Trari, trara, die Schweinerei ist da....

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Das Lachen, Tanzen, Küssen wird uns bald vergehen, liest man die Meldungen über eine möglicherweise bevorstehende Katastrophe. Die Schweinegrippe hält die Welt in Atem – und die Welt hält den Atem an, wenn sie sich selbst gegenüber tritt.

Die Behörden werden zusehends nervös bei kränkelnden Mitmenschen. In der Krise gilt mehr denn je: Werden Sie nicht in Ihrer Leistung träger! Denn schnell, schnell werden mögliche Betroffene in Quarantäne gesteckt. Dafür reicht bald vielleicht schon ein missverständlicher Satz wie „Ich glaub', mein Schwein pfeift!“.

Bisher sind laut Schätzungen etwa hundert Menschen an der Schweinegrippe gestorben. An Malaria sterben mehr als 3000 Menschen – pro Tag. Aber die können sich meist kein Flugticket nach Europa leisten. Und falls doch, dann kommen die mitgeschleppten Mücken meist kaum über den Flughafen hinaus.

Deshalb wohl herrscht keine Panik auf dem Malaria-Dampfer. Doch wenn die Schweinegrippe-Titanic ausläuft, dann sehen wir überall Eisberge. Und dann tauchten die ersten angeblichen Verdachtsfälle ausgerechnet in Bielefeld auf. In einer Stadt, die es gar nicht gibt. Eine Erkrankung an der Schweinegrippe gab es dann natürlich auch nicht...

Wo bemerken wir sie denn nun, die Schweinegrippe? Na, zum Beispiel an den Börsenkursen, in denen ja bekanntlich 50% Psychologie stecken – und außerdem 50% Idiotie, möchte man ergänzen. Denn kaum sterben Schweine, geht’s auch ihren Verwandten schlecht: zum Beispiel dem Dax.

Er nimmt vor Sorge zunächst ab, kann sich aber von dem Schock einer Möglichkeit einer Pandemie innerhalb von Stunden erholen. Dafür geht es allerdings einem Vogel an den Kragen: der Lufthansa-Kranich hat zwar sowas gar nich', sein Kurs leidet dennoch vor Angst, er könne sein Ertragsziel nun nicht mehr erreichen wegen dieser Schweine und ihrer Grippe.

Die Fernsehsender werden wohl bald keine Folgen der Muppet Show mehr zeigen, aus Angst, die Grippe könnte von Miss Piggy auch auf Frösche überspringen. Was wiederum für grüne Kröten-über-die-Straße-Träger bei den kommenden Wahlen nichts Gutes verheißen würde. Also dann: Schweine ins Weltall!

Soeben erreicht uns folgende Meldung:
Achtung, die Schweinegrippe kann auch übers Internet übertragen werden. Naja, zumindest über die speckigen Tastaturen in Internet-Cafés.

Können Schweine eigentlich twittern? Oder fehlt ihnen dazu der Daumen? Und wer ist schuld an dieser Panik? Das Schweinesystem?

...fragt Friedland...

00:38 28.04.2009
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Geschrieben von

Friedland

Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten. So hab' ich es in der Schule gelernt - inklusive der dummen Antworten. Ich frage, um überhaupt Antworten zu bekommen - richtige, falsche, schlaue, dumme. Z. B.: Wenn Staubsaugervertreter Staubsauger verkaufen, was verkaufen dann Volksvertreter?
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