Freitag-Salon: Jakob Augstein im Gespräch mit Saba-Nur Cheema

Ankündigung Welche Folgen hat Identitätspolitik für die Gesellschaft? Darüber spricht Jakob Augstein mit Politologin Saba-Nur Cheema am 4. April bei „2 um acht“

Ist die Linke in der Sackgasse? Saba-Nur Cheema im Gespräch mit Jakob Augstein

Spaltet Identitätspolitik die Linke? Oder ist sie ein Fortschritt, weil sie marginalisierten Gruppen die Hoheit über ihre eigenen Diskriminierungserfahrungen zurückgibt? Darüber wird seit vielen Jahren kontrovers diskutiert. Erstmal heißt Identitätspolitik vor allem eins: Politisches Handeln an den Interessen von Menschen zu orientieren, die sich anhand von Klasse, Geschlecht, Herkunft oder sexueller Orientierung von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden. Doch wo führt das hin? In eine fragmentierte Gesellschaft, die sich in „immer skurrilere Minderheiten“ aufspaltet, wie es die Linkenpolitikerin Sarah Wagenknecht letztes Jahr polemisch formulierte? Oder führt es dazu, dass die Probleme dieser Minderheiten endlich anerkannt werden – in ihrer Vielfalt und Besonderheit? Saba-Nur Cheema wirft einen differenzierten Blick auf die Debatte: Zwar will sie verhindern, dass wir hinter die Errungenschaft der Identitätspolitik zurückfallen, wo der Finger in die Wunde rassistischer oder homophoner Umgangsformen gelegt wird. Gleichzeitig habe Identitätspolitik in ihrer radikalsten Form zu „Exzessen“ geführt, welche die Welt zu voreilig in „Gut“ und „Böse“ einteilt.

Über Gut und Böse, Identität und ihre Exzesse spricht Freitag-Verleger Jakob Augstein im Freitag Salon mit der Politologin Saba-Nur Cheema bei „2 um acht“.

Am Montag, den 4.04.2022 um 20 Uhr im Berliner Ensemble, Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin. Ticket sind hier erhältlich.

Live übertragen von Radioeins vom rbb, 20.00 – 21.00 Uhr (95,8 MHz).

Für den Theaterbesuch gelten die jeweils aktuellen Schutz- und Hygienemaßnahmen.

Saba-Nur Cheema, geboren 1987 in Frankfurt, ist Politikwissenschaftlerin und Antirassismus-Trainerin. Sie ist Mitarbeiterin der Bildungsstätte Anne Frank und war 2015-2021 die pädagogische Leiterin. Cheema ist Mitglied im Expertenkreis zu Muslimfeindlichkeit der Bundesregierung. Vergangenes Jahr hat sie für die Bundeszentrale für politische Bildung das Online-Dossier Jüdisches Leben in Vergangenheit & Gegenwart konzipiert und herausgegeben. Gemeinsam mit Meron Mendel schreibt sie die Kolumne „Muslimisch-jüdisches Abendbrot“ in der FAZ. Mit ihm und Eva Berendsen hat Cheema 2019 den Sammelband Trigger Warnung. Identitätspolitik zwischen Abwehr, Abschottung und Allianzen herausgegeben

Im radioeins & Freitag Salon setzt sich der Journalist und Verleger Jakob Augstein einmal im Monat mit einem Gast an den Tisch und redet – über das Politische in der Kultur, über die Gesellschaft und ihre Zwänge, über die Mechanismen von Öffentlichkeit und Lüge, und über das Verschwinden der Demokratie im Kapitalismus. Radioeins sendet live. Hier verstummt die Erregungsmaschine des Internets. Der radioeins & Freitag Salon ist „unplugged“, wie man früher gesagt hätte. Echte Menschen reden über echte Themen und üben sich in Fähigkeiten, die rar zu werden drohen: Zeit nehmen, zuhören, verstehen, lernen. Das – unerreichte – Vorbild dieses aktuellen politischen Diskussionsformats sind die legendären Gespräche des Journalisten Günter Gaus, die im Fernsehen gezeigt wurden, als dieses noch schwarz-weiß war.

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Freitag Salon: Jakob Augstein im Gespräch

2 um acht: der radioeins und Freitag Salon. Jakob Augstein diskutiert mit seinen Gästen. Live im Berliner Ensemble
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