Der schöne Mann und sein Buch

Bildungsmisere Die FAZ rückt als konservatives Reaktiv gegen den Philosophen Precht vor, der im ZDF gegen das Bildungssystem anging.
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In den Kommentaren zu diesem FAZ-Artikel über den tatsächlich etwas larmoyant, nichtsdestotrotz aber mit dem richtigen Ansatz auftretenden Precht wurde der Hirnforscher Prof. Hüther angesprochen. Ich greife seine Gedanken partiell auf und sage es in einem Satz: Schule ist zum Lernen lernen da. Heute aber stopft sie Wissen für Prüfungen in den Kopf. Wissen, welches sich nach Abbau des Zwangs unter dem Eindruck des "endlich-fertig-seins" demotiviert in das Gedankenloch entleert und sich dabei im Vergessen auflöst. Richtig "gelernt" wird ohnehin nur mit genügend Motivation. Diese Motivation zu erzeugen und dabei den Prozess offen zuhalten, bereit für das Umdenken zu sein, auch einmal Fehler machen zu können und sie selbst zu erkennen - das entspräche einer tatsächlichen Revolution der Bildung für und von sowohl Schülern als auch, und insbesondere, Eltern und Lehrern. Davon ist dieses Bildungssystem allerdings Lichtjahre entfernt, das in seiner selbsterklärten Selbstverständlichkeit Grundlagen dafür schaffen will, später in lauter Turboabschlüssen ganz schnell junge BIP-Produzenten an die ökonomische Front zu schießen. Es ist klar, dass das konservative Blatt genau diesen Blickwinkel nicht von ihrer Perspektive lenken kann, sonst wäre sie ja nicht konservativ. Man wird es schon noch sehen dürfen, dass auf dem Titel von Herrn Schirrmacher höchstpersönlich geschrieben steht: "Ich beginne zu glauben, dass Herr Precht Recht hat." Inklusive Alliteration gebe ich diesen Satz zum Druck frei, liebe FAZ! Tun sie, was sie nicht tun müssen.

13:24 06.05.2013
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Geschrieben von

Fred Thiele

„Das schwere Herz wird nicht durch Worte leicht. Doch können Worte uns zu Taten führen.“ (Friedrich Schiller)
Fred Thiele

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