Denk ich an Palästina!

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Viele Menschen in Deutschland fragen sich warum grade der Nahostkonflikt in den Medien so thematisiert wird und nicht etwa der Krieg in Somalia oder der Kaschmirkonflikt! Dies hat zum einen mit der besonderen Bedeutung Israels für Deutschland zu tun, zum anderen mit der Weise, wie sich die beiden beteiligten Staaten sehen!

Für viele Menschen fehlt die menschliche Herangehensweise an den Nahostkonflikt. Der Sammelband “Denk ich an Palästina” ,von Günter Schenk herausgegeben und mit Beiträgen von 26 mehr oder weniger bekannten Personen, schafft diese menschliche Herangehensweise an den Nahostkonflikt! In Deutschland ist es deutlich schwieriger, als in den meisten anderen Ländern der Welt, Israel zu kritisieren und sich für die Rechte der Palästinenser einzusetzen! Der Vorwurf des Antisemitismus, welcher manchmal berechtigt ist, häufig jedoch bei jeder Kritik an der israelischen Politik geäußert wird, bedroht jeden, der sich für einen gerechten Frieden einsetzen will!

Für Palästina oder für den Frieden?

Der in Frankreich lebende Günter Schenk wollte dieser Verurteilung etwas entgegensetzen und internationale Aktivisten zu Wort kommen lassen. Die Beiträge unterscheiden sich dabei nicht nur in ihrer Herangehensweise, sondern auch in ihren politischen Standpunkten, so lassen sich Beiträge mit klar antizionistischen Idealen finden, aber auch Beiträge, welche die Zwei-Staaten-Lösung verteidigen. Die verschiedenen Beiträge ermöglichen jedem Leser eine eigene Beurteilung des Konfliktes! Der Beitrag von Evelyn Hecht-Galinski dürfte nicht viel neues beinhalten für die Leser der Freiheitsliebe, da wir mit ihr ein sehr sehr ausführliches Gespräch über den Nahostkonflikt geührt haben! Interessant ist ihr Beitrag dennoch!

Für viele Menschen, die sich von bedingungslosen Unterstützern Israels zu Verteidigern der Menschenrechte gewandelt haben, dürften die Beiträge von Rupert Neudeck und Ellen Rohlfs sein, die eben diese Entwicklung durchgemacht haben. Während Rupert Neudeck, der Gründer von Cap Anamur, sich immernoch nicht traut alles zu sagen, was er sagen möchte, da spricht Ellen Rohlfs deutliche Worte. Ihr Frage: “Beteiligt sich Deutschland innerhalb von 100 Jahrenalso direkt oder indirket an einem vierten Völkermord?” muss jeder Leser selbst beantworten.

Niemals schweigen!

Jeder der Autoren zeigt uns auf eine eigene Weise, dass man zu Unrecht nicht schweigen darf. Dieter Neuhaus erzählt von seinem Opa, welcher Juden half und nicht schwieg angesicht des Unrechts im dritten Reich, in seiner Tradition sieht sich Dieter Neuhaus, wenn er über Israel und Palästina spricht. “Nein Großvater: Du hättest auch hierzu nicht geschwiegen und auch ich kann und will hierzu nicht schweigen” so seine abschließenden Worte!

“Wer schweigt, erweckt den Anschein, als stimme er zu” so schreibt Siegfried Uhlmann und trifft damit den Nagel auf den Kopf, denn das Unrecht im Nahen Osten schreit zum Himmel und alle Autoren dieses Werkes haben ihren Beitrag geleistet um den Konflikt zu beenden.

Die Beiträge des Buches sind von Grund auf verschieden, die Ideen und die Gründe für das Engagement im Nahen Osten unterscheiden sich, doch alle haben eines gemeinsam, sie sprechen, während andere schweigen.

Das Buch leistet keinen Beitrag um die politische Situation zu begreifen, das ist aber auch nicht der Anspruch des Werkes, es leistet einen anderen wichtigen Beitrag, es erklärt wie Menschen sich im Angesicht des Konfliktes fühlen.

“Denk ich an Palästina” ist kein einheitliches Werk und die Autoren dürften sich bei einer Diskussion heftig streiten, es zeigt aber, dass man Israel kritisieren darf, wenn nicht sogar muss, ohne dabei ein Antisemit zu sein. Antizionismus, den einige Autoren praktizieren, hat nicht immer mit Antisemitismus zu tun, wie dieses Werk zeigt. Das Werk lässt natürlich auch einige wichtige Fragen aus, so wird vergessen auf den vorhandenen Antisemitismus einzugehen. Dieses Werk zeigt aber, dass das Engagement für Frieden in dieser Region niemals erfolgreich sein kann, wenn man allein der einen oder der anderen Seite die Schuld zu schiebt. Es zeigt, dass jeder von uns etwas verändern kann und es zeigt, dass die Menschen sich verändern, wenn sie sich für den Frieden einsetzen.

Aus politischer Sicht lernt man wenig neues, aus menschlicher Sicht eröffnet das Werk einem neue Welten!

Bestellen kann man dieses Werk direkt beim Verlag.

22:09 30.07.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

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