RE: Für die offene Gesellschaft | 26.03.2021 | 07:42

Es fehlt in dieser Diskussion an Naturwissenschaftlern. Ideen zu verfolgen, die zu einer weiteren Verbreitung des Virus führen, scheinen kurzfristig zu entlasten, sind aber keine "Heilsbringer".

Wunschdenken und Freiheitsposaunerei sind denkbar einfach. Die proklamierten Scheinlösungen führen im Diskurs im Gegenteil zu Zersetzung. Denn man fragt sich: warum sind wir nur so dumm, und brutal, und tun nicht dass Richtige?

Jeder, der in dieser Situation das Richtige zu wissen glaubt, unterschätzt die Komplexizität, allein auch die medizinische, epidemiologische.

Mir fehlen angesichts der Schäden, die derzeit enstehen, auch die Worte. Die Verantwortlichen mit Häme zu überziehen bringt uns nicht weiter.

Ich melde mich sonst gerne meinungsstark zu Wort. In dieser Situation habe ich keine bessere Idee als die Regierung.

Ja, und ich habe auch eine Stimme.

RE: Im Gespräch mit Moritz von Uslar | 18.10.2020 | 07:33

Zum Glück gesteht Augstein die Affinität zu Religion, ein ernster Moment, ......kein Spiel mit selbstreferentieller, durchschaubarer Reflexion. Endlich wirds mal interessant.

Was ist irre an älteren Menschen? Erfahrung könnte positiv sein. Die Idealisierung von Jugendlichkeit ist doch mindestens genauso dämlich, wie sich darüber zu beklagen, das Frauen derzeit angeblich mehr Privilegien geniessen, im älter werden......aua, auweia.....wahrscheinlich meint er die Rente, beim Flaschensuchen sieht man halt mehr von der Welt als im Lehnstuhl?

Für mich wird deutlich, wie sehr kokettiert wird und wurde, das ganze Leben, mit der eigenen Tollheit und der eigenen, überhöhten Rebellion. Diese war wohl in puncto der Beziehungen zu den Frauen ihrer Generation äußerst unerheblich bedeutsam, eher peinlich.

Schmerzhaftes muss betrachtet werden, so ist es wohl bei jedem älter werden.

RE: Die Klimademo-Version des Mansplaining | 05.04.2019 | 07:49

Macht an die Kinder? Weil die Eltern zu unfähig sind Verantwortung zu übernehmen? Narzisstische Überhöhung von Jugendlichen soll uns politisch voranbringen? Wie armselig ist das?

Der ewige Glaube, dass jemand kommt, der es schon richtet, ist das Problem.

Generationenspalterei und Klischees helfen da gar nichts. Die Kinder vertreten halt ihre Interessen, so wie die Generationen vorher dies auch, in einer anderen Umwelt und geschichtlichen Situation, gemacht haben.

Die Kinder zu beauftragen eine bessere Welt zu schaffen ist missbräuchlich und überfordernd......es gibt eine FDP Plakat dazu.. "wir erziehen die Kinder, die morgen die Welt verändern werden...."Arme Kinder! Grenzenlos überschätzt von den Älteren und gehypt von Eltern, die nicht fähig sind Konflikte und Auseinandersetzungen zu führen.

Und apropos, Welt muss geschützt werden , das ist nun wirklich nichts NEUES und auch meine Meinung!

RE: Nur aus Zufall draußen | 10.02.2019 | 09:13

Danke für die Erinnerungen. Die Lesungen im Knast machen mir Genazino noch sympathischer.

Bin auch ein großer Fan, hab ihn auf vielen Lesungen gehört, alle Bücher verschlungen und einige signieren lassen. Das unmodern bescheidene hat mich so beeindruckt, wohlwissend , dass er diese Formulierung sicher von sich gewiesen hätte.

Und die sprachlichen Perlen! Wunderschöne Beobachtungen und Sinn für das Absurde.

Schön, die Vorstellung, dass er jetzt woanders weiter spazieren geht.

RE: Frauen, schnaubt lauter! | 21.02.2018 | 08:23

Danke für den Text und das Bild. Es dunkelt geistig, wenn Ironie nicht verstanden werden will. Die Selbstinszenierung als Opfer scheint die Stratgeie der Stunde zu sein (und immer ist es schlimmer als bei den Frauen!). Ich wünsche mir ganz, ganz viel Differenzierungsfähigkeit, wirklich! Ich als Frau, ist schon frech, ne!

RE: „Bedenken first“ | 17.02.2018 | 08:14

Ich wundere mich, wie unkritisch sich die meisten den Neuerungen ergeben. Smartphonekritiker wie Spitzer werden von Medien wie der SZ verdammt. Sie scheinen geblendet von ihren eigenen Größenphantasien und nicht in der Lage zu sehen, wie z.B. Kinder Schaden nehmen, wenn sie merken, dass ihre Eltern sich mehr für das Web interessieren, als für sie selbst. Die Aussage: "der Mensch ist des Menschen größte Freude" hat sich relativiert, wir suchen nicht mehr bei unseren Nächsten Anerkennung und den Glanz in den Augen, sondern bei irgendwem in USA oder sonstwo. Die Nächsten sind zu langweilig, welche Entwertung! Was soll das?

