Die medial konstruierte Angst vor dem Islam

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Am vergangenen Mittwoch fanden in den Niederlanden Kommunalwahlen statt. In zwei Kommunen, nämlich dem Regierungssitz Den Haag und in Almere, nahm auch die islamophobe rechtsaußen Truppe PVV teil. Diese erreichte trotz ihres mit nur einem Thema, der Hetze gegen Muslime und den Islam, geführten Wahlkampfes mehr als 18% in Den Haag und 21% in Almere.

Die PVV will nicht nur alle Muslime aus den Niederlanden abschieben, sie überlegt auch den Koran zu verbieten und Kopftücher zu besteuern. Dank der von einigen Medien geschaffenen Angst vor dem Islam und allen Muslimen, trug diese Hetze Früchte und brachte den notorischen Hetzern ihren größten Wahlerfolg.

In Deutschland fragte man sich nun, wann auch hier mit der Angst vor dem Islam Wahlkampf betrieben würde. Vergessen wurde dabei allerdings, dass alle rechten Parteien Hetze gegen Muslime als Propagandamittel erkannt haben. Auch die NPD stieg vor kurzem von der Hetze gegen Juden
und Amerika auf eine Hetze gegen den Muslim um, da sie in anderen Ländern gesehen hatte, dass sich das Feindbild geändert hat und man nun mit der Zeit gehen müsse.

Islamophobie, die notorische Angst vor dem Islam, ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen - geschaffen von Medien, welche auf der Suche nach einem neuen Titelthema den "bösen" Muslim entdeckt haben. Nach den Anschlägen des 11ten September wurden die Muslime in Geiselhaft genommen, für ein Verbrechen, dass einige Verrückte im Namen des Islam ausgeübt haben. Einige Medien berichteten von kriminellen Muslimen, die es selbstverständlich gibt, wie auch Kriminelle die jeder anderen Religion angehören, und schrieben diesen die sagenhafte Fähigkeit zu, für alles Elend im deutschen Staat verantwortlich zu sein.

Wurde ein Verbrechen von einem Menschen begangen, der muslimischen Glaubens war, wurde dies natürlich erwähnt. Außer acht gelassen wurde dabei, dass jede Religion kriminelle Handlungen missbilligt. Auch wurde nicht beachtet, dass ein einzelner Mensch das Verbrechen beging und es ihn sehr wahrscheinlich zum Zeitpunkt der Tat relativ wenig interessiert hat, ob er nun Muslim ist oder nicht. Trotzdem wurde die Religion in jedes Problem mit einbezogen. Es ging sogar soweit, dass einige behaupteten, die Religion trage die Verantwortung an kriminellen Handlungen. Nun stellt sich die Frage, wie es in einem so entwickelten und modernen Staat wie Deutschland noch zugelassen werden konnte, dass eine Religion in "Geiselhaft" genommen wurde, für Verbrechen, die ein sehr geringer Teil ihrer Anhänger beging. Es gibt Anhänger jeder Religion, die Verbrechen begehen, teilweise werden diese mit der Religion begründet, zumeist jedoch nicht. Es ist nicht nachvollziehbar,dass eine Religion und alle ihre Anhänger für die Fehler Einzelner herhalten müssen.

Keine Religion sollte gefürchtet werden, nur weil einige Anhänger Fehler machen. Um diese Angst abzubauen, sollte man sich ein Bild von allen Religionen machen und mit ihren Anhängern das Gespräch suchen, damit es in Deutschland nicht zu ähnlichen unerwünschten Wahlerfolgen kommt wie in den Niederlanden. Auch sollte man das Verbrechen an sich verurteilen und nicht die Religion, der der Täter angehört, welche es auch immer sein mag.

16:12 23.03.2010
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