Wir sind alle frei, nicht wahr?

Aufklärung | Realsatire Love is hate. War is peace. No is yes. Und drinnen saßen stehend Leute, schweigend ins Gespräch vertieft.
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Bitte mal Handzeichen. Wer hat den Faden verloren? Danke. Gegenprobe. Wer kommt noch mit? Niemand? Das dachte ich mir. Gut, dann erkläre ich es noch mal eben. Geht ja ruckzuck. Aaalso:

Toleranz, Respekt und Verständnis - das ist es, wozu wir einfach nicht in der Lage sind. Also ihr. Und jetzt haben wir es schriftlich. War doch klar.

Als "linksliberale Religionskritik" (pruuuust) verschleierte, todbringende Islamdebatten. Ungläubiges Geplärr, wenn eine junge Frau aus ihrem Leben berichtet und enthüllt: Mein Kopftuch, meine Freiheit. Schamlos schadenfrohe Schmähschriften über die neuen Leiden des guten * Deutschen von Erdoğanistan.

* "Tüpen" wollte ich erst schreiben, aber das schreibt sich mit Üpsilon.

Und es ist doch mit nichts zu erklären, dass wir Europäer*innen in unserem Meer ungestraft Flüchtende ertrinken lassen dürfen, auschwitzhaft, aber im Sanktionsköfferchen kramen, sobald das lächerliche Männ der Sultan von Brunei die quälend lange Haftstrafe für Schwanzlutscherei in eine kurze, knackige Steinigung umwandelt.

Und man muss doch richtig hingucken! Sogar die sonst so verlogene Tagesschau schreibt,

dass Steinigungen als Strafe für gleichgeschlechtlichen Sex selten sein würden, da zwei Männer "von hohem moralischem Rang und Frömmigkeit" als Zeugen erforderlich seien.

Also zwei Käßmänner, quasi. Und die gibt's ja gar nicht. Da müssten schon der Papst und der Dalei Lama was miteinander haben, in Streit geraten und sich dann selbst anzeigen. Und das wird wohl nicht passieren. Worüber könnten die schon in Streit geraten?

Tante Brunhilde aus Brunei lässt weiterhin ausrichten, es gehe um die traditionellen Werte und die "Familienlinie" des Landes. Diese wolle man bewahren und fordere dafür "Toleranz, Respekt und Verständnis". (alles noch tagesschau.de)

So! Und wie gesagt, mit Toleranz, Respekt und Verständnis habt ihr's halt nicht so. Also wir. Und zwar gar nicht. Denn wenn wir etwas davon hätten, irgendwas nur, würde uns schlagartig klar, wie extraenorm wichtig die "Unantastbarkeit der Familienlinie" in einer Erbmonarchie nunmal ist. Begreift ihr das denn wirklich nicht?

Doch will ich Milde walten lassen mit euch, die ihr den Faden verloren habt, so lange schon, wie auch der Brief des Sata... ähhh... Sultans an die Europaabgeordnet*innen die internationale Kritik, die sogenannte, als ein "Missverständnis" verstanden wissen will, verständnisvollst. Was total süß ist. Ein Leckerchen, ein lauwarmes.

Die Kardinalfrage deiner Präsidentschaft wird lauten: Kann in Kiew unabhängig vom Westen regiert werden? Huch, sorry, das gehört nicht hier hin; das ist aus dem Gratulationstelefonat, dass ich parallel für meinen lieben Freund und Kupferstecher www.put-it.in/sackarschwilli/ schreibe. Ich bin ein vielbeschäftigter Mann, müsst ihr wissen. Also wir. Und zwar sehr.

Whatsoever. Bessert euch einfach, okay? Leben und leben lassen. Es ist ganz leicht.

+++ Next: Nach Bernd Bolkiah fordert mit Hassanal Höcke das erste Nachahmungsopfer öffentlich: Ein bisschen mehr Toleranz, Respekt und Verständnis für mich und meine Linie, Leute, das wär echt supi linksliberal von euch, du. +++ Stay tuned! +++

Anders als nachfolgend behauptet gibt dieser Beitrag nicht die Meinung des Autors wieder, sondern die Wahrheit, die reine Wahrheit, nichts als die Wahrheit, wendigerweise, mit einer Satire-Beimischung von maximal 90 Prozent.

Hassanal (sic!) Bolkiah (* 15. Juli 1946 in Bandar Seri Begawan; vollständige Kurzform Hassanal (sic!) Bolkiah Mu'izzadin Waddaulah, vollständiger Name Sultan Haji Hassanal (sic!) Bolkiah Mu'izzaddin Waddaulah ibni Al-Marhum Sultan Haji Omar 'Ali Saifuddien Sa'adul Khairi Waddien) ist der 29. Sultan und Yang Di-Pertuan von Brunei.

(Wikipedia. Ohne die "(sic!)"s. Die sind alle von mir. Weil die Vorlage liegen zu lassen mit Haftstrafe nicht unter zehn Duschen Pattex bestraft worden wäre.)

23:14 23.04.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Fritz Fischer

EU-Kommissar Rex Populi, das Gespenst, das umgeht in Europa. CEO des Opferkulturvereins Reparation für Özil k.e.V.
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Fritz Fischer

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