Jörg Friedrich
12.04.2012 | 16:50 36

Spar-Gel aus Peru

Wundersamer Alltag Der globale Gemüsemarkt macht vor dem Spargel nicht halt – und beschert uns welchen aus Südamerika. Und er wird auch noch gekauft. Ein Unding, findet unsere Kolumnist

In der zweiten Aprilhälfte beginnt in Deutschland die Spargelzeit, wir befinden uns also derzeit irgendwo zwischen Vorfreude und erstem Genuss des beliebten Gemüses dessen wir uns dann, nach alter Tradition, bis zum 24. Juni erfreuen können. Zwei von zwölf Monaten des Jahres steht die Ernährung ganz im Zeichen der weißen Stangen. Aber der globale Gemüsemarkt, der uns schon seit langem übers ganze Jahr den Verzehr von Apfelsinen und Bananen ermöglicht und seit ein paar Jahren auch im Winter eine Frucht in die Regale bringt, die entfernt nach Erdbeeren aussieht, macht auch vor dem Spargel nicht halt. Am Ostersamstag boten münsterländer Supermärkte Spargel an, Handelsklasse 1, für 4,98 Euro das Kilo. Aus Peru.

Ich schätze die südamerikanischen Landwirte sehr, ich liebe ihren Kaffee und genieße auch gern die verschiedenen Ergebnisse der Verarbeitung ihrer Kakaobohnen. Ich freue mich, dass auch der Spargel, ein altes europäisches Gewächs, bei ihnen gedeiht, und wünsche ihnen, dass er ihren Landsleuten ebenso schmeckt wie mir. Was mir jedoch nicht in den Kopf will ist, dass der Spargel, in Peru gestochen, nach Deutschland geflogen wird, nur damit man hier nicht erst Ende April, sondern schon zwei Wochen früher die Sehnsucht nach den weißen Sprossen stillen kann.

Man könnte argumentieren, dass das der Lauf der Dinge in einer arbeitsteiligen globalen Weltwirtschaft sei, dass das nur ein weiterer kleiner Effekt auf dem wunderbaren Weg sei, den man „Fortschritt“ nennt und der uns eben die immer bessere, immer schnellere Erfüllung all unserer Wünsche ermöglicht. Man kann mir entgegenhalten, dass ich in den vergangenen Monaten schließlich auch Äpfel aus Südtirol und Bananen aus Südamerika gegessen habe. Das ist alles richtig. Wir leben in Gewohnheiten und freuen uns an der Vielfalt, die der Fortschritt und der Welthandel uns gebracht hat, essen Lachs und Südfrüchte, trinken Wein und Whiskey – alles Dinge, die es in Norddeutschland eigentlich nicht gibt. Aber ist es angesichts von Klimawandel und Umweltbelastung nicht Zeit, wenigstens anzuhalten und nicht immer noch den nächsten und übernächsten Schritt zu gehen, nur weil er eben möglich ist und die konsequente Fortsetzung dessen, was irgendwann vor ein paar Jahrhunderten begonnen hat?

Warum wird gekauft?

Wenn es ein ökologisches Bewusstsein wirklich gäbe, und wenn, wie manche Optimisten es sagen, es stärker würde und irgendwann, noch rechtzeitig, den CO2-Ausstoß und die Abholzung von Regenwäldern stoppen könnte, wäre es dann möglich, dass deutsche Gemüsehändler auf die Idee kommen, zwei Wochen vor dem Beginn der deutschen Ernte Spargel aus Peru in die Auslagen zu legen? Und wäre es dann möglich, dass deutsche Konsumenten dieses Gemüse kaufen? Es wird gekauft.

Und dann der Preis. Tatsächlich gibt es ja in diesen Tagen auch den ersten heimischen Spargel. Er kostet, da er ein rares Gut ist, pro Kilo fast 15 Euro. Der Spargel aus Peru, der um die halbe Welt geflogen und durch die Bücher diverser Zwischenhändler gegangen ist, kostet also ein Drittel des lokal erzeugten und verkauften Produktes. Schon aus diesem Grunde kann doch keiner, der jemals über menschenwürdige Produktionsbedingungen oder fairen Handel nachgedacht hat, diesen Spargel kaufen. Aber er wird gekauft.

Niemand muss ernsthaft Verzicht üben, wenn er den ersten Spargel erst im Mai isst. Im Gegenteil, die Kürze des Angebotes heimischer Früchte, der Erdbeeren, der Kirschen und eben auch des Spargels, macht doch einen Großteil der Freude aus, die ihr Genuss uns bringt, und ihre ungleichmäßige Verfügbarkeit übers Jahr sorgt dafür, dass wir uns in den gemäßigten Breiten eben immer auf irgendwas freuen können. Was für eine freudlose Zeit kommt auf uns zu, wenn es eines Tages wirklich alles jederzeit zu kaufen gibt.

Kommentare (36)

luzieh.fair 12.04.2012 | 19:04

Hach, Herr Friedrich...

das ich das erleben darf:
mir ging es ähnlich, als ich durch den Supermarkt schlenderte und dachte: ach was? Der ist aber früh dran, der Spargel...und dann beim Blick aufs Etikett feststellen musste, dass er von weit weg kam...
Ich schaute meinen Partner an, der das Leuchten in meinen Augen schwinden sah -ja, ich hatte mich ganz kurz gefreut, jetzt schon Spargel essen zu können- und sagte: "wieso können die Leute nicht noch zwei, drei Wochen warten?"
Ich bin nicht immer konsequent beim Einkauf, aber: Spargel und Erdbeeren gibt es bei mir nur in der Saison. Dann aber soviel, dass es für den Rest des Jahres reicht...
Für einige andere Dinge gilt das auch, aber hier geht es ja um Spargel...

Diesmal dichte ich Ihnen nichts an, Herr Friedrich und bleibe friedlich.

Luzieh, freut sich auf den ersten Spargel und den ersten Gang zum Erdbeerfeld!

Bartleby 12.04.2012 | 19:37

Auch ich bin begeistert. Eine richtig gute Widerspiegelung der Realität :-)

Das Einzige, was ich hinzufügen kann ist, dass ich weniger, das fehlende Bewusstsein der Käufer bedauere als das esüberhaupt möglich ist, unvernünftig zu sein. Es wird alles gekauft und gegessen, was der Geldbeutel erlaubt.

Die Ökonomie ist falsch, die es erlaubt, den peruanischen Spargel billiger als einheimischen anzubieten, indem die Kosten für die Umweltsauerei des Transports auf die Gesellschaft abgewälzt werden.

Wir alle bezahlen da mit, auch die Vernünftigen, die einheimische Produkte vorziehen oder im eigenen Garten den Buckel selbst krumm machen. In diesem Sinne Kauft, Leute, kauft.

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Ehemaliger Nutzer 12.04.2012 | 22:14

Mal abgesehen davon, trifft das doch auf sehr viele Lebensmittel zu, wenn nicht unmittelbar so doch zumindest mittelbar über die Zutaten.
Bspw. lyophilisierte Gemüseschnippsel. Die kommen irgendwo aus Osteuropa, zur Haltbarmachung eine Runde Strahlung drauf, ziemlich günstig und in jeder Tütensuppe drin.
Oder der Irrsinn mit den Nordseekrabben, hier gefangen und dann zum pulen nach Tunesien/Marokko verschifft. Will gar nicht wissen wie hoch der Schwund wegen Unterbrechung der Kühlkette ist.
Dann Tomaten, Gurken. Gemüsesorten die viel Wasser benötigen. Die Gemüseküche Europas ist Spanien, also eines der wasserärmsten Länder in der EU, weite Teile des Landes sind von Verwüstung und Bodenerosion bedroht. Das Wasser kommt von Entsalzungsanlagen, welche das rausgeholte Salz wieder in das Mittelmeer kippen. Mikro-Ökosysteme an der Küste werden dadurch vernichtet.

