Jakob Augstein im Gespräch mit Tanja Maljartschuk

Freitag-Salon Waren Russland und die Ukraine jemals „Brüder“? Tanja Maljartschuk bezweifelt das. Über Krieg, Frieden und die Beziehung zwischen Moskau und Kiew spricht die ukrainische Schriftstellerin mit „Freitag“-Verleger Jakob Augstein

Waren Russland und die Ukraine jemals „Brüder“? Jakob Augstein im Gespräch mit der Schriftstellerin Tanja Maljartschuk. Achtung! Diese Veranstaltung findet seit September 2022 im Literaturhaus Berlin (Fasanenstraße 23) statt. Für mehr Informationen nach unten scrollen

Ihr Leben und ihre Arbeit seien „Geiseln dieses Krieges“, sagt die Schriftstellerin Tanja Maljartschuk. Bereits 2014 sei sie stark über ihre ukrainische Herkunft definiert worden. Damals spendete sie mehr als 1.000 Euro für den Euromaidan und veröffentlichte ein vielbeachtetes Essay in der FAZ namens „Russland, mein Russland, wie liebe ich dich“. Das Gerede vom „Brudervolk“ führe nirgendwo hin, schrieb sie darin: Immerhin hätte schon Andrej Bogoljubski, der Gründer des Fürstentums Moskau, Kiew gnadenlos ausgeplündert. Dann kam der russische Zar Peter der Große, der 1708 die Hauptstadt der ukrainischen Kosakenrepublik zerstörte. Und 1918 folgte dann Lenin, auf dessen Panzern „Tod für die Ukrainer!“ stand. Vielleicht sind Russland und die Ukraine also gar keine Brüder – sondern einfach Nachbarn? „Sonst muss ich dich Kain nennen“, so Maljartschuk in ihrem Russland-Essay.

Über Krieg, Frieden und die Beziehung zwischen Moskau und dem kleineren Land im Westen spricht Jakob Augstein mit Tanja Maljartschuk im Freitag-Salon im Literaturhaus Berlin und live auf radioeins vom rbb.

Am Montag, dem 17. Oktober 2022, um 20 Uhr im Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin. Tickets sind hier erhältlich.

Tetjana „Tanja“ Wolodymyriwna Maljartschuk, 39, ist eine in Wien lebenden ukrainische Schriftstellerin und Journalistin. Für ihren Text „Frösche im Meer“ gewann sie 2018 den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis. Maljartschuk studierte Philologie an der Universität der Vorkarpaten in Iwano-Frankiwsk und arbeitete anschließend als Journalistin in Kiew. 2011 zog sie in die österreichische Hauptstadt. Im Jahr 2009 erschien ihr erster Erzählband „Neunprozentiger Haushaltsessig“. 2013 folgte ihr Roman „Biografie eines zufälligen Wunders“. In einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ äußerte sie im April die Sorge, dass „russlandfreundliche Puppenrepubliken“ auf dem Territorium der Ukraine entstehen könnten. Diesen Oktober erscheint der Essayband Gleich geht die Geschichte weiter, wir atmen nur aus“ bei Kiepenheuer & Witsch.

Regelmäßig trifft Jakob Augstein im Kaminzimmer des Berliner Literaturhauses einen Gast, um über Wahrheit und Erfindung in den großen Erzählungen unserer Zeit zu reden. Ungestört von der Erregungsmaschine des Internets treffen sich zwei Menschen zum Gespräch und üben sich in Fähigkeiten, die rar zu werden drohen: Fragen, zuhören, verstehen, lernen. Das Vorbild dieses Diskussionsformats sind die legendären Gespräche des Journalisten Günter Gaus, die im Fernsehen gezeigt wurden, als dieses noch schwarz-weiß war.

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Freitag Salon: Jakob Augstein im Gespräch

Der Freitag-Salon im Literaturhaus Berlin und live auf radioeins vom rbb – mit Jakob Augstein und seinen Gästen
Freitag Salon: Jakob Augstein im Gespräch

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