RE: Diese Coronapolitik ist ein weiterer Schritt in Richtung autoritärer Kapitalismus | 29.12.2021 | 08:08

https://www.spiegel.de/ausland/russland-moskau-fuehrt-medizinische-zwangsuntersuchungen-fuer-auslaender-ein-a-805c4b8a-ca35-452d-b8a4-fb954049583a

Freue mich auf einen Artikel von Lutz Herden, der erklärt, warum westliche Biopolitik mit solcherlei Gegenmaßnahmen abzuwehren folgerichtig & alternativlos ist. Werde demnächst wieder mehr im Freitag blättern, er ist sehr gut.

RE: Diese Coronapolitik ist ein weiterer Schritt in Richtung autoritärer Kapitalismus | 29.12.2021 | 06:54

» So haken sich manche ganz rechts außen ein oder schwadronieren von einer Diktatur – und sehen nicht, dass ihr Gerede, für das sie keine ernsthaften Konsequenzen fürchten müssen, der beste Gegenbeweis dafür ist. (... ...) Das aber schadet nicht nur der Demokratie, sondern weil es nur noch ums Rechthaben geht, wird auch echte Systemkritik verunmöglicht. Dabei wäre diese bitter nötig. «

Respekt, dass Sie diese vortreffliche Charakterisierung des derFreitag im Text untergebracht haben, Herr Reuter. Ich habe sehr gelacht.

RE: Vierzig Kilo bis zum Instagram-Model | 21.12.2021 | 09:11

Dass mutmaßlichen Idealvorstellungen anderer, Frauen wie Männern wie *, auf Biegen und Brechen gerecht werden zu wollen, ein Charakterzug sein könnte, eine ICH-Störung im extremen Fall, scheint eine veraltete Idee zu sein.

RE: Vierzig Kilo bis zum Instagram-Model | 21.12.2021 | 09:02

»Toxische Männlichkeit« auf der einen, »das zweischneidige Schwert der Anforderungen an Weiblichkeit« auf der anderen Seite.

RE: Wir sind zu viele | 01.08.2020 | 19:12

"Die von ihr gewünschte „abfallende demografische Kurve“ gibt es längst, setzt man die Zahlen der Jungen und Alten ins Verhältnis und rechnet man Zuwanderung heraus."

Warum sollte man Zuwanderung herausrechnen wollen? Gerade dann, wenn sie dadurch gekennzeichnet ist, dass es hauptsächlich Zuwandernde aus Ländern sind, in denen Familien traditionell Kinder-reich sind. Beobachtbare Realität nicht aufzuschreiben, aus Angst, die hyserische Twitter-Meute, die im Plärren das neue Denken entdeckt zu haben glaubt, bringt beim schwierigen Thema niemanden weiter. Und s/w-Denken auch nicht.

"Wo immer das Kinderkriegen oder der Verzicht darauf zum Gegenstand politischer Agenden wird, schwingen unheilvolle Implikationen mit."

Ja, weil - anders als hier - Extremist'innen das Feld überlassen wird. Und das sorgt dafür, dass die unaushaltbare Ambivalenz auf der Strecke bleibt, die dem Thema innewohnt. Der Schmerz.

"Dabei muss klar sein, dass die Weltbevölkerung insgesamt schrumpfen muss."

Isso. Und trotzdem freue ich mir den Arsch ab, dass meine Schwester bald ein Baby bekommt. Wenn es nach mir ginge, müsste sogar noch ein Geschwisterchen her; da wären es schon zwei. Aber das - sorry - entbindet mich, meine Schwester, meinen Schwager usw. doch nicht von dem Wissen darum, dass wir zu viele sind. Dieses Wissen und der Kinderwunsch, das passiert gnadenlos gleichzeitig.

Und ja, zu wissen, dass die Lösung (auch so ein Wort, nicht wahr) des Problems im Politischen liegt und in jedem aller denkbaren Fälle ein illiberales bis autoritäres Konzept darstellt, ist eine "unheilvolle Implikation".

Einfach mal das Problem zu beschreiben, so wie hier, ist schon ein Fortschritt. Zuwanderung auszuklammern, ach, egal. In syrischen Großstädten lebten die Menschen vor dem Krieg wohl auch nicht CO2-neutral. Und ich will ja später vielleicht auch mal Rente beziehen. Was ich natürlich nie zugeben würde.

Jedenfalls ist das Thema zu wichtig, um es Extremist'innen zu überlassen. Wie schon gesagt. Noch nicht gesagt hatte ich, dass es allzu bezeichnend für die Spätphase unserer Spezies ist, dann anzufangen über Dinge nachzudenken, wenn der Handlungsspielraum so klein geworden ist, dass wir gar nicht mehr anders können, als unsere Hirse mal anzustrengen. Um nicht zu sagen: Zu spät, sehr wahrscheinlich. Die Nordhalbkugel taut, die Südhalbkugel wird unbewohnbarer.

Allerdings glaube ich, dass es das unaushaltbare (Nicht-)Nachdenken über dieses Thema NICHT sein wird, das uns die Nachwelt in der Rückschau zur Last legen wird. Allzu verständlich, dass wir das nicht wollen/können/dürfen.

Doch, dürfen doch. Oder doch nicht? #lmaa

RE: Konsum schafft CO₂ | 25.07.2020 | 09:42

Auch mal bei anderen zu lesen, dass Umverteilung das ökologische Problem nicht löst, dazu noch beim Freitag, ist ein Sprung. Nicht Umverteilung von Oben nach Unten, nicht vom globalen Norden zum globalen Süden. Wir wissen, dass jedes Mehr, das jenen zur Verfügung steht, denen es am Nötigsten fehlt - und das sind viele - 1:1 in den Konsum geht; so pervers das Wort im Zusammenhang ist.

"Konsum", da denkt man an den Zweitwagen, das Dritthandy, den Viertfernseher, den Fünfturlaub, den Zehntflug, und erst einmal nicht daran, dass der tägliche Kalorienbedarf gedeckt sein will, plus Flüssigkeitshaushalt. Und doch ist den ökologischen Zwängen, denen wir als zahlenmäßig explodierte Menschheit unterliegen, idealistisches Wunschdenken herzlich egal. Sich und der Welt weiszumachen, es spiele keine Rolle, wie viele Menschen dieser hochtechnologisierten Tage auf dem Planeten leben, ist die größte Lüge der Linken. Es ist alles andere als egal.

Auch der Glaube, kollektiv liebgewonnene, zerstörerische Verfahren und Standards könnten zurückgedreht werden, mal eben so, wegen besseren Wissens, geht hart an der Realität vorbei. Keine Hochkultur, die sich selbst überlebt hätte - und wir werden nicht die erste sein. Gesucht wäre ein Selbstschutz-Mechanismus, der warnt und automatisch stoppt, wenn es 'den Menschen' insgesamt zu gut geht. Das ist in uns nicht angelegt - das genaue Gegenteil ist der Fall: Jagen, Sammeln, Vorteile gegenüber anderen verschaffen; vor der Sintflut sein, das ist unser Code. Die eigenen Gene über die Zeit retten; nicht zufällig dann, sondern GERADE DANN, wenn es den anderen um uns herum beschissen geht. So viel zum Stichwort "Erotik".

Selbsterhaltung! Dass ausgerechnet die es ist, die unseren Zivilisationen wieder und wieder das Genick bricht, ist der größte aller Treppenwitze. Maßlosigkeit, ja. Zu viel Maßlosigkeit, auch. Aber viel zu viele, die in der (auch von mir!) als komfortabel empfundenen Situation sind, sich Überfluss leisten zu können, von der Wiege bis zur Bahre, das ist das Problem. Wir sind das Problem; ich, ihr, alle.

Die gute Nachricht zum Schluss: Wir werden alle sterben.

RE: Der Korpsgeist geht um | 28.06.2020 | 12:42

Gute Demos gegen Faschismus und Rassismus kürzlich in Stuttgart und Wien. Tippi toppi. Und Corona-Glaubensbruder Attila Hildmann dreht auch immer mehr auf. Sie müssen sehr stolz sein, Augstein.

RE: Der Korpsgeist geht um | 28.06.2020 | 12:42

Gute Demos gegen Faschismus und Rassismus kürzlich in Stuttgart und Wien. Tippi toppi. Und Corona-Glaubensbruder Attila Hildmann dreht auch immer mehr auf. Sie müssen sehr stolz sein, Augstein.

RE: Bizarre Blüten | 02.05.2020 | 06:36

"Aber es ist Sache der Gesellschaft, zu entscheiden, ob sie die Krankheit überhaupt bekämpfen und die dafür notwendigen Kosten tragen will"

in Kombination mit diesem Tweet

(verlinkten Text in der ZEIT lesen)

und alle Fragen sind beantwortet.

RE: In der Zwickmühle | 29.04.2020 | 18:55

Der Text ist ja bombe angekommen. Cool. Und der nächste auf Twitter schon ange... ach, ich will gar nicht lange plappern. Nur durchsagen, dass Sie bei Interesse ja mal ausrechnen können, wie viele Leute bei... sagen wir 20% Infektionsrate zum Zeitpunkt x Haus oder Wohnung überhaupt noch verließen, z.B. um zur Arbeit zu gehen. Und was das z.B. mit der Hochrisikogruppe machte, die sie bei noch so hoher Fallzahl zu schützen gedenken, weiß der Kuckuck, wie. Vermutlich pflegten die sich in den Heimen selbst und führten bei der Blinddarm-OP persönlich das Messer. Man lernt ja immerzu, wozu man fähig ist, nicht wahr. Schönes 2020 miteinandt. Logout.