Georg von Grote 12.04.2012 | 22:32

Schöner Beitrag, der mich auch irgendwie an meine eigenen Verhaltensweisen erinnert.
Da freut man sich, wenn Spargelzeit naht. Im Winter käme ich nie auf die Idee, Spargel zuzubereiten.
Wir freuten uns früher auf diese Zeit, aber auch wenn die Kirschen reif wurden, die Zwetschgen und Weihnachten gabs dann Nüsse und Orangen.
Man kochte Kohl, wen es Kohl gab und und und.

Eigentlich lernte man da auch das Produkt auch zu schätzen, auch wenn es einem manchmal fast schon zu viel wurde.

Ich koche gerne und auch aus allen Regionen.
Und da ist man natürlich froh, dass man heute Produkte für asiatische Küche oder andere bekommt.

Aber Spargel, Kirschen, Äpfel, Birnen, Zwetschgen, die haben ihre genaue Zeit.
Sonst könnte ich mich nicht mehr darauf freuen, dass sie reif werden oder eben schießen, wie der Spargel.

roadmin 13.04.2012 | 10:51

Jedes Jahr auf's Neue freu' ich mich auf die Spargelstange. Und damit sie zuverlässig in time auf dem Markt ist, setzt Bauer Bolte auf moderne Methode:

(dpa) Bauer Bolte erntet frühen Spargel dank Fußbodenheizung
Steimbke - Dank einer speziellen Heizungsanlage hat Carsten Bolte aus Steimbke (Kreis Nienburg) schon jetzt den ersten Spargel der Saison gestochen.

Die anhaltend kühlen Temperaturen können seinem Spargel nichts anhaben. Das edle Gemüse sprießt bei dem Landwirt früher, weil eine Art Fußbodenheizung unterhalb der Pflanzen dem Spargel vorgaukelt, dass die Erde bereits so warm ist wie Ende April. Einige 100.000 Euro hat der Agraringenieur vor sechs Jahren in das Holzschnitzel-Heizkraftwerk investiert. 15 bis 17 Euro koste zur Zeit das Kilo in Hannover, sagte Bolte am Freitag. (dpa)

Ach is es nich schön?

Mein kleines CO2 Fussabdrückchen...

Siggi Wiehl 13.04.2012 | 16:22

Ich bin vollkommen damit einverstanden, dass Menschen sich
saisonal versorgen und regional kaufen. Beim Spargel aus
Peru gibt es einige Fakten die ich zur Abrundung des Bildes
erläutern möchte. Die Ware wird nicht eingeflogen sondern
kommt im Kühlcontainer per Schiff nach Europa. Dies ist aufgrund
einer intelligenten Verpackung ( Co2/O2 Austausch) ohne
jegliches Zutun von Fremdstoffen funktioniert. Somit ist die
Co2 Bilanz vor dem Hintergrund eines europ. Transportes
zu sehen - Seefracht Co2-Ausstoss 7 grm pro Tonne und km
LKW 50 gr t/km = 7x weiterer Transport bei gleicher Belastung
möglich.
Peru hat keinen eigenen Spargelkonsum sondern lebt nur
vom Export. In einem Land mit ca 40% Arbeitslosigkeit wurden
in den letzten Jahren ca 100.000 direkte Arbeitsplätze geschaffen, davon leben ca 4-5 Personen pro Arbeitskraft/Haushalt. Dazu kommen noch eine Unzahl von
indirekten Arbeitsplätzen (Verwaltung, Transport usw usw).
In den Dörfern der Produktionszonen gab es in den letzten
Jahren wirtschaftlichen Aufschwung, Strom , fliessendes Wasser
und medizin.Versorgung wurden ermöglicht - die Menschen
haben eine würdige Alternative vor der Landflucht nach dem
"Geschwür" Lima mit ca 15 Mio Einwohnern und allen Problemen die so eine Grosstadt bedeutet. Bauern die vor
den Drogenkartellen in den Bergen (Peru ist der grösste
Cocaproduzzent) fliehen haben in den Küstenregionen
würdige Arbeit und Heim gefunden , Motor dazu ist die
peruan. Spargelproduktion die nach den USA und Europa
auf dem Schiffswege transportiert wird. ca 40% davon als
frischer und ca 60% als verarbeiteter Spargel (Dosen, Gläser).
Somit hat diese Produktionen einen social impact der auch
gesehen werden sollte. Gegen saisonalen Konsum von
Produkten ist absolut nichts einzuwenden, aber wenn wir
statt nur Geld in Länder wie Peru zu schicken, Arbeitsmöglichkeiten aufbauen helfen ( zum Teil wurde der
Anbau durch Eu-geförderte Joint Ventures in Schwung gebracht) ist das eine der möglichen Formen anderen
Menschen auf unserem Planeten auch Zugang zu verbesserten
Lebensbedingungen zu geben. 60% der Arbeitsplätze werden
von Frauen besetzt und dadurch hat sich als "ungeplanter"
Nebeneffekt ein sozialer Machtausgleich in vielen Familien
ergeben. Armut fördert Trunksucht und häusl. Gewalt - seit
die Frauen zu Mit- oder Haupternährerinnen geworden sind
hat sich das sehr positiv auf dieses Problem ausgewirkt.
Das Wasser für die Spargelpflanzen wird als Oberflächenwasser
von den nahegelegenen Andengletschern gewonnen und
den Feldern zugeführt. Einer der peruan. Produzenten ist
Süd/Mittelamerikas erster BSCI-zertifizierter Betrieb (social
conduct - Arbeitnehmerschutz usw. ). Wer mehr zu dem Thema
erfahren will, kann sich gerne bei mir melden...
Zum Thema Startpreis für deutschen Spargel € 15 pro kg.
Das ist ein Ergebnis von Angebot und Nachfrage - wer seinen
Gebrauchtwagen beim Verkauf oder Eintausch, oder seine
Wohnung/Haus oder andere Gegenstände die er/sie
verkaufen will von sich aus dem Billigstanbieter abgibt um ja möglichst keinen Profit zu erzielen darf den Bauern der € 15 für die ersten paar Kilo erzielt schimpfen..
und so sind halt auch diese Inhalte wie so vieles sehr sehr komplex...

Jörg Friedrich 13.04.2012 | 19:50

Bolte würde wahrscheinlich argumentieren, dass sein Holzschnitzel-Heizkraftwerk CO2-neutral arbeitet (nachwachsender Rohstoff)

Ich bin unschlüssig, wie ich zu Boltes Methode stehe. Wenn ich die ablehne, muss ich letztlich wohl auch Treibhäuser und Beregnungsanlagen ablehnen. Würde ich soweit gehen?

Der Unterschied ist natürlich, dass Spargel eben ein nicht-notwendiges Saisongut ist, bei dem es irgenwie unwichtig ist, ob es den nun 2 Wochen früher oder später gibt. Und das Boltes Methode eben diese Strategie des "Weite so" und des "Schneller, Höher, Weiter" ist, mit der wir nie und nimmer zu einer Lösung all der ökologischen Probleme kommen.

Problematisch ist ja auch, dass ich Boltes Spargel seine Spezialbehandlung nicht ansehe, "Peru" steht als Herkunftsland auf dem Schild, "Fußbodenheizung" nicht.

