fuhrwerker

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RE: Die Politik der Ingenieure | 07.05.2013 | 17:48

Helmut Schelsky zitieren und dabei richtig wieder geben- das ist heute eher Glückssache. Es empfiehlt sich den guten Helmut mal wieder aus dem Regal zu holen oder via Wikipedia noch mal nachzu lesen. Denn: Mit der von Ihnen lieber Autor beschriebenen Entwicklung hat er sicher nie gerechnet, konnte er ja auch nicht. Was Schelsky aber heute wieder lesbar macht und wo sich seine Befürchtung, mit dem was sie im Artikel beschreiben verbindet, ist der Untertitel seiner Untersuchung von 1975: "Die Arbeit tun die anderen". Schelsky unterscheidet die "dienende" Planung von der "herrschenden" Planung und eine "westliche" und "östliche" Lösung für den Streit dieser beiden gegenseitig sich behindernden gesellschaftlichen Kräfte. Eine westliche Lösung gab es zu seiner Zeit erkennbar noch nicht. Heute wissen wir, dass die östliche Lösung gescheitert ist. Was wir beim organisierten Wutbürgertum erleben, ist aber vor allem eine sehr interessante Vormachtstellung der Berufsgruppe der Juristen. Sowohl bei der Plaung und der Verhinderung der Plaunugsfolgen bei der Energiewende sind sie die wahren Gewinner und nicht die von Schelsky kritisierten Priesternachfolgeeliten aus Soziologie und vor allem Psychologie.

Es sind international agierende Juristenbüros, die hier dem Staat und seinem PlanungsApparat entgegen treten und aufgrund ihres hohen Spezialisierungsgrades und des bestehenden Verbandsklagerechtes vor den Verwaltungsgerichten die besseren Karten haben, um Infrastruktur- und Energie Projekte zu verhindern oder so zu verteuern, dass sie nicht mehr sofort weiter geführt werden können.

RE: Zeitungskrise ja, aber wessen Zeitungskrise? | 22.11.2012 | 12:43

Als gelernter Zeitungsjunge und Sohn einer Zeitungsfrau kenne ich den wirtschaftlichen Wert einer Zeitung, ihre Rolle für den Aufstieg und die Armutsbekämpfung aus eigener Erfahrung. Auch ich bin Jahrgang 1960 und ich habe der Zeitung und der Arbeit für und mit Zeitungen und Journalisten die letzten 34 Jahre