Doku zu Justiz im Nationalsozialismus

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Es gibt eine interessante Ausstellung des Bundesjustizministeriums zur Justiz im Nationalsozialismus, die im Oberverwaltunsgericht Berlin Brandenburg in der Hardenbergstrasse eine staendige Bleibe gefunden hat. Viele Texte und Bilder, die man sich ansehen kann, danach kauft man sich am besten den Katalog fuer 8 Euro, fuer 464 Seiten geradezu geschenkt. Das interessanteste daran ist, dass es ueber das Selbstverstaendliche hinaus keinerlei Stellungnahme gibt. Die Ausstellung ist also eine Frage. Was meinen wir denn dazu?

Massfeller ist ein guter Ausgangspunkt. Was koennen wir ihm vorwerfen? Dass er als Beobachter des Reichsjustizministeriums am Wannsee mit dabeisass? Dass er sich gegen den Kauf eines Namens durch Adoption aussprach? War das anti-semitisch? Kann sein, muss aber nicht. So geht es schillernd weiter.

Zumindest kann man aus juristischer Sicht an die Schriftsaetze nicht die Masstaebe der spaeteren h.M. anlegen. Man kann sie nur aus ihrer Zeit heraus beurteilen entschliesslich der zeitgenoessischen h.M.. Zum Naturrecht der Nachkriegszeit gibt es einen Ausriss aus einer schweizerischen Zeitschrift, der den Weg weist. Ganz simpel: Es war ein moralisches Problem. Rechtslich kann man es nicht loesen, es sei denn durch rueckwirkende Gesetze, rueckwirkende Aufhebung von Urteilen, Gesetzen usw., was ja auch zum Teil geschehen ist. Leider hatten nur wenige Leute das erforderliche Rueckgrat, zum Beispiel Lothar Kreyssig, der sich dann auch der DDR verweigerte.

08:30 02.03.2010
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Geschrieben von

Fritz Teich

Schlesinger hat mich wieder an Reinhold Niebuhr erinnert.
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Fritz Teich

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