Es fällt uns auf die Füße, die Reflektierten können gut damit umgehen, die weniger Reflektierten verfangen sich hemmungslos in Filterblasen und unterminieren das Gemeinwesen. Das Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung verschärft sich durch die mangelnde Anerkennung durch die Nächsten und führt zu noch mehr Anfälligkeit für den Selbstwert stabilisierende Dogmen/Machtphantasien/Projektionen (als ob wir nicht eh schon selbstgefällig in jede selbstgerechte Falle reintappen würden...).

Mir wird düster! Werde anfangen dichten zu müssen!

RE: „Krudes wurde sagbar“ | 12.12.2017 | 07:37

Ich denke die soziologische Sichtweise ist als Anregung interessant. Allerdings neigt sie zu einer Selbstdarstellung in ihrem Sprachgewirre, die so tut, als wäre es uns möglich ohne Vorurteile, Vereinfachungen und Verallgemeinerungen über die Welt und die Menschen zu reden. Dies immer mit dem Gestus der Besserwisserin.

Sprache ist Machtausbübung. Politisch motivierte Aussagen machen Politik (Alice Schwarzer)- sie als toxisch zu bezeichnen soll die Position des Anderen diskreditieren.

Manchmal wünsche ich mir zu erleben, wie wohl eine/ein Soziologe/Soziologin verantwortliche Entscheidungen gegenüber Menschen im Alltag zu vertreten hätte, gerade stehen müsste, es aushalten müsste, dass die Theorie der reinen Lehre in der Praxis schwer umzusetzen ist.

Der Faktor Mensch, wie kann frau ihn nur vergessen....

RE: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint | 24.09.2017 | 17:04

An die Autorin,

ich habe mit einigen meiner jüngeren Kolleginnen gesprochen, Frauen zwischen 20-25 Jahren, politisch links verortet, eher unerschrocken. Sie meiden abends und nachts den Bahnhof, da sie Angst haben vor den Männern dort.

Seit der Flüchtlingskrise hat sich die Männerdichte dort erheblich erhöht, es ist enger, frau muss sich durchquetschen, viele jüngere Männer.

Eine Kollegin ist selbst Muslimin, sie sieht es am extremsten. Sie meinte, sie wisse, dass es für die konservativ muslimischen Männer bedeute, man sei eine Hure, wenn man ihnen in die Augen sehe. Sie würde empfehlen den Blick auf den Boden zu richten. Nein, sie versuche vielmehr Bahnhof zu meiden.

Probleme werden durch Ignorieren nicht weniger. Dies auch dann, wenn sie nicht in das vorgefertigte Weltbild passen.

Was antworten Sie diesen Frauen? Wo ist Ihre Fähigkeit zu differenzieren?

Meines Erachtens nach dauert es wieder Jahrzehnte bis partiachal geprägte Männer halbwegs verstanden haben, dass es gilt, sich an andere gesellschaftliche Regeln zu halten. Was machen die Frauen hier in dieser Zeit, schweigen?

Frauen meiner Generation um die 50 haben nicht nur gute Erfahrungen mit Ehemännern aus anderen, patriachaleren Kulturkreisen gemacht. Blauäugigkeit sollte frau sich da abschminken.

Das Schwarz/Weiß Zeichnen ""pro "Ausländer"" ist gut, "gegen "Ausländer"" ist Nazi ist eben auch zu primitiv. Es verhindert in seiner moralischen Überhebung eine kritischen Diskurs und verschärft eher das Problem.

Zuhören ist angesagt. Erfahrungen sammeln, sich sammeln und Wertentscheidungen treffen.

RE: Ihr Tod bricht Tabus | 20.07.2017 | 07:24

Sorry, aber der Titel ist unlogisch: welches Tabu wird durch ihren Tod gebrochen?

Wieso Tabu und nicht Vorurteil, das in Frage gestellt wird?

Insgesamt sehr unpassend finde ich, auch die Argumentation, dass eine super begabte Frau es schafft......die wahrscheinlich auch das Glück der familiären Föderung (durch Männer) hatte.

Hab gelesen sie wäre an Knochenkrebs gestorben , nicht an Brustkrebs,hm....

Die Tatsache den Tod einer sehr beachtlichen Frau so darzustellen geht mir gegen den Strich...

Max Frisch als Prologet der Emanzipation...nun ja.....

RE: Armut ist das Letzte | 14.07.2017 | 07:35

Danke für den Überblick.

Die allumfassenden Forderungen erscheinen mir masslos und völlig unrealistisch, wer sollte das zahlen?

Die Gesellschaft zerfällt, weil die Ideologie des Besser-Seins und Siegens, der Verständnislosigkeit für den Schwächeren zu unserem Fundment geworden ist.

In einem Nebensatz sind die Frauen kurz erwähnt....politisch korrekt;-) Sie werden vor allem betroffen sein, man lese hierzu "die betrogene Generation". Frauen, die ihre Kinder versorgt haben und zu Zeiten als es keine Teilzeitarbeitsplätze gab zuhause bleiben mussten, und nun massive Renteneinbußen hinnehmen müssen. Frauen , die nur die schlechteren oder gar keine Arbeitsplätze bekommen haben, weil sie ja hätten schwanger werden können.....Sie sind sicher selbst schuld und hätten einfach mehr vorsorgen sollen.

Sie werden weiter abhängig von der Gunst irgendwelcher Männer sein damit.

Frauenarbeit ist weniger wert, Männer werden zu sehr gehypt für irgendwelche Theorieblasen, die sich toll anhören: Sorry, das ist noch immer so. Mich macht das wütend.