Jerusalem Moschee geschlossen

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In dem Robert Capa Raum der Magnum Ausstellung im ehemaligen Postfuhramt an der Oranienburger Strasse Ecke Tucholkistrasse, noch immer eine Art WMF der Photographie, wer immer es betreibt und was immer es mit anderen Kunstinitiativen wie dem Kunstraum Bethanien zu tun hat, irgendwie ist alles Kunst, der Musiktrack der etwas verschnarchten Kodak-Karrousselschen Multivisions Schau a la Photokina allerdings alleruebelster Kitsch, gibt es einen Zeitschriftenartikel, der vom "verbotenen" "arabisch besetzten" Ostjerusalem spricht.

So war es ja, soweit bekannt, gerade nicht.

Ostjerusalem war und ist jedenfalls -- wie immer die Lage am Anfang war und trotz aller Baumassnahmen in und um Jerusalem einschliesslich aller Schutzwaelle und Zaeune, mit denen versucht wurde und wird, vollendete Tatsachen zu schaffen -- noch immer nach noch immer absolut herrschender Meinung der Staaten arabisch, auch ohne einen palestinensichen Staat, was immer dazu sonst zu sagen waere. Die Aneignung des Stadtteiles durch Israel wird von niemandem anerkannt, vor allem weder von Deutschland, noch von der EU, noch von den USA, was immer das heisst. Es heisst jedenfalls mehr als nichts.

Nun wurde die umgetaufte Jerusalem Moschee gestuermt.

Einerseits war dieses "geistige Trainingslager", wenn es das tatsaechlich war, auch nach dem 9/11 noch lange aktiv. Wenn man die Aktion mit Clintons Rakete auf Usama gleich nach der Bombardierung eines amerikanischen Kriegsschiffes in Kenia vergleicht. Diese Aktion ist schon das ganze Layout.

Vergleichen wir deshalb, auch wenn sich die Frage in Deutschland noch nicht gestellt hat, die Moschee mit einem jener populaeren "Wehrsportlager" im Niemandsland und fragen uns, ob denn schon direkte Feindseligkeiten vorlagen, ob es sich hier wie dort noch um eine Art "Freizeitgestaltung von Zivilisten" handelte oder ein legitimes Ziel gegeben war, wobei wir uns einmal eine treffsichere Drohne vorstellen, die nur die "Moechtegernkrieger" "herausnimmt". Waren sie schon "Kombattanten"?

Andererseits fragt es sich, was uns Konflikte in fernen Laendern angehen. In Hamburg wurde vollmundig erklaert, unsere Verfassung sei geschuetzt worden.

Geschuetzt bzw. durchgesetzt wurde aber allenfalls der Wille der Bundesregierung.

Der Verfassungsschutz, der sich in Bund und Laendern jedenfalls im Zusammenhang mit dem 9/11 zu einem allgemeinen "Supercop" unterhalb der Eingriffsschwelle der Bundeswehr entwickelt hat, grundsaetzlich voellig ok, mag und wird taetig geworden sein. Der Schluss von dem Taetigwerden einer Behoerde auf den Inhalt der Verfassung ist aber nicht zulaessig.

Das Grundgesetz ist voelkerrechtsfreundlich. Dazu gehoert der Grundsatz der souveraenen Gleichheit der Staaten. Revolutionen usw gehen das Ausland nichts an.

15:09 10.08.2010
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Geschrieben von

Fritz Teich

Schlesinger hat mich wieder an Reinhold Niebuhr erinnert.
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Fritz Teich

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