Jörg Friedrich 13.04.2012 | 19:59

Es kann nicht richtig sein dass wir Spargel, den wir hier auch anbauen können, gekühlt um die Welt schippern, wobei die Kühlung in die CO2-Bilanz mit einberechnet werden muss, ganz zu schweigen von der Frage, was das noch für ein Spargel ist. Es kann nicht richtig sein, dass wir Landwirte in Peru mit solchen Unsinnigkeiten beschäftigen, die Klima- und Umweltschädlich sind und am Ende unsere eigene Landwirtschaft (und Kulturlandschaft) zerstören. Das kann man mit keiner positiven Entwicklung in den betreffenden Ländern rechtfertigen - dann sollten wir den Peruanischen Kaffee- und Kakaobauern lieber bessere Preise für die Güter zahlen, die sie und nicht wir herstellen können. Den Welthandel so organisieren, dass alle von ihren lokalen Produkten leben können und das in die Welt schicken können, was wirklich ihr Produkt ist, das macht Sinn - aber nicht die Einrichtung neuer Lieferketten die nur dazu dienen, dass wir hier unseren Spargel ein paar Wochen früher und ein paar Euro billiger kriegen und im Übrigen eine Abhängigkeit aufbauen, die ganz von unseren europäischen Vorlieben und Launen abhängig ist - gerade weil es in Südamerika keinen Markt für Spargel gibt, hat dort der Spargelanbau auch nichts verloren.

Bartleby 13.04.2012 | 20:45

Ich muss Jörg Friedrich absolut unterstützen. Bei aller positiver Auswirkung des Spargelanbaus in Peru - das bestätigt nur die segensreiche Wirkung menschlicher Arbeit als Quelle von Wohlstand.

Aber, neben den Umweltaspekten, es funktioniert langfristig nur, wenn man in diesen Ländern Produktion für den eigenen Markt aufbaut, damit ein richtiger Wirtschaftskreislauf entsteht. Wenn der Wohlstand von billigen Exporten in reiche Industrieländer abhängt, ist das zum ersten Neokolonialismus und zum zweiten macht es Bauer Boltes Investition in eine CO2-neutrale Produktion von Früh-Spargel in Deutschland kaputt.

@Jörg: Ich meine, wenn die Bodenheizung wirklich umweltfreundlich ist, kann man nichts dagegen sagen, auch wenn es sich in unseren Augen um ein "unnötiges Luxus-Produkt" handelt und man auch noch zwei Wochen warten könnte. Es ist die Entscheidung der Konsumenten zur Geldausgabe, die man respektieren muss, solange anderen kein Schaden entsteht.

Aber wir können gerne diskutieren, dass die Käufer dieses Spargels beim Kauf ein Bund Möhren in die Tüte bekommen und zehn der fünfzehn Euro, die sie bezahlen, an den Tafelverein nebendran geleitet werden.

Siggi Wiehl 13.04.2012 | 21:03

Die Entfernungsberechnung 500-1000 fach ist richtig - es geht
hier um einen Vergleich von Waren die man innerhalb Europa`s
auf den Tisch bringt . z.B. Apfelsinen die aus Spanien kommen
oder diverses Gemüse auch Bio, das aus Italien, Spanien und
anderen südlichen Herkunftsländern transportiert wird. Dort
greift der Co2 Vergleich.
zum Thema Spargelanbau in Peru eine weitere Info:
90% des in Peru geernteten Spargels ist grüner Spargel der
während 12 Monaten des Jahres in den Hauptabnehmer Markt
USA geliefert wird. Es wurde also kein peruan. Landwirt auf
weissen Spargel der nur während einiger Wochen konsumiert
wird getrimmt. Beim weissen und grünen Spargel handelt es
sich um dieselbe Pflanze, die für die paar Wochen in denen
das Produkt nachgefragt wird, weiss geerntet wird. Abgesehen
davon ist das Kernstück der Produktion für die Verarbeitungs-
industrie Gläser/Dosen gepolt und die Möglichkeit während
einiger Wochen des Frischekonsums wurde aufgrund der
speziellen Verpackung erst ermöglicht. Es wurde also niemand
dazu angeleitet dem europäischen Spargel einige Tage zuvorzu-kommenm , sondern die Geschäftsmöglichkeit hat sich aus
den bestehenden Produktionsverhältnissen ergeben. Es ist
zudem so, dass die europ. Verbraucher unisono in allen Ländern
den regionalen und heimischen Produkten den Vorrang geben
und die Peruaner aus dem Markt gehen müssen sobald heimische Ernte verfügbar ist - das geschieht so jetzt in diesen
Tagen. Nochmals : es geht nicht darum Importkonsum zu forcieren, aber jene Konsumenten die schon ein paar Tage/Wochen vor Verfügbarkeit heimischer Ware das Produkt
kaufen und konsumieren wollen haben Teil an einem social
impact. Peru ist ca 3000 km lang und hat unterschiedlichste
klimatische Bedingungen , von Wüste bis zu Urwald - nicht
überall wächst alles zu gleichen Teilen - die Kaffee Kakao-
produktionsgebiete liegen fernab von der Gegend in der
Spargel angebaut wird. Wenn man die Dörfer dort besucht und
sieht wie die Menschen sich glücklich schätzen langfristige
Arbeitsplätze zu haben - (grüner Spargel wird auf völlig
andere Art konsumiert als weisser - es ist ein Bestandteil von
Gemüsegerichten und somit nicht von Launen abhängig ) der
kann nachvollziehen, dass diese Art von social business auch
seine Berechtigung haben kann.
Es ist verständlich, dass man sich wundert ob Spargel eine
lange Seereise ohne qualitat. Beeinträchtigung übersteht -
am besten ist es sich zu überzeugen . Machen Sie eine
Blindverköstigung mit peruan. und deutschen ( wurde vor 3 Jahren vom Süddeutschen Rundfunk organisiert ) und Sie werden auf ein ähnliches Ergebnis kommen - es ist kein
Unterschied zu bemerken... Die Produktions und Transport-
wege wurden von einem unabhängigen Schweizer Unternehmen
geprüft und zertifiziert, man könnte das Produkt mit dem
Label Co2 friendly auszeichnen... Es gibt natürlich viele
Dinge die nicht sein müssen aber hier die peruan. Bauern in die
Pflicht zu nehmen und vieles vieles was man täglich in Kauf
nimmt zu akzeptieren ist halt ein Ergebnis unseres Lieblings-
kindes , der Ambivalenz die dem Menschen so eigen ist...

ottomueller 14.04.2012 | 01:36

Tja,was kommt heute noch ohne Zertifikat auf den Markt?

Der peruanische Spargel wird in agroindustriellen Komplexen angebaut. Soll heissen alles Grossbetriebe mit mehreren 1000Ha. Mit Landwirtschaft hat das soviel zutun wie die beruehmt-beruechtigte Haehnchenmast in D. Bauern, insbesondere Kleinbauern sind schon garnicht im Spargelanbau involviert, weil sich das fuer die nicht lohnt. Gefragt ist uniforme,gleichmaessige Qualitaet um gute Preise zu erzielen und das ist meist weniger als 10% der Ernte eines Bauern. Das laesst sich auch mit Kaffee und Kakao nicht vergleichen,weil das traditionelle Urwaldkulturen sind,waehrend der Spargel ein gemaessigtes Klima braucht.

