Guatemela auf dem Rückweg ins Mittelalter.

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Die Todesstrafe ist weltweit geächtet und überall auf dieser Welt setzen sich Menschen dafür ein, dass diese archaische Form der Bestrafung abgeschafft wird. In Guatemela wird dies allerdings gänzlich anders gesehen und so soll diese Form der Bestrafung wieder eingeführt werden!

Seit 10 Jahren wurde diese Form der Bestrafung nicht mehr angewendet, nun hat das Parlament mit einem neuen Gesetz den Weg für die Hinrichtung von 41 Personen freimacht.

Auge um Auge, Zahn um Zahn

“Gesetz ist Gesetz, ob es einem gefällt oder nicht. Solange es in Kraft ist, muss es angewandt werden”, sagt Anabella De León, Abgeordnete der rechtsgerichteten Partriotenpartei, welche dieses Gesetz initiiert hat. “Ich bin für die Menschenrechte und das Recht auf Leben, allerdings nicht für diejenigen, die anderen das Leben nehmen.” Damit kehrt man dem Fortschritt dem Rücken und beruft sich auf veraltete Formen der Bestrafung, nach dem Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn"

Das Verbrechen wird durch die Hinrichtung des Täters weder gemindert noch ungeschehen gemacht. Der einzige Zweck einer Hinrichtung liegt in der Befriedigung moralisch nicht zu rechtfertigender Rachebedürfnisse. Will der Staat einer Straftat moralisch überlegen sein, darf er sie unter dem Deckmantel eines Gesetzes auch nicht nachvollziehen.

Die Nichtanwendung der Todesstrafe trage zur Straffreiheit und einer Zunahme der Verbrechen in Guatemala bei, so De León. “Aus diesem Grund sind wir unter der Voraussetzung, dass alle Rechtsmittel ausgeschöpft worden sind, für die Kapitalstrafe.”

Präsident will Veto einlegen

Der sozialdemokratische Präsident Álvaro Colom hat jedoch am 6. Oktober angekündigt, sein Veto gegen die vom Parlament am 5. Oktober angenommene Gesetzesinitiative einzulegen. Bis jetzt ist dies allerdings noch nicht geschehen und so droht die Einführung der Todesstrafe.
Wenn Guatemala die Todesstrafe wieder einführt wären sie neben Kuba und den USA, der einzige Staat auf dem gesmaten-amerikanischen Kontinent, der die Todesstrafe verhängt. Allerdings wird sie selbst in Kuba seit 2003 nicht mehr angewendet. Zwei Drittel aller Länder weltweit haben die Kapitalstrafe inzwischen per Gesetz oder faktisch abgeschafft.

16:59 04.11.2010
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