Ein bisschen Polit-Spaß muss sein...

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Im September ist Bundestagswahl. Zur Wahl stehen u. a. CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne und Die Linke. Doch außer diesen Parteien, die voraussichtlich alle im Bundestag vertreten sein werden, gibt es noch zahlreiche weitere Parteien. Splitterparteien, Kleinstparteien, Ein-Thema-Parteien.

Manche von ihnen nehmen in steter Regelmäßigkeit und Aussichtslosigkeit an Landtags- und Bundestagswahlen teil. Sie streiten ernsthaft um einen oder mehrere Parlamentssitze, damit sie „ihrem“ Projekt Gehör und Gewicht verschaffen können. Es gibt die rechtsradikalen Irrläufer ebenso wie Kommunisten oder Marxisten-Leninisten, es gibt mehrere Parteien mit Rentnern im Namen und Visier, christliche oder gar spirituelle Parteien, die Piratenpartei, undundund... Insgesamt sind 27 Parteien zur diesjährigen Bundestagswahl zugelassen worden. Manche von ihnen – wie z.B. die SPD - kommen wahrscheinlich sogar über die 0,5%-Hürde.

In diesem Jahr gibt es aber auch zahlreiche (neue) Parteien, die sich nicht in erster Linie dem Wähler, sondern eher dem Spaß verschrieben haben. Aufgrund ihrer nicht ganz ernsthaften Absichten wurden sie allerdings nicht vom Bundeswahlleiter zugelassen. Dazu gehören: Die PARTEI mit ihrem Vorsitzenden Martin Sonneborn (Ex-Titanic, Ex-Heimatkundler), die Freie Union der Gabriele Pauli (Ex-CSU, Ex-Freie Wähler, Ex-Lady Latex)) und – ohne offizielle Bewerbung und somit außer Konkurrenz – die Partei HSP des Horst Schlämmer (Ex-Hape Kerkeling). Auch wenn zum Teil die Ernsthaftigkeit ihrer Absichten nur vorgetäuscht sein mag, die Wähler werden nicht enttäuscht. Denn diese bekommen vor allem eines geboten: gute Unterhaltung.

Da sieht man die übervolle Pressekonferenz mit einem grunzenden Horst Schlämmer, ein gestürmtes Schlämmer-Podium mit improvisierter PK der PARTEI, einen leicht chaotischen Gründungsparteitag mit der domina-nten Frau Pauli. Das ist doch mal was anderes, als immer wieder die gleichen drögen Statements und Parolen hören zu müssen. Gut, hin und wieder kann man über die Vorschläge eines Grinse-Guidos kopfschüttelnd schmunzeln. Oder man ist schon froh, wenn Frau Merkels ansonsten müde Mundwinkel beim Lächeln wenigstens neutral hochgezogen werden. Das reicht aber nicht.

Deshalb wird es Zeit für eine echte Spaß-Partei – zugelassen, gewählt, erhört. Manch' öde Plenarsitzung würde Raum und Zeit für ein wenig Klamauk und Comedy bieten, die Redezeit bliebe dabei auf zehn Minuten begrenzt, das böte reichlich Zeit für einige gute Lacher. Den fließenden Übergang von der Politik zur Comedy haben Politiker wie Edmund Stoiber ohnehin bereits geprobt.

Wenn sich also Kabarettisten wie z. B. Volker Pispers, Hagen Rether, Urban Priol, Georg Schramm, Florian Schröder und Monika Gruber zusammentun und jeweils etwa 50 Mitglieder werben würden, damit man als Partei anerkannt wird, dazu Dieter Hildebrandt zum Ehrenvorsitzenden wählten, dann wären die langen Jahre vor, zwischen und nach den Wahlen wenigstens einigermaßen zu ertragen.

Wie könnte eine solche Partei heißen?

...fragt Friedland...

16:55 09.08.2009
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Geschrieben von

Friedland

Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten. So hab' ich es in der Schule gelernt - inklusive der dummen Antworten. Ich frage, um überhaupt Antworten zu bekommen - richtige, falsche, schlaue, dumme. Z. B.: Wenn Staubsaugervertreter Staubsauger verkaufen, was verkaufen dann Volksvertreter?
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