Die Profiteure lächeln von S. Nuss

systemische Ungleichheit Systemische Ungleichheit zu konstatieren ist eines, Wege zur Veränderung zu entwickeln ein anders.
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Frau Nuss kommt gegen Ende ihres guten Artikels zur Erkenntnis, dass „ wir es mit einer systemischen, nicht zufälligen Ungleichheit zu tun haben.“ Und da ist es nur logisch zu konstatieren, dass auch sozialpolitische Reformen daran nichts ändern würden. Was mir fehlt, ist die Konsequenz einer solchen Feststellung. Nämlich zu fragen, was wäre denn zu tun, um einem solchen systemischen Missstand abzuhelfen. Nur Missstände aufzeigen hilft wenig oder nichts, mehrt nur Unzufriedenheit, die sich dann die entsprechenden Ventile sucht.

Der Ruf nach dem bekanntemaßen überwundenen Sozialismus steht selbstredend nicht zur Debatte. Bei Marx und Engels fehlen dazu die befriedigenden Antworten.

Aber man kann ja fragen, wie man Grundübeln zu Leibe rücken kann. Und die sind m.E. die Frage nach dem Grundbesitz und dem Geld. Warum? 1. Grundbesitz ist nicht unbegrenzt vorhanden. Wer ihn also hat oder mehrt, hat automatisch Macht und großen Einfluss auf Preise. Grundbesitz wäre also in die Allgemeinheit überzuführen. 2. Silvo Gesell hat in den 20-er Jahren in Wörgl gezeigt, dass die Einrichtung von Schwundgeld angetan ist, Ungleichheiten zu beseitigen. Und das auf vielen Ebenen. (Einschlägige und weiterführende Literatur kann ja eingesehen werden.) Aktuell könnte das bedingungslose Grundeinkommen ein erster richtiger Schritt in die Richtung sein, zwischen einem kapitalistischen und sozialistischen System einen dritten Weg zu bauen. Und von Menschen, die ein großes Interesse daran haben, ihre Macht zu erhalten und/oder zu vergrößern, machen keine Vorschläge, die dem entgegenstehen.

Selbstredend sind solche Ideen in einem Leserbrief immer verkürzend dargestellt, trotzdem ernst gemeint. Und vielleicht auch diskussionswürdig, ohne gleich abgetan zu werden.

Friedemann Geisler 66

16:17 29.11.2020
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