Literaturpodcasts zum Bücherfrühling

Gespräche Die Leipziger Buchmesse fällt leider erneut aus. Wir treffen Autorinnen und Autoren daher im digitalen Raum
Literaturpodcasts zum Bücherfrühling

Bücher erscheinen zwar das ganze Jahr über, aber im Frühling und Herbst sind es besonders viele. Dann treffen bei den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt Verlage und Autorinnen und Autoren auf hunderttausende literaturbegeisterte Leserinnen und Leser. Doch auch in diesem Frühling kann die Leipziger Buchmesse, zumindest so, wie wir sie bisher kannten, pandemiebedingt nicht stattfinden.

Auch wir können Sie dieses Mal daher leider nicht an unserem Stand in Leipzig begrüßen, aber: Über Bücher sprechen – das geht immer.

Im Rahmen unserer „Freitag“-Podcasts präsentieren wir Ihnen ab 21. April bis Ende Mai in unserem Podcast-Channel jede Woche Gespräche mit Autorinnen und Autoren, deren Bücher uns beim „Freitag“ bewegt haben, die wichtige Themen in den Fokus rücken oder neue Perspektiven eröffnen.

Sebastian Puschner im Gespräch mit Sahra Wagenknecht zu ihrem Buch „Die Selbstgerechten“

Foto: Nadine Dilly

Urban, divers, kosmopolitisch, individualistisch – links ist für viele heute vor allem eine Lifestylefrage, so die Kritik von Sahra Wagenknecht. In ihrem kontrovers diskutierten Buch zeichnet sie eine Alternative zu einem Linksliberalismus, der sich progressiv wähnt, aber die Gesellschaft weiter spaltet, weil er sich nur für das eigene Milieu interessiert und Diskriminierung aufgrund sozialer Herkunft ignoriert.

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Martina Mescher im Gespräch über „Alle drei Tage. Warum Männer Frauen töten und was wir dagegen tun müssen“

Foto: Johannes Mitterer/Randomhouse

Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann, seine Frau umzubringen. Alle drei Tage wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Hinzu kommen die Morde an Frauen durch ihnen unbekannte Täter. Diese Verbrechen sind keine Ehrenmorde oder Beziehungstaten, sondern Femizide: Morde, die an Frauen verübt werden, weil sie Frauen sind. Laura Backes und Margherita Bettoni zeigen in ihrem aufrüttelnden Buch, dass die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts auch bei uns ein ernsthaftes gesamtgesellschaftliches Problem ist.

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Pepe Egger im Gespräch mit Toralf Staud und Nick Reimer zu ihrem Buch „Deutschland 2050. Wie der Klimawandel unser Leben verändern wird“

Foto: Joachim Gern

Aprikosen aus Hamburg? Kühlräume für Berlin? Selbst wenn es Deutschland und der Welt gelingen sollte, den Ausstoß von Treibhausgasen in den nächsten Jahrzehnten drastisch zu reduzieren – bereits jetzt steht fest: Das Klima in Deutschland verändert sich. Im Jahr 2050 wird es bei uns im Durchschnitt mindestens zwei Grad Celsius wärmer sein. Wie wird unser Leben in Deutschland dann aussehen? Toralf Staud und Nick Reimer schildern eindrücklich: Ohne verstärkten Klimaschutz wird Deutschland 2050 nicht wiederzuerkennen sein.

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In den kommenden Wochen werden zu hören sein:

Christine Käppeler im Gespräch mit Timon Karl Kaleyta über „Die Geschichte eines einfachen Mannes“

Foto: Christian Werner/Piper Verlag

In Timon Karl Kaleytas Roman scheint der Erzähler vom Glück geküsst. Er, der Junge aus einfachem Hause, spürt, dass das Schicksal Großes mit ihm vorhat. Erst als Helmut Kohl 1998 die Wahl verliert, zeigt seine Zuversicht Risse. Wird nun alles schlechter? Nach dem Abitur macht er sich voller Euphorie und dennoch maximal besorgt auf die Reise nach ganz oben. Um ein Haar erlebt er mit seiner Band den großen Erfolg, beginnt beinahe eine steile akademische Karriere, fast findet er das Glück in der Liebe und tänzelt dabei ständig am Abgrund. Doch wenn man ihm glauben will – und nichts wünscht er sich mehr –, wird am Ende alles gut für ihn.
„Timon gelingt das Paradox, einen versnobten Blick von unten auf unsere Klassengesellschaft zu werfen“
(Christine Käppeler)

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Philip Grassmann im Gespräch mit Gregor Gysi und Martin Sonneborn zu ihrem Buch „Gysi vs. Sonneborn. Kanzlerduell der Herzen“

Der Oppositionspolitiker Gregor Gysi von der Linkspartei und Martin Sonneborn (Die PARTEI) – seit 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments –, streitend vereint im Einsatz gegen politische Routine. Gregor Gysi, der die Politik mit Witz reicher machen möchte; Martin Sonneborn, der mit seinem Witz der Politik ein Armutszeugnis ausstellt – zwei testen im Gespräch, wie weit man gehen muss, um aus dem Rahmen zu fallen und diskutieren in unserem Podcast mit „Freitag“-Chefredakteur Philip Grassmann die politische Lage der Bundesrepublik im Wahljahr 2021.

Konstantin Nowotny im Gespräch mit Anna Mayr über ihr Buch „Die Elenden“

Faul. Ungebildet. Desinteressiert. Selber schuld. Als Kind von zwei Langzeitarbeitslosen weiß Anna Mayr, wie falsch solche Vorurteile sind – was sie nicht davor schützte, dass ein Leben auf Hartz IV ein Leben mit Geldsorgen ist und dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Früher schämte sie sich, dass ihre Eltern keine Jobs haben. Heute weiß sie, dass unsere Gesellschaft Menschen wie sie braucht: als drohendes Bild des Elends, damit alle anderen wissen, dass sie das Richtige tun, nämlich arbeiten. In ihrem kämpferischen, thesenstarken Buch zeigt Mayr, warum wir die Geschichte der Arbeit neu denken müssen: als Geschichte der Arbeitslosigkeit. Und wie eine Welt aussehen könnte, in der wir die Elenden nicht mehr brauchen, um unseren Leben Sinn zu geben.

Viel Spaß beim Hören!

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18:00 21.04.2021
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