Einsatz eines Lifebots erneut gescheitert

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Ein weiterer der bisher unter strengster Geheimhaltung entwickelten „Lifebots“ - kleine, unauffällige Tierchen, ausgestattet mit Mikrospionagetechnik - hätte es fast geschafft, eine Rede des Papstes in Prag zu beeinflussen. Der Verlauf der Weltgeschichte hätte eine unerwartete Wendung nehmen können, indem eine der wichtigsten Personen dieses Planeten Dinge gesagt hätte, die ihr eine bisher unbekannte Technologie „einflüstern“ sollte.

Diese Lifebots sind Ergebnis jahrelanger Forschung und Entwicklung in einem Geheimlabor tief unter der Sächsischen Schweiz. Dort warten noch zahlreiche weitere Lifebots auf ihren kommenden Einsatz. Neben austrainierten Stubenfliegen und flinken Spinnen werden in Kürze auch Marienkäfer und Kellerasseln einsatzbereit sein. Ziel ist es, mittels hochfrequenter Wellen die Aussagen wichtiger Persönlichkeiten und Amtsträger zu beeinflussen.

Die zugrunde liegende Technik ist relativ einfach: Die Übertragung einer Audiodatei geschieht mittels Mikrowellen, die direkt aufs Sprachzentrum im Hirn Zugriff erlangen. Schwieriger ist es, die erforderlichen Bauteile derart klein zu konstruieren, dass sie die Lauf- und Flugfähigkeit der eingesetzten Tierchen nicht beeinträchtigen. Außerdem führt die geringe Reichweite der Wellen in der Praxis noch immer zu Fehlschlägen.

Zum ersten Mal von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde ein Lifebot (leider) im Juni 2009, als US-Präsident Barack Obama während eines Interviews seine überdurchschnittliche Reaktionsschnelligkeit einsetzte und die vermeintlich harmlose Fliege vom Typ JG-01 mit einem Schlag außer Gefecht setzte.

Da Präsident Obamas Reflexe besser waren als erwartet und ein schneller Schlag aus dem ersten Lifebot einen Deadbot machte, galt der zweite Einsatz der teuren Technik nun dem deutlich langsameren Papst. Hier wurde auf den Einsatz eines fliegenden Objektes verzichtet, statt dessen kam der Spinnen-Prototyp TM-01 zum Einsatz.

Leider gelang es dem Spinnen-Lifebot nicht, nah genug an das Ohr des Pontifex zu gelangen, um die Hirnströme des Papstes während seiner Rede zu beeinflussen. Da der Microsender nur eine geringe Reichweite hat, hätte das Tierchen nämlich in sein Ohr kriechen müssen. Leider wusste Benedikt XVI. dies zu verhindern.

So steht der erste erfolgreiche Einsatz eines Lifebots noch aus. Möglicherweise wird er am nächsten Bundesliga-Spieltag geschehen, wenn versucht wird, einem der Fußballer im Interview direkt nach dem Spiel einen halbwegs intelligenten Satz in den Mund zu legen.

Oder bereits heute Abend während der Wahlberichterstattung: Wenn einem der Spitzenpolitiker ehrliche Antworten zum Wahlausgang und dem Abschneiden der eigenen Partei entweichen, dann wird dies ausschließlich einem Lifebot zu verdanken sein...

17:05 27.09.2009
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Geschrieben von

Friedland

Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten. So hab' ich es in der Schule gelernt - inklusive der dummen Antworten. Ich frage, um überhaupt Antworten zu bekommen - richtige, falsche, schlaue, dumme. Z. B.: Wenn Staubsaugervertreter Staubsauger verkaufen, was verkaufen dann Volksvertreter?
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