Angebaut wird der Spargel in der peruanischen Kuestenwueste, wo es im allgmeinen nicht regnet,ergo muss der gesamte Wasserbedarf kuenstlich bereitgestellt werden. Wenn nicht durch Oberflaechbewaesserungssysteme, bei denen das Wasser aus einem der wenigen wasserfuehrende Fluesse entnommen wird, wird Grundwasser "auf Teufel komm raus" gepumpt. Das hat in einigen Kuestengegenden, Grossraum Ica, dazu gefuehrt das der Grundwasserspiegel von frueher ca. 10m, auf inzwischen 100m abgesunken ist. Fast alle fuer die Wasserversorgung notwendigen Brunnen der Bauen(die keinen Spargel anbauen) sind trockengefallen. Abseits der Oeffentlichkeit findet dort (in Ica) bis ins Hochland schon ein Krieg ums Wasser statt. Da werden naemlich einfach Gebirgsfluesse umgeleitet,ohne irgendwelche Ruecksicht auf die dort wirtschaftenden Bauern zunehmen, um die Grundwasserspeicher im Raum Ica wenigstens halbwegs wieder aufzufuellen.
Wegen der besonderen klimatischen Situation kann in Peru ganzjaehrig Spargel angebaut werden. Moeglich sind bis zu drei Ernten. Limitierender Faktor sind uebrigens die Weltmarktpreise fuer Spargel,die inzwischen durch die starke chinesische Konkurrenz beeinflusst werden.
Gerade der Anbau von "weissen Spargel" ist attraktiv, weil eben zeitpunktgesteuert, genau fuer den deutschen Markt der Spargel dort im Gemueseregal auftaucht,wenn der deutsche Konsument sowieso den ersten frischen Spargel erwartet. Da wird Kasse gemacht.
Frueher gab es auch so einen Nischentermin im Januar, da konnte nur Peru frischen Spargel auf den Markt bringen, aber da sind wohl die Chinesen mit ihrem Spargel eingestiegen.

Und so koennte man stundenlang weiter schreiben ......

sisindi 14.04.2012 | 16:17

Liebe Leute, hat schon mal jemand von euch Peruanischen Spargel gegessen?
Also ich bin ja sonst total öko, fahre nur Fahrrad, heize wenig...etc., aber der Peruanische Spargel ist mir schon länger aufgefallen, den gab es schon im Winter und davor, und er lag da so rum und tat mir Leid und ich dachte, wenn er schon soweit hergereist ist, probiere ich ihn doch mal (ja weiß ich auch, umgekehrt wird ein Schuh draus: nicht kaufen, damit er nicht weiter importiert wird), aber was soll ich sagen? Es ist der zarteste Spargel, den ich je zwischen den Zähnen hatte und er ist frischer als der vor Ort geerntete, der nach kürzester Zeit angetrocknet im Gemüseregal gammelt oder auf dem Markt, weil er luftdicht verpackt ist. Da kann der Fränkische nicht mit.

Siggi Wiehl 14.04.2012 | 16:20

ja man kann und sollte stundenlang schreiben um möglichst
viele Fakten zu kennen die dann für Kaufentscheidungen eine
Grundlage bilden.
Es ist richtig, dass in ICA (südl. von Lima ) grüner Spargel mit
Wasserraubbau angebaut wird -
wir sprechen hier von weissem Spargel der im Norden (Trujillo)
angebaut wird. Unter der früheren Regierung wurde Oberflächenwasser von den Anden in Kanäle gefasst und die
die neu erschlossenen Anbaugebiete geleitet. Es handelt sich
bei dem zur Bewässerung dienenden nicht um Grundwasser oder umgeleitetes Flusswasser - das kann sogar mit
Google Earth nachvollzogen werden - ich habe es selbst
gesehen und es wurde von dem Schweizer Umweltpüfunternehmen auch begutachtet.
Es ist richtig, dass es sich um Grossanbauflächen handelt
die von Untenehmen investiert und bearbeitet werden.
Die Bewirtschaftung hat Arbeitsplätze auf allen Ebenen
geschaffen,von Feld Abpackarbeitern/innen, Lagerarbeiter/innen, Agraringenieure, Spezialisten für Anbau
Verwaltungsarbeiten , es ist nun mal auch in Peru so wie bei
uns in Europa, dass der überwiegende Teil der Werktätigen
Angstellte sind und nicht selbstständige Unternehmer und Bauern. Die Menschen in diesen Gebieten hatte schlicht und
einfach vor der Implantation dieser Prodktionsgebiete keine
Arbeitschancen - die Folgen der Verelendung sind heute
noch zu spüren. Es gibt ja auch nicht nur böse Unternehmer
die ihre Mitarbeiter/innen ausbluten sondern sie mit Anstand
und Würde behandeln. Auf der Website www.danper.com -
soziale Verantwortung können die Engagements eines der
führenden Exporteur für weissen Spargel aus Peru nachgelesen werden. Wer sich davon selbst überzeugen will ist herzlich
zu einem Besuch eingeladen und man wird s t a u n e n was
es dort zu sehen und erleben gibt - da geht einem das Herz
auf...
Und nochmals zum Thema Konkurrenzierung des deutschen
Spargels: Sobald erste europ. Ware am Markt ist wird der
peruan. nicht mehr gekauft und zwar bereits von den
Einkäufern des Filialhandels und die Peruaner stoppen ihre
Exporte für den Frischmarkt ab dem zu erwartenden europ.
Erntezeitpunkt.
Dass es ein früheres Jännerfenster für Peruaner gab das jetzt
von Chinesen besetzt ist stimmt leider nicht. Im Jänner wurde
früher Flugware aus Peru verkauft, was aus preistechn.Gründen eingestellt wurde. Die Chinesen sind lediglich in der Konservenindustrie tätig - China ist mit Abstand der weltweit
grösste Spargelproduzent (Insgesamt wird mehr produziert als vom gesamten Rest der Welt). Der Frischmarkt wird möglicherweise für chin. Inlandskonsum beliefert ,die Exportrate ist Null. Peru bietet sein Produkt in einer zeitl. Nische an, produziert unter ökolog. vertretbaren Bedingungen , transportiert mit vertretbarem Energie Co2 Bedarf und
leistet einen social impact im eigenen Land mit dieser
Produktion. Lassen Sie doch einfach jene Leute die auch schon gern mal im März weisse frische Spargel essen wollen es tun ,
der Gusto auf die kommende deutsche Saison wird dann
animiert. Deutschland ist Europa`s Spargelanbauleader geworden und hat seinen Verkauf in den letzten Jahren
enorm gesteigert - es geht den deutschen Spargelbauern
gut - gönnen wir doch den peruan. Arbeitern/innen ihr Einkommen aus einem Geschäft das sich indirekt sogar positiv für den deutschen Anbau auswirkt .

ottomueller 15.04.2012 | 03:32

Na, bei soviel netten Worten kommen einem ja fast die Traenen :-)

Ob das alles wirklich so oekologisch und sozialvertraeglich ist wie vorstehend beschrieben wage ich dann doch zu bezweifeln. Da nuetzen auch die verkaufsfoerdernden Zertifizierungen nichts.
Zum Wasserverbrauch: Da wird zwar mit Oberflaechenwasser bewaessert, aber spaetestens wenn die Speicherkapazitaeten der Andengletscher(Grossraum Huaraz) durch das abschmelzen verschwunden sind,dann ist unten auch "Feierabend" mit dem Wasser. Da stehen die Zeichen schon deutlich auf Konflikt mit den am Oberlauf sitzenden Wassernutzern(Energieerzeuger/Wasserkraft,andine Dorfgemeinschaften).
Noch mal zur Erinnerung: Der Spargel u.a. Nahrungsmittel werden in einer extremen Wuestenumgebung ausschliesslich zum Export angebaut. Auf dem nationalen Markt werden ausschliesslich Ueberschuesse "abgeladen" und das zu Preisen die sich die Saisonarbeiter sicherlich nicht leisten, bei einem Tageslohn von ca. US-$ 15,00.

