Das wird super!

Happiness Knusper knusper knäuschen, wer crisprt an meiner Keimbahn? Or sing: Susanne [Pause] Susanne und duuuh [Pause] Uh uh uh uhhhh [Pause] Gehörn dazuuuuuu-u-u-uhh.
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Die EU müsse ihre Wirtschaft in Schwung bringen, lese ich, sonst sei sie zum Scheitern verurteilt. Statt hübschen Plakaten und netten Worthülsen müsse es um Wirtschaft gehen. Wirtschaft, Wirtschaft. Denn ohne Wirtschaft kein gut, kein schön, kein bunt, kein gar nix. Auch immer die gleichen Stanzen. Bla blubb.

Das hier sei jetzt die erste Generation, für die das Versprechen, dass es allen Kinderchen ne Schippe besser gehen möge als ihren Alten, nicht mehr aufgeht. Heißt es. Hört man überall. Statt das zu feiern, weil es ein Zeichen sein könnte, dass wir den Planeten vielleicht doch noch gerettet kriegen, irgendwann, eventuell, wird die Nachricht sorgenvoll und mit tief betrübtem Blick vorgetragen.

Europa kann sein Wohlstandswachstumsversprechen nicht einlösen? Horror! Statt zweimal Malle und einmal Malediven im Jahr demnächst nur noch dreimal Malle und einmal Ostsee. Kein Geschirrspüler, kein Wäschetrockner, kein SUV vor der Tür - oder mit 25 noch bei Mutti wohnen. Schande! So, sagen sie, sei es doch wohl kein Wunder, dass die jungen Leute den Glauben an Europa verlören.

Die Frage, was wäre, wenn von den hundertsoviel Euro, die jeder Bundesbürgende mehr hätte, falls das Vermögen der Klattens rundverteilt würde, Flüge nach Portugal gebucht würden, wird schnell weggewischt. Darf links nicht gestellt werden. Aus Gründen - und sogar guten. Denn wenn jeder Cent, den ein knappsender Haushalt monatlich mehr zur Verfügung hat, in den Konsum fließt, heißt das: Jeder Cent schadet der Umwelt.

Ich weiß, das könnte von den Klattens kommen. Aber Recht hätten sie doch, wenn sie argumentierten, dass es besser für den Planeten ist, wenn Susanne sich für ein schlappes Milliönchen einen Zweitpool in den Keller ballern lässt, als wenn Lieschen Müller und Fritzchen Fischer 6.700 mal billigflögen. Isso.

Und ich kann's nicht hören, dass Leute, die man als "relativ arm" bezeichnen könnte, mich fragen, warum ich immer noch das 6S hätte, obwohl mein Vertrag doch ausgelaufen war. Ja, sorry, dieses sogenannte Telefon kann alles, was ich brauche und es funktioniert noch tippi toppi. Das ist die Antwort. Dann rollen sie mit den Augen und schütteln den Kopf - aber sind angeblich arm.

Jetzt kommt die Lösung. Ganz genau zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes verkündet der Ethikrat der Bundesregierung, die Keimbahn des Menschen sei nicht unantastbar. Jedenfalls nicht generell. Das reicht, um Menschen so umzuprogrammieren, dass sie bei zunehmender Ver-Wüstung so grazil durch die verdörrten Landschaften turnen, wie Linda Blair in "Der Exorzist" einst die Treppe runter kam, kurz bevor sie auf den Teppich pinkelte. Wir erinnern uns.

Unendliche Möglichkeiten. Die schönsten Augen, die geilsten Ärsche - und dazu die Fähigkeit, im Reaktor Fukushima II nicht nur zu überleben, sondern happy zu sein, alle miteinander, Sozialist*innen, Grüne, der Fritz, die Susanne, ganz ohne Wirtschaft und Wachstum. Das wird super!

Ich lasse mir reinschreiben, dass ich mich permanent fühlen will, als stündt der perfekteste Hintern des Universums (Stand heute) vor mir im Supermarkt an der Kasse, während mein iPhone 18sx plötzlich und unerwartet ein Foto schöss, ein gestochen scharfes. Aufgrund eines blöden Bedienfehlers natürlich nur oder weil die rollige KI sich zuhause in Ruhe satt sehen wollte, das Schwein.

Und was lasst ihr euch in die Keimbahn crisprn?

23:02 12.05.2019
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Geschrieben von

Fritz Fischer

EU-Kommissar Rex Populi, das Gespenst, das umgeht in Europa. CEO des Opferkulturvereins Reparation für Özil k.e.V.
Fritz Fischer

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