Typischer Froschmaeusekrieg

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Dank der PDF-Ausgabe der ZEIT, siehe Artikel ueber die Fleischfresser, kann man aus der Wochenzeitung copy and pasten, voila, eine Stelle aus einem Artikel ueber jene beiden freien Journalisten, die von einem saechsischen Amtsgericht wegen zwei Fragen, die nach Ansicht der Anklagebehoerde schon zu weit gingen, zu einer Geldstrafe von 2500 Euro, fuer die man frueher schon einen VW-Kaefer bekam, verurteilt wurden:

<<

Von ihrer Analyse,
die auch Entlastendes für die als Freier
Beschuldigten nennt, hält die Staatsanwaltschaft
zwei Sätze für verleumderisch. Genauer,
zwei Fragen: »Ermittelten die Polizisten
möglicherweise illegal oder verdeckt gegen
N.?« und »Gerieten sie unter Druck, weil der
einflussreiche Richter Dienstaufsichtsbeschwerde
gegen sie erhob?« Die journalistische
Sorgfaltspflicht sei hier grob verletzt,
sagt Staatsanwalt Christian Kohle: »Sie führen
den Leser bewusst in die Irre.«

>>

Indem sie fragten, sagten sie, dass sie die aeussere Tatsache fuer moeglich hielten, was an sich nur eine innere Tatsache ist. Die Gedanken waren einmal frei.

Abgesehen von allem anderen -- vor allem der Frage der Verjaehrung, nur wegen der kurzen "presserechtlichen" Verjaehrung werden "Journalisten" selten angeklagt, jedenfalls solche, die in der ZEIT schreiben, "Online-Journalisten" aber haeufiger, wenn die Verfahren nicht eingestellt werden, gegen eine Busse oder nicht, manschmal ist an der Anzeige ja auch nichts dran, was dem Journalisten aber nicht gesagt wird, muss auch nicht sein -- ist das Denkmuster des Richters typisch fuer den deutschen Michel, der auch die "Freitags-Gemeinschaft" beherrscht.

Sage mal nicht "Community", weil ich den Ausdruck fuer affig halte, was immer "Gemeinschaft" ist, "something more" than society according to Toennies.

Es wird mit groesster Selbstverstaendlichkeit, man weiss es ja, es ist ganz klar, oder unter Zuhilfenahme einer flix aus dem Nichts gezauberten Verschwoerungstheorie etwas behauptet, was niemand gesagt hat. So geht es eben nicht.

17:28 16.08.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Fritz Teich

Schlesinger hat mich wieder an Reinhold Niebuhr erinnert.
Schreiber 0 Leser 0
Fritz Teich

Kommentare 2