Literaturpodcasts zum Bücherherbst

Gespräche Am 20. Oktober beginnt die Frankfurter Buchmesse. Im Freitag-Podcast sprechen wir mit Autorinnen und Autoren über ihre Bücher und die Themen, die sie in den Fokus rücken
Literaturpodcasts zum Bücherherbst

Kommende Woche beginnt in Frankfurt die Buchmesse. Im Rahmen unserer „Freitag“-Podcasts präsentieren wir Ihnen vier Gespräche mit Autorinnen und Autoren, deren Bücher uns beim Freitag bewegt haben, die wichtige Themen in den Fokus rücken oder neue Perspektiven eröffnen. Los geht es ab 20. Oktober. Bis dahin empfehlen wir Ihnen, die Podcasts zur Leipziger Buchmesse nachzuhören.

Maxi Leinkauf im Gespräch mit Julia Korbik über ihr Buch „Bonjour Liberté. Françoise Sagan und der Aufbruch in die Freiheit“

Françoise Sagan ist mehr als nur eine Schriftstellerin – sie ist ein Mythos. Mit gerade einmal 18 Jahren katapultiert sie der bahnbrechende Erfolg ihres Debütromans "Bonjour Tristesse" 1954 in die Öffentlichkeit, und sie wird zur Projektionsfläche, zur ewigen Kindfrau, die in schnellen Autos und mit jeder Menge Alkohol durch ihr Leben braust. Welchen Preis hat die Freiheit? Julia Korbik widmet sich in in „Bonjour Liberté“ einer Schriftstellerin, die, vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und zwischen zwei Wellen der Frauenbewegung, nach ihrem Platz in der Welt sucht. "Bonjour Liberté" verbindet Zeit- und individuelle Geschichte und zeigt, dass es sich lohnt, auf der eigenen Freiheit – als Frau – zu bestehen. Aber eben auch, dass dieses Vorausgehen Mut erfordert.

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Benjamin Knödler im Gespräch mit Nicole Diekmann über ihr Buch „Die Shitstorm-Republik“


Seit dem kaltblütigen Mord am CDU-Politiker Walter Lübcke durch einen Neonazi im Sommer 2019 ist klar: Die Sozialen Netzwerke sind brandgefährlich – ob wir sie nutzen oder nicht. Der Hass und die Hetze von dort schwappen längst über in unseren Alltag. Was können wir dagegen tun? Ende 2019 erlebt der WDR einen riesigen Shitstorm – wegen eines umgedichteten Kinderlieds in einer Satiresendung im Radio (Omagate). Wer steckt hinter solchen Kampagnen? Wie werden sie inszeniert? Welche Ziele sollen damit erreicht werden? Und was muss getan werden, damit Einschüchterung und Gewalt keine Chance mehr haben? Nicole Diekmann, Hauptstadtkorrespondentin des ZDF, zeigt in diesem Buch, wie Politik und Journalismus dazu beigetragen haben, dass Facebook, Twitter & Co. kaum etwas gegen den Mob unternehmen, der das Netz mit Hass flutet. Und sie schildert, wie sich ein enorm brutaler Shitstorm am eigenen Leib anfühlt.

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Konstantin Nowotny im Gespräch mit Anna Mayr über ihr Buch „Die Elenden“

Faul. Ungebildet. Desinteressiert. Selber schuld. Als Kind von zwei Langzeitarbeitslosen weiß Anna Mayr, wie falsch solche Vorurteile sind – was sie nicht davor schützte, dass ein Leben auf Hartz IV ein Leben mit Geldsorgen ist und dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Früher schämte sie sich, dass ihre Eltern keine Jobs haben. Heute weiß sie, dass unsere Gesellschaft Menschen wie sie braucht: als drohendes Bild des Elends, damit alle anderen wissen, dass sie das Richtige tun, nämlich arbeiten. In ihrem kämpferischen, thesenstarken Buch zeigt Mayr, warum wir die Geschichte der Arbeit neu denken müssen: als Geschichte der Arbeitslosigkeit. Und wie eine Welt aussehen könnte, in der wir die Elenden nicht mehr brauchen, um unseren Leben Sinn zu geben.

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Philip Grassmann im Gespräch mit Gregor Gysi und Martin Sonneborn zu ihrem Buch „Gysi vs. Sonneborn: Kanzlerduell der Herzen“

Der Oppositionspolitiker Gregor Gysi von der Linkspartei und Martin Sonneborn (Die PARTEI) – seit 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments –, streitend vereint im Einsatz gegen politische Routine. Gregor Gysi, der die Politik mit Witz reicher machen möchte; Martin Sonneborn, der mit seinem Witz der Politik ein Armutszeugnis ausstellt – zwei testen im Gespräch, wie weit man gehen muss, um aus dem Rahmen zu fallen und diskutieren in unserem Podcast mit „Freitag“-Chefredakteur Philip Grassmann die politische Lage der Bundesrepublik im Wahljahr 2021.

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Christine Käppeler im Gespräch mit Timon Karl Kaleyta über „Die Geschichte eines einfachen Mannes“

In Timon Karl Kaleytas Roman scheint der Erzähler vom Glück geküsst. Er, der Junge aus einfachem Hause, spürt, dass das Schicksal Großes mit ihm vorhat. Erst als Helmut Kohl 1998 die Wahl verliert, zeigt seine Zuversicht Risse. Wird nun alles schlechter? Nach dem Abitur macht er sich voller Euphorie und dennoch maximal besorgt auf die Reise nach ganz oben. Um ein Haar erlebt er mit seiner Band den großen Erfolg, beginnt beinahe eine steile akademische Karriere, fast findet er das Glück in der Liebe und tänzelt dabei ständig am Abgrund. Doch wenn man ihm glauben will – und nichts wünscht er sich mehr –, wird am Ende alles gut für ihn.
„Timon gelingt das Paradox, einen versnobten Blick von unten auf unsere Klassengesellschaft zu werfen“
(Christine Käppeler)

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Pepe Egger im Gespräch mit Toralf Staud und Nick Reimer zu ihrem Buch „Deutschland 2050. Wie der Klimawandel unser Leben verändern wird“

Aprikosen aus Hamburg? Kühlräume für Berlin? Selbst wenn es Deutschland und der Welt gelingen sollte, den Ausstoß von Treibhausgasen in den nächsten Jahrzehnten drastisch zu reduzieren – bereits jetzt steht fest: Das Klima in Deutschland verändert sich. Im Jahr 2050 wird es bei uns im Durchschnitt mindestens zwei Grad Celsius wärmer sein. Wie wird unser Leben in Deutschland dann aussehen? Toralf Staud und Nick Reimer schildern eindrücklich: Ohne verstärkten Klimaschutz wird Deutschland 2050 nicht wiederzuerkennen sein.

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Martina Mescher im Gespräch über „Alle drei Tage. Warum Männer Frauen töten und was wir dagegen tun müssen“

Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann, seine Frau umzubringen. Alle drei Tage wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Hinzu kommen die Morde an Frauen durch ihnen unbekannte Täter. Diese Verbrechen sind keine Ehrenmorde oder Beziehungstaten, sondern Femizide: Morde, die an Frauen verübt werden, weil sie Frauen sind. Laura Backes und Margherita Bettoni zeigen in ihrem aufrüttelnden Buch, dass die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts auch bei uns ein ernsthaftes gesamtgesellschaftliches Problem ist.

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Sebastian Puschner im Gespräch mit Sahra Wagenknecht zu ihrem Buch „Die Selbstgerechten“

Urban, divers, kosmopolitisch, individualistisch – links ist für viele heute vor allem eine Lifestylefrage, so die Kritik von Sahra Wagenknecht. In ihrem kontrovers diskutierten Buch zeichnet sie eine Alternative zu einem Linksliberalismus, der sich progressiv wähnt, aber die Gesellschaft weiter spaltet, weil er sich nur für das eigene Milieu interessiert und Diskriminierung aufgrund sozialer Herkunft ignoriert.

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18:00 21.04.2021
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