dieses Problem zu lösen, müssten die Siedlungen entweder dem palästinensischen Staaten zugeschlagen werden,ein Vorschlag den beiden Seiten ablehnen, solange die Siedlungen erhalten bleiben oder die Palästinenser müssten andere Gebiete als Ausgleich erhalten, auch dieser Vorschlag wird von fast allen Politikern auf beiden Seiten abgelehnt. Die Zwei-Staaten-Lösung ist mit den immer größer werdenden Siedlungen nicht zu realisieren, in einem Bi-Nationalen-Staat würden sie kein Problem darstellen, da Juden, Christen und Muslime in dem ganzen Staatsgebiet leben könnten. Im heutigen Israel leben ebenfalls verschiedene Volksgruppen, weswegen Israel nicht als Staat der Juden bezeichnet werden kann, zu dem ihn verschiedenste rechte Politiker allerdings erklären wollen. Eine Bi-Nationale-Lösung würde die Möglichkeit von einem Staat, der nur für die Menschen eines Volkes ist ausschließen und wäre im Blick auf die verschiedenen Kulturen, die sowohl in Israel als auch in Palästina beheimatet sind, wesentlich sinnvoller.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Was ist Ihre Meinung?
Diskutieren Sie mit.

Kommentare einblenden