RE: Quell allen Reichtums | 03.08.2020 | 17:38

Kann mich der Kritik am Artikel im Großen und Ganzen anschließen. Ich frage mich zusätzlich, was der Autor denkt, wie Leute ihre Zeit außerhalb der bezahlten Erwerbsarbeit verbringen... Dass sie gar nichts tun oder was?

In dieser Zeit wird doch ebenfalls Arbeit verrichtet, und zwar immens wichtige für den gesellschaftlichen Zusammenhalt: Kinder"aufzucht", Betreuung von Angehörigen, Wohnung putzen, Ehrenamtliches, Selbstfürsorge, whatever... Es wäre doch toll wenn diese wichtigen Tätigkeiten auch mal als Arbeit angesehen werden würden, und zu deren Gunsten die Erwerbsarbeit verkürzt würde.

RE: Diskriminierte Männer | 24.07.2020 | 10:15

Die "Eignung" als Argument gegen die Quote anzuführen ist Unfug. Das gilt für die Besetzung von Wahllisten aber auch z.B. von Aufsichtsräten oder Firmenvorständen. Es negiert nämlich, dass generell die "Eignung" nur eine eher nebensächliche Rolle spielt, wenn es um die Besetzung von Posten geht. Bislang profitieren vor allem Männer davon, die durch die Strukturen in Gesellschaft und Wirtschaft begünstigt werden. Durch diese Strukturen haben wir nichts anderes als eine real existierende Männerquote.

Einen Unterschied zwischen der Wirtschaft und Parlamenten gibt es aber: Für Parlamente ist sowieso jede Person geeignet, denn jede hat passives Wahlrecht.

Andere Kritikpunkte an der im Artikel beschrieben Quote halte ich schon eher für gerechtfertigt oder zumindest diskutierenswert. Vor allem sollte nicht zu viel Kraft in den Kampf um Quoten gesteckt werden weil unklar ist, wie viel sie tatsächlich bewirken (von Formalitäten abgesehen). Es geht darum die Gesellschaft und die Strukturen zu verändern, so dass Frauen sich natürlich und gern politisch engagieren und ihre Leistung anerkannt wird.

RE: Nie wieder auf Daddys Schoß | 23.05.2018 | 18:26

Wirklich ein guter Artikel, sowohl in der Analyse als auch in der Schlussfolgerung.

Ich bin mir sicher dass Geschlechtergerechtigkeit im jetzigen System nicht funktionieren _kann_, aber das ist für mich langfristig auch nicht erstrebenswert.

Der oben zitierte "Feminismus als Hilfe zur Anpassung" ist dennoch erstmal wichtig um die krassen Ungerechtigkeiten in den Griff zu kriegen (Gender Pay Gap, Altersarmut, die ja Frauen besonders betrifft, Sexismus und sexuelle Gewalt, usw.). Da dies aber letztendlich systembedingt und -begünstigt ist, ist es wichtig nicht aus den Augen zu verlieren dass das System umgekrempelt werden muss.

RE: Nie wieder auf Daddys Schoß | 23.05.2018 | 18:26

Hier passt auch das Zitat: "Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden."

RE: Sorgerecht? Für den? | 15.05.2018 | 21:10

Steile These: Je mehr und besser man sich VOR der Trennung um die Kinder kümmert, desto mehr Kontakt hat man auch nach der Scheidung zu den Kindern. Das heißt dann halt auch, dass auf Karriere und ja, auch Geld verzichtet werden muss (u.a. deswegen ist es auch sinnvoll sich für eine geschlechtergerechte Bezahlung einzusetzen - um mal dem Trend entgegenzuwirken dass Männer mit Kindern eher Vollzeit und Frauen gar nicht oder Teilzeit arbeiten).Ich verstehe wirklich nicht wie man ernsthaft ein Wechselmodell als Standard (!) fordern kann wenn es noch lange kein Standard ist dass Kinder in einer Ehe von beiden Elternteilen gleich versorgt werden.

RE: Zeigt Potenz! | 03.05.2018 | 21:51

Die Interviewte macht es sich viel zu einfach, indem sie alle Verantwortung und Schuld den Frauen in die Schuhe schiebt.

Ich lese daraus folgendes:

Das Patriarchat oder eine patriarchal geprägte Gesellschaft kann nicht schuld sein, die gibts ja nicht mehr. Die Frauen werden belästigt, weil sie sich nicht wehren...

Sorry, das ist doch alles Bullshit.

RE: Steckt das Geld in die Geburtshilfe! | 01.05.2018 | 12:10

"Die gute Nachricht zuerst: Es werden wieder mehr Kinder geboren."Warum ist das eine gute Nachricht? Finde ich nicht. Die Erde ist total überbevölkert. Es sollen halt die Kinder bekommen, die wirklich gerne welche möchten aber "die Gesellschaft" kann auch mit einem Geburtenrückgang klarkommen (und für das langfristige Überleben der Menschheit mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen ist ein weiteres Bevölkerungswachstum eh kontraproduktiv)."Aber vielleicht hat die Leserschaft Töchter, Schwiegertöchter, Enkelinnen, die möglicherweise Mutter werden wollen." Vielleicht kann man auch ohne jeden persönlichen Bezug eine gute Betreuung von werdenden Müttern gut finden - ich kann das zumindest :)

RE: Die Gewalt der Beta-Männer | 27.04.2018 | 20:39

Ja, so habe ich den Artikel auch nicht verstanden. Ich glaube dass die "Beta-Männer" sich den Namen "Beta-Männer" auch selbst gegeben haben um halt so märtyrerhaft dazustehen.Man muss sich ja nicht gleich als "Betamensch" sehen oder so bezeichnen wie die das tun nur weil man keineN PartnerIn hat.

Ich kenne viele Menschen die lange (aus den unterschiedlichsten Gründen) ohne PartnerIn sind und vor denen habe ich absolut keine Angst :)

Wohl aber vor dieser Bewegung, und ich hoffe (wie oben schon geschrieben) dass da genauer drauf geschaut wird und sich eine starke gesellschaftliche Bewegung dagegen ergibt.

RE: Die Gewalt der Beta-Männer | 26.04.2018 | 20:38

Guter Artikel und die Autorin stellt die richtigen Fragen. Da deuten sich Zusammenhänge an die wir weiter untersuchen müssen.

RE: Reich der Freiheit | 12.03.2018 | 21:54

Der Artikel ist wirklich sehr informativ und ich habe ihn gerne gelesen. Den letzten Absatz finde ich bemerkenswert, vor allem: "Letztendlich muss sich der Erfolg des Frauenwahlrechts allerdings an frauenpolitischen Errungenschaften messen lassen." Diese frauenpolitischen Errungenschaften bedeuten für mich nicht nur Gleichstellung, sondern vielmehr die Veränderung der Gesellschaft (in der jetzigen Gesellschaft wird 100%ige Gleichstellung gar nicht funktionieren, dazu ist sie viel zu sehr auf Männer ausgerichtet).