Übergeordnete Hoffnung

Kommentar zu Blog Ein zum Blog umgetippter Kommentar. Werde ich zukünftig dann und wann so machen. (Der Bock springt hoch, der Bock springt weit.) Warum auch nicht? Er hat ja Zeit.
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Wer sich für ein Mitte-Links-Bündnis ausspricht, will die Wiederherstellung der Richtungs-Lager. Was ich u.a. in Diese Rolle - oder kaum noch eine auch tue.

Jamaika fällt aus, klar, weil Grüne und FDP nicht zueinander passen und gehören. Wer schon - wie ich - die Behauptung hinterlistig und falsch findet, einen Unterschied zwischen rechts und links gäbe es nicht (mehr), der/die/div kann es nur noch absurder finden, FDP und GRÜNE (als "FDP mit Weitsicht, Anstand und Gewissen") könnten rechte und linke Politik gleichzeitig betreiben, miteinander in einer Koalition auf Bundesebene, ohne dass eine solche Regierung (und die beteiligten Parteien) zum Implodieren (= Addition zu Null) verurteilt wäre(n).

Eine Rückkehr zu den Richtungs-Lagern würde natürlich heißen, dass sich auch zur (dann wieder neuen, parlamentarischen) Rechten etwas re-formiert; sogar formieren muss. Und das wären CDU/CSU, FDP und selbstverständlich auch die AfD. Wer oder was denn sonst?

Tragisch bis komisch, dass ausgerechnet ich daran erinnern muss, dass wir seit 1990 ein Land sind und die AfD im Osten drauf und dran ist, sich zu einer Art CSU zu entwickeln, was die Wähler*innengunst anbelangt. So hart das für jene sein mag, die alles Böse aus dem Westen und alles Gute aus Richtung Osten kommen sehen, grundsätzlich und immerzu, face it:

Wenn nur im von Russland befreiten, mit Sputnik und RTdeutsch beschallten Osten gewählt würde, bräuchten wir an eine linksliberalsozialdemokratische (oder wie Putin & Friends sagen würden: gayropäisch linksgrün versiffte) Koalition im Bund keinen Gedanken zu verschwenden. Kein Blumentopf zu gewinnen.

Nach Finanz-, Schulden-, Ukraine-, Flüchtlings-, Türkei-, Trump- und Brexit-Krise haben wir mit dem Aufsteigen der Klima-Krise ins kollektive Bewusstsein gerade einen neuen, viele Jahrzehnte alten Spaltpilz hinzubekommen, der geeignet ist, Land und Gesellschaft in Stücke zu reißen. Von einer Mitte-Links-Koalition erwarte ich deshalb, dass sie - zum Beispiel - weder "Grenzen auf, Party!" spielt noch die Packung Kippen von heut auf morgen 20 Euro kosten lässt.

Die allen Krisen übergeordnete Hoffnung in Grün-Rot-Rot (oder Rot-Grün-Rot) ist wohl verSÖHNliche Politik, geSCHWISTERliche, die das Verbindende sucht, woimmer es dieser (w)irren Tage zu finden ist - und bei allem Eifer und internationalen Notwendigkeiten tunlichst nicht vergisst, dass sie von Wahlberechtigten in Deutschland gewählt wurde; zu deren Wohl und Nutzen.

Wer meine letzten Bemerkungen schon nationalistisch nennt, kann und will gewiss auch nicht wahrhaben, dass der arme, vom strukturellen Rassismus in D nach Brexitannien gemobbte Herr Özil den islamistischen Diktator Türkistans nun seinen Trauzeugen nennt. Was aber üüüberhaupt kein politisches Statement ist!!!!!

Ein Absatz, hinter dem nicht weniger als die eindringliche, gern oft wiederholte Bitte steckt, in Zeiten, in denen die Welt Kopf steht, nicht Ideologie as usual zu betreiben, sondern sich die Dinge, die sind was sie wurden, in Ruhe und en detail anzusehen. Zum Beispiel das, was ich die Mutter aller Fragen des 21sten Jahrhunderts nenne, nämlich wie Konsum-getriebener Klimawandel und die Idee vom "Wohlstand für Alle" zueinander zu bringen sind. Ob das überhaupt geht - und falls ja, wie?

09:18 09.06.2019
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Geschrieben von

Fritz Fischer

EU-Kommissar Rex Populi, das Gespenst, das umgeht in Europa. CEO des Opferkulturvereins Reparation für Özil k.e.V.
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Fritz Fischer

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