Durch die in den letzten Jahren zugenommenen Bewaesserungsaktivitaet und einem fehlenden dauerhaften Entwaesserungsmanagement ist uebrigens der Grundwasserspiegel deutlich angestiegen. In der Region Trujillo gehen ca. 100 bis 200Ha Ackerflaeche pro Jahr durch Versalzung verloren. Redet man vor Ort nicht gern drueber und den Touristen werden werden sowieso nur die glaenzenden,blitzenden Zuckerseiten gezeigt.
Oekonomisch rechnet sich die Sache natuerlich nur fuer die Besitzer der Agroindustriellen Betriebe. Die haben die Flaechen in 1000ha Bloecken vom Staat "ersteigert", Durchschnittspreis ca. US-$ 500,00 - 1.000,00/ha. Wenn man dem die Kosten der Bewaesserungsinfraestruktur gegenueberstellt, die sich auf ca. US-$ 25 000,00/Ha belaufen und vom peruanischen Staat(=Allgemeinheit) gebaut,unterhalten und bezahlt werden,dann kommt man natuerlich schon ins Gruebeln. Gleichzeitig werden nur symbolische US-$ 0,05/pro m3/Wasser bezahlt,wenn es eigentlich mind. US-$ 0,20-0,30 sein muessten.

Eigentlich alles so wie immer: Gewinne werden privatisiert, Kosten werden sozialisiert.
Aber Hauptsache zertifiziert,da ist der Spargel doch sofort noch bekoemmlicher :-)

weinsztein 15.04.2012 | 05:16

@ Jörg Friedrich,

diese Kolumne geht mir wegen der massiv enthaltenen moralischen Säure ein bisschen auf die Nerven.

Sie essen im Winter Bananen, die nicht im Münsterland aufgewachsen sind, genießen vielleicht Lachs aus norwegischer Käfigzucht oder Tomaten aus niederländischen Treibhäusern oder solche in Ihrer Umgebung. Knoblauch im deutschen Winter stammt oft aus China. Und so weiter. Aber beim Spargel aus Peru hört für Sie der Spaß auf. (Ich tippe, die "Spar-Gel"-Überschrift war eine Zutat der Redaktion, die beim Verfassen von Titel und Vorspännen seit kurzem immer geschmeidiger wird.)

Spargel aus Peru gibt es, glaube ich, den ganzen Winter in Deutschland, das Angebot wächst, wenn es feierlich wird, also um Weihnachten und Ostern. Spargel, der per Schiff von Südamerika nach Deutschland gebracht wird, dürfte eine deutlich günstigere Ökobilanz aufweisen als spanisches, griechisches, türkisches Gemüse, das per LKW importiert wird.

Bis vor zwei Wochen war ich einige Zeit in Deutschland. Anfang Mai sah ich bei Aldi Süd diesen peruanischen Spargel. Es war Samstag, Spätnachmittag, die Ware musste raus, das Pfund für 98 €-Cent statt 2,98 €, ich kaufte gleich ein Kilo.
Köstlich! (Ich kann mir's nicht verkneifen: ich habe ihn geschält, quer in mundgerechte Stücke geschnitten, in Butter mit etwas Öl gebraten, gesalzen, gepfeffert, mit wenig Zitrone und reichlich Sahne abgelöscht, ihn noch vier, fünf Minuten schmurgeln lassen. Dann haben wir ihn genossen, zusammen mit von Serranoschinken umwickelten Medaillons vom Schweinefilet.)

Die Hinweise von @Siggi Wiehl zum peruanischen Spargelanbau finde ich hilfreich. Danach hätte auch der Freitag-Kolumnist googlen können.

Wer zu Beginn der deutschen Spargelzeit - so Anfang Mai - den einzig wahren deutschen Spargel zu etwa 15 bis 20 € pro Kilo genießt, sollte wissen, dass da der Stundenlohn der meist osteuropäischen Spargelstecher von sechs, fünf und weniger € drinsteckt, abzüglich der Kosten fürs Feldbett in der Scheune. Da strahlt der deutsche Spargelbauer.

Ihr Plädoyer für saisonale Ernährung in Deutschland, lieber Jörg Friedrich, ist von irgendwie sympathischer Einfalt, wie mir scheint auch eine Anbiederung ans grassierende "slow-food"-Gesumse und die Ökovertreter der ersten Stunde. Zugleich ein Appell an die Ernährungsgewohnheiten der 50-er, 60-er Jahre, an die Beschränkung auf Weißkohl, Sauerkraut, Wirsing, Möhren, Sellerie, Porree, Kartoffeln und getrockneten Hülsenfrüchten. Alles Lebensmittel, die ich sehr gerne esse; ich ergänze sie gern.

Heute wird alles Mögliche weltweit gehandelt und verkauft: Autos, Maschinen, ganze Fabriken, Stoffe, Chemikalien, Bekleidung.
Recherchieren Sie z.B. die Fertigung von Blue Jeans, vom Baumwollanbau sonstwo über die Weberei ganz woanders, die Schneidereien, von wo diese Hosen für ca. vier bis acht € abgegeben werden bis sie als Armani, Diesel, Levy oder als sonstwas für 60 bis 220 € in europäischen Boutiquen vertickt werden. Alles wird von hier nach da verschifft, hin und zurück, her und hin.

Aber halt! Beim Spargel aus Peru geht es zu weit.

Free World 15.04.2012 | 10:10

herrlich. spargel statt gras(s). :)

doch das problem geht tiefer. selbt dort, wo man bequem per rad co² neutral spargel beim hofe erwerben könnte und zwar tief feucht, stechfrisch und sogar just-in-time geschält - macht einen euro mehr - liegt der vertrocknete spargel, der dann selbstreden holzig wird, im supermarkt rum, kommt aus griechenland, peru oder sonstwo und kosten 5 - 6 euro inkl reichlich abfall, eben wegen holzig.

ich lebe in einer spargelecke und dank selbstvermarktung. erntefrischen stechens und wegfallender transportkosten gab es denn ersten heimischen spargel in dieser qualität vor einer woche für unter 9 euro ungeschält. gleichwohl, der hartholzspargel liegt auch hier überall in den märkten rum, wird gekauft und jeder mit bewußtsein für frische, heimische produkte und/oder allgemein höherm bewußtsein fragt sich warum.

aber und da muss man dann die psyche auf des bewußten einkäufers hinterfragen - warum kauft man eigentlich bananen und am besten die ökologisch völlig absurde form davon? nämlich biobananen, die garantiert nicht per rad co²-neutral hier ankommen und für die jede schifffahrt das sichere verderben ist?

objektiv korrektes bewußtsein scheitert halt an subjektiven maßstäben und also ist scheitern die einzig mögliche variante persönlichen dasein gemessen an objektiven maßstäben. lernen wir damit zu leben und erklären die jeweils scheiternden mehrheiten zu armen seelen im geiste...

...ps
was mich alljährlich interessiert bei dem vielen hartholzspargel am ende des tages in den supermärkten - wie ist die verteilung verkaufen / wegwerfen in tonnen? falls da mal ein journalist (m/w) ein wenig recherschieren könnte. am besten getrennt nach spargelregionen und solchen, die das nicht sind...danke im voraus.

Siggi Wiehl 15.04.2012 | 11:45

na ja, dann werde ich mich mal outen - ich bin kein
Tourist der sich von glänzenden Zahlen blenden lässt oder
ein Weltverbesserer dem die Tränen kommen wenn ich
soziales Engagement sehe.
Ich bin einer der 4 europäischen Importeure von peruan.
Spargel und kann dafür „schuldig“ gesprochen werden
pro Saison ca 80 Containerladungen zu importieren.
Die Zahlen mit denen ich operiere sind mir nicht vorgelegt
worden sondern in einem ausführlichen Dialog während
der vergangenen 5 Jahre in Zusammenarbeit mit „my climate“ (Schweiz) erarbeitet worden. Vom sozialen
Engagement meines Lieferanten, Danper Peru habe ich
erst im Laufe der ersten persönl. Kontakt vor Ort erfahren und es war mein Input diese Informationen
auch an die Kunden weiterzugeben. übertarifliche Löhne,
freiwillige Kranken und Pensionsversicherung, medizin.
Betreuung im Betrieb, physiotherapeutische Behandlung
durch 2 Therapeuten ( die Arbeit ist natürlich hart ) Organisation von fliessendem Wasser , Strom und asphaltierten Strassen, Kindergärten, Schule und Freizeitaktivitäten in jenen Dörfern in denen die Arbeiter/innen von Danper ( 8000 Arbeiter/innen )
beschäftigt sind, Alphabetisierungskampagne, täglicher
Ernährungszuschuss in Form von Lebensmittel, Einhaltung der Bedingungen des BSCI aus eigenem Antrieb ( der Betrieb wurde zertifiziert und hat das Zertifikat auf Anhieb geschafft ohne, dass vorab an den
Arbeitsbedingungen geschraubt werden musste ). Das sind alles Dinge welche die Firma von sich aus gemacht hat und als ich sie Stück für Stück kennenlernte war es
mein Vorschlag dies auch publik zu machen. So kam der Entrag auf der Website (soz. Verantwortung) zustande.
Das Inhaberehepaar sind meine Freunde geworden und
in vielen Diskussionen hat mir Jorge Aranguri erklärt
warum er dies alles macht - die Firma hat keine
Heilsarmeeambitionen aber die Besitzer haben verstanden, dass im Mittelpunkt allen Handelns der
Mensch stehen muss - und wenn man auf die menschl.
Bedürfnisse eingeht erzielt man Loyalität und logischerweise auch mehr Produktivität. Danper verdient mit Nachhaltigkeit Geld - das wollte den hiesigen
Supermarktketten gar nicht in den Kopf, denn die meisten Betriebe jammern, dass Nachhaltigkeit Geld
kostet -
Zu dem Thema Wasserkosten werde ich mich schlau
machen und gerne Zahlen beisteuern.
Zum Thema Holzspargel am Ende des Tages habe ich
folgende Meinung: Durch die Konzentration im Handel
kam es auch zu einer Konzentration in den logistischen
Verteilerwegen , d.h. die Frische leidet bei sämtlichen
Produkten welche nicht regional - und das geht meist
nur im Sommer - über den Ladentisch gehen. Die Ware
wird an Verteilungsläger ausgeliefert, dort je nach
Zug beim Abverkauf gehortet , geht dann an die regionalen Kleinverteilerläger und in die Geschäfte...
das wirkt sich für den Spargel der offen verkauft wird
(deutscher, griechischer, spanischer und andere Proveninienzen ) nicht positiv aus. Die peruan. Verpackung hingegen lässt den Spargel frisch bis hin ujm Kochtopf bleiben, weil man ihn ja erst dann öffnet - das kann man Saison für Saison testen -
die Zuwachszahlen der vergangenen Jahre sind der Beweis dafür. Der Konsument/in ist ja nicht dumm und
kauf kein 2.mal wenn das Zeug nichts taugt.
Die „Holz/wegwerfzahlen „ sind also zum Teil hausgemacht und strukturbedingt und betreffen auch
deutschen Spargel der über die Supermarktschiene vertrieben wird - das ist systemisch bedingt. (Darum wurden ja die Tomaten geschmacklich totgezüchtet weil
vor allem die Haltbarkeit ausschlaggebende Anforderung an die Saatguthersteller war ). Nun lebt ja nicht jeder
europ. Bürger in einer Spargelecke - die Schweizer z.B.
mit dem weltweit grössten pro Kopf-Konsum ( 10 Mio kg
pro Saison bei Mio Einwohnern) produzieren selbst
überhaupt keinen weissen Spargel und bei grün decken sie ca 3-5 % des Bedarfs. Die müssten dann ja alle mit
dem PKW oder mit dem Fahrrad (Velo) nach Deutschland um die Ecke kommen um das leckere Gemüse auch essen zu dürfen.
Ich werde die „Wegwerfzahlen“ nachreichen , die Supermärkte geben sie gerne bekannt, weil jede Verbesserung ihnen sehr am Herzen bzw an der Geldtasche liegen. Peruan. Spargel stellt nunmal eine
eklatante Verbesserung dieser Zahlen dar.

Mir als ich möchte doch mal sagen - „bewusstem“
Kaufmann -( ich hoffe es wird mir nicht allzu krumm
genommen ein Mensch zu sein der mit dem Handeln
seinen Lebensunterhalt verdient ) geht es darum, dass
man jene Konsumenten/innen welche peruan. Spargel
konsumieren zwar „objektv gesehen“ als Scheiternde
betrachtet das eigene „Scheitern „ im konsumierenden Alltag jedoch auch miteinbezieht.
Mein Dialog mit den "direkten Kunden“ fliesst in meine
Gespräche mit den Produzenten mit ein und noch ist
deren Haltung so, dass sie zuhören und wenn es geht
annehmen und verbessern... ich kenne leider wenig
europ. Betriebe (bin doch schon 30 Jahre im Geschäft)
die so einen Austausch suchen und pflegen. So und
jetzt dürfen wieder ein paar Tränen fliessen... :-)

Free World 15.04.2012 | 14:20

danke siggi für all deine zusatzinformationen.

ich will den spargel aus peru in keinster weise mies machen. wenn er gut ist und noch frisch geung im handel zu erwerben ist - bon. meine beiden hauptpunkte waren

a: dass selbst in einer spargelregion wie der meinen, der trockene supermarktspargel kistenweise zu finden ist und dies, zieht man den abfall ab, im vergleich zum direktvermarkter, von den gibt es hier viele, kaum günstiger ist. im vergleich zu preis/leistung ohne hin nicht günstiger ist. da verstehe ich den lokalen michel einfach nicht. zudem: das kilo am anfang der saison für gute ware für unter 9 euro ungeschält, wird zu dem erheblichen preisdruck auf die vermarktung via supermärkte co. sorgen. aber das ist ein ganz anderer punkt.

b: wann immer und wo immer mensch produkte aus nicht regionaler herkunft bezieht ist das subjektive leben als konsument immer objektiv im bezug auch auf nachhaltigkeit unperfekt. man hat als konsument nur die wahl, etwas weniger schädlich zu sein. man möge sich über alle die produkte nicht nur aufregen, sondern im regal stehen lassen oder gar zurück geben, die irgendwie aus einem land kommen, wo wahrscheinlich die bedienungen mies bis ganz mies sind und/oder weite wege hinter sich haben. die eigene wohung inkl. dem kühlschrankinhalt würde recht spärlich ausfallen.

falls du noch zahlen für die wegwerfrate bei spargel im handel ggf. nach herkunft findest - gerne. wenn ich registriere was in den ketten märkten abends aus meiner sicht an sich noch unverkäuflich rumliegt und das auf deutschland hochrechne - es müssen tonnen sein...

claudia 15.04.2012 | 14:48

>>Spargel, der per Schiff von Südamerika nach Deutschland gebracht wird, dürfte eine deutlich günstigere Ökobilanz aufweisen als spanisches, griechisches, türkisches Gemüse, das per LKW importiert wird.
Ein kleiner Wermutstropfen in der süssen Ökobilanz: Vom Hafen zu küstenfernen Orten wird das Importgut ebenfalls auf der Strasse transportiert.
Das ressourcenzehrende Transportsystem ist natürlich ein eigenständiges Thema wert.

j.kelim 15.04.2012 | 15:30

Ich bin nicht sonderlich gebildet und deshalb nur fast auf die Vorführung/Verführung gefühlsmäßigem Sozialem Ökogewissen anzuspringen, das mit fast schon genialer Manipulationsstrategie, einer Augenbinde gleichkommt, um nur eines Hoffähig zu machen, uns allen den

- Neokolonialismus - als eine soziale Errungenschaft zu verkaufen -

Jörg Friedrich 15.04.2012 | 16:07

weinsztein, Sie haben ja selbst zitiert dass ich geschrieben habe, selbst im Winter Bananen und Apfelsinen zu essen, Wein und Whiskey zu trinken usw. Damit wollte ich gerade darauf hinaus, dass ich mich selbst nicht als Ökologischen Vorkämpfer sehe. Das Beispiel Spargel aus Peru hat mich zum Nachdenken gebracht. Für mich war sofort und intuitiv klar: "Das kann nicht richtig sein!" Aber warum? Was unterscheidet den Spargel aus Peru vom Weil aus Südafrika? Genau, vom ökologischen Standpunkt betrachtet: nichts.

Ich bin so wenig wie viele andere in der Lage, meine Gewohnheiten von einem Tag zum anderen aus besserer Einsicht zu ändern. Das erste ist, zu versuchen, eine Grenze zu ziehen. Peruanischer Spargel ist so eine Grenze, aber sie trennt nicht das Richtige und Akzeptable vom Falschen und Verwerflichen, sondern sie bringt mich dazu, nicht noch weiter auf dem selbstverständlichen Weg des "Fortschritts" der globalisierten Bedürfnisbefriedigung zu gehen. Wenn man sich erst mal eine Grenze gezogen hat, dann ist man vielleicht irgendwann in der Lage, umzukehren.

Free World 15.04.2012 | 16:31

nun, ist doch ohnehin alles relativ.... Sie könnten sich die frage stellen was besser ist.

also - ob z.b. ein halbwegs ökologisch angebauter spargel aus peru, der für verbesserte, soziale bedingungen im lande vor ort sorgt und hier trotz der langen vertriebswege samt seiner schlechten co² bilanz in den läden vielleicht komplett verkauft wird im gegensatz zu spargel im selben supermarkthandel aus nicht ökologischer produktionsweise aus griechenland und/oder deutschland trotz besserer co² bilanzen (bezogen auf die vertriebswege) vielleicht umfassender in den müll geht.

nun, was ist, was scheint besser zu sein für jemanden, die/der nicht in einer bevorzugten gegend für den dritten weg lebt?

Georg von Grote 16.04.2012 | 04:29

@ Siggi Wiehl,
da müssen nicht unbedingt Tränen fließen :-)

ich schrieb ja schon oben, dass ich ein Freund von saisonalen und regionialen Produkten bin.
Aber unser Kochgewohnheiten haben sich nuch auch verändert.
Zwangsläufig muss man da auch auf Produkte zugreifen, die hier bei uns nicht wachsen oder gefischt werden können.

Bisher, gebe ich zu, bin ich dem Spargel aus anderen Ländern, bis auf Frankreich oder Griechenland immer aus dem Weg gegangen. Allerdings wird der während der europäischen Spargelzeit auch relativ frisch geliefert, wenn man den richtigen Händler hat. Wobei der französische, vor allem auch der mit den blauen Köpfen immer seltener wird.

Ich werde den peruanischen, sobald er mir über den Weg läuft, probieren. Egal zu welcher Jahreszeit :-)
Man muss auch über Schatten springen :-)

Siggi Wiehl 16.04.2012 | 13:41

also erstmal ein Dankeschön an die regen Beiträge - das ist
genau das wasich gesucht habe - wir wollen mit den Konsumenten in einen Dialog treten - in der WELT war vor kurzem in einem Inteview zu lesen: Wissen ermöglicht vor allem
zu entscheiden.. ich stehe dem Dialog sehr offen gegenüber und
lerne gerne auch von den Argumenten die ich von euch bekomme.
also: die Wegwerfzahlen bekomme ich im Laufe der nächsten Tage von meinen Supermarktkunden geliefert. Nochmals:
das Frischethema ist effektiv ein Logistikthema und auch ein Thema wie schnell ein Frischeprodukt gedreht wird. Aldi hat
diesbezüglich ein vorteilhaftes System weil sie beim "vor Ort"
Verteiler nur die geschätzten Tagesbedarfmengen abrufen und
aufgrund der meist sehr guten Preise die Ware blitzschnell
umsetzen was der Frische zugute kommt. Edeka hat 10.000
Geschäfte und dreht über 3 grosse Zentralen - da ist das
Frischethema schon schwieriger zu bewältigen.

Spargel ist keine Frucht sondern wir essen den Trieb - d.h.
der Spargel wird gestochen - das ergibt bei der Pflanze eine
"Schnittwunde" (ähnlich wie bei Blumen) und die Pflanze schützt
sich durch das "vertrocknen" am Ende des Stils.. dieser "trockene" Propfen verlängert somit die Konsumdauer -
natürlich ist es am besten wenn man den Spargel frisch vom
Feld geschnitten auf den Teller bringen kann - nur wer kann das
wenn er nicht direkt um die Ecke einen Produzenten hat.
Die Frische kann man wie folgt prüfen: a) ein alter Spargel
fällt ein und hat so eine Art Runen -b) man knickt eine Stange
und wenn ein Tröpfchen Wasser wegspringt ists gut c) man
reibt die Stangen aneinander und wenn es quietscht ist er auch
ok - auch wenn unten am Stil 1-2 cm trocken sind. Die muss
man halt vor dem Kochen wegschneiden - Rosen sollten ja
auch immer wieder angeschnitten werden damit sie länger halten..

wie entsteht der Preis bzw der Preisdruck: bei saisonalen
Produkten - Spargel ist noch eines der wenigen die übriggeblieben sind ( daher bin ich als Händler auch nicht
für ein Ganzjahresangebot ) werden naturgemäss am Anfang
einer Saison bessere Preise erzielt - der Handel will bei den
ersten sein die anbieten und die Produzenten möchten am
Start einer Saison auch von der animierten Nachfrage profitieren. Dann kommen nach und nach mehr Anbieter
auf den Markt und insgesamt wird der Markt mit mehr Ware
bedient . auf den deutschen Markt drängen Spargel aus Marokko, Spanien,Frankreich, Polen, Ungarn, Holland, Griechenland, Slovakei, natürlich Deutschland und in der
"Vorsaison" Peru. Je nach dem Zusammenspiel von Wetter
Konsumentennachfrage ergibt sich das Angebot/Nachfragespiel. Bei den Konsumenten spielt das
Wetter in Deutschland eine grosse Rolle - ein paar Grad kühler
und die Nachfrage sinkt r a s a n t - sonniges Wetter und die
Nachfrage kann innert Stunden explodieren - vor allem wenn
dann noch ein Wochenende oder Feiertage abzudecken sind.
Im Produktionsgebiet steuert das Wetter den Warenausstoss
da die Pflanze ja auf die Temperatur reagiert - hopp oder dropp..
Dem Markt kann sich kein Teilnehmer entziehen - deutscher
Spargel wird von den Konsumenten/innen besser bewertet und
erzielt bessere Preise als Importspargel. Wenn aber die
Griechen so wie in diesen Tagen Preise machen, dass Aldi oder
Lidl den 500 grm Bund um € 1,39 verkaufen können wird sich
deutscher Spargel schwer tun wenn er € 9,00 p kg erzielen will -so weit geht die Liebe der deutschen Geldbörse dann doch
nicht. Wir sprechen immer von "grossen Bewegungen". Der
Bauer in der Nachbarschaft kann auf dem Regionalmarkt
paralell zu günstigen Handelskettenpreisen einen mehrfachen
Preis erzielen - weil einzelne Kunden/innen dazu bereit sind
für ein regionales Produkt mehr zu bezahlen - für das
Verständnis muss man in den Vertriebsströmen von ca 80 Millionen denken - und so kann ja jeder ( der will und kann )
selbst entscheiden wo er/sie zugreift - ausser er wohnt in einem
Ballungsgebiet fern von regionalen Märkten.

franz. mit blauen Köpfen: er wird violetter Spargel genannt und
wird in den "Köpfen " der verantwortlichen Einkäufer als mindere Qualität ist, was zwar ein Quatsch ist aber aus unserem
Perfektionsdenken stammt. Sie meinen nur blütenweisser
Spargel ist o.k. die Farbe vio stammt daher weil das hinzukommende Sonnelicht die Fotosynthese startet - wenn man ihn lange genug herauswachsen lässt wird der dann halt
grün aber an der Qualität tut dies gar nichts. Weil die Franzosen
aber von den Deutschen wenig Geld für den vio bekommen
essen sie ihn lieber selber - er ist ja völlig o.k. ich esse ihn auch
ohne einen Unterschied zu machen.

zum Thema Neokolonismus: da bin ich selber nicht sattelfest -
aus meinem Empfinden leben wir in einer Welt in der jeder
Arbeit braucht und sucht und die Länder tauschen ihre Waren
aus - wir liefern mehr und mehr die techn. Produkte und in
Aufbauländern ist nun mal die Landwirtschaft ein basic-Thema
die Arbeiten in diesem Wirtschaftszweig können auch von
Menschen erbracht werden die nicht das Glück hatten tolle
Bildungssysteme vorzufinden. Im Fall von Peru gab es in der
Gegend Trujillo die Alternative Armut ( es gab dort Null
Industrieangebot) oder Landwirtschaft - jetzt leben im Grossraum ca 1,5 Mio Personen und es ist die einzige Provinz
in Peru in der es keine Arbeitslosigkeit gibt - der Durchschnitt
im Land liegt bei ca 30 %. Die Analphabetenrate ist gewaltig -
Kleinkriminalität und Gewalt sind ein grosses Problem -
Arbeit ist ein Teil des Weges der helfen kann - so sehe ich das..
natürlich wurde dieses Land von den Reichen und Mächtigen
von der Politik ( Leuchtender Pfad ) Militärregierungen Hinterhof USA ausgeblutet - aber jetzt gibt es seit ca 15 Jahren
Unternehmer die investieren und Vertrauen in die Zukunft haben - der derzeitige Präsident ( ein Chaves und Castrofreund) agiert so, dass man in dem Land eine Hoffnung
für eine Zukunft in der sich hoffentlich ein Mittelstand bilden kann der die Gesellschaft trägt... es ist nciht einfach, weil die
Coca-Mafia (Peru ist der grösste Produzent) geschützt von
Paramilitärsdie Währung unter Druck setzt - der Sol hat
letztes Jahr um 20% abgewertet ! d.h. unsere Spargelproduzenten bekomen für ihre Ware um 20% weniger
völlig unabhängig von Preisentspannung oder Preisdruck am
europ. Markt - so nun gehe ich ein Spargelmenü essen...
Fortsetzung folgt :-)

j.kelim 20.04.2012 | 00:52

Nachdem ich die Texte von “@Siggi Wiehl“ gelesen hatte, war mein erster Gedanke “McKinsey“ –

Überragende Manipulationsstrategie!

Und zusätzlich die Kosten für Werbung eingespart: Werbungseinsatzzeitkosten sind wiederum von der Steuer absetzbar.

@Free World Beitrag: Es ist genauso wie Sie schreiben!

Es gibt ein überreichliches Angebot jedweder Art. Gestern nach dem Laufen aß ich ein paar leuchtend rote Radieschen, etwas Salz draufgestreut, wenn ich jetzt daran denke – ein gutes Gefühl!

“@abghoul“ Schwarzwurzeln, eine wunderbare Idee! Lange nicht mehr gegessen um so mehr freue ich mich mir gleich Morgen welche zu besorgen. Danke! Für diesen genialen Hinweis.

Siggi Wiehl 22.04.2012 | 04:19

zum Beitrag J.Kelim - Ich kann Sie beruhigen - mit McKinsey
habe ich nichts am Hut - wir sind wirklich der Importeur
(Fa. Verdeimport, St.Margrethen/Schweiz - 50%iger Geschäfts-
inhaber Siggi Wiehl - steht so auch im Firmenbuch).

Ausserdem sind die Erträge bei diesem Geschäft nicht so hoch,
dass man sich McKinsey oder ähnliche Unternehmen leisten
könnte - selbst wenn man es wollte - was angenehmerweise
gar nicht nötig ist, denn alle Fakten sind belegbar und leicht
nachprüfbar..

Schade, dass manche Leute gleich ans Manipulieren denken -bei uns sagt man: wie der Schelm denkt so ist er :-)

natürlich sind Radieschen und Schwarzwurzeln bekömmlich,
detto rote Rüben, Kartoffeln, Kohlrabi , Sellerie und alles was
uns die Natur halt so an Vielfalt anbietet - gott sei Dank
essen nicht alle nur Radieschen , nur Schwarzwurzeln usw
bei 4-500 Millionen Europäern kämen da die Produzenten
schon ganz schön ins Schwitzen - Deutschland sowieso -
trotz grosser Eigenproduktion kann das Land seine ca 80 Millionen Einwohner nicht bedarfsdeckend mit Gemüse versorgen und ist auf Importe angewiesen... (selbst im Sommer)

vielleicht sollte man noch eine Zahl mit ins Kalkül ziehen:

In den ca 10 Importwochen (Frühsaison für Spargel) wurden
2012 ca 3,5 Mio Kg nach Deutschland importiert - das ergibt einen Durchschnittskonsum pro Einwohner/in von 0,043 kg -
dies deshalb weil die Ernte in diesem Jahr aufgrund des Wetters in Peru besonders gut war - im Vorjahr waren es
um ca 30% weniger... wird da mit Kanonen auf Spatzen
geschossen ?

Aktuelle Situation: aufgrund der Kälte im April liegt die
deutsche Spargelproduktion bei ca 30% der Normalmenge -
und die Konsumenten greifen nun gerne bei griechischem,
spanischem , marokkanischem Spargel zu - Peru hat sich
seit Ostern aus dem Markt zurückgezogen , weil man der
deutschen Produktion nicht in die Quere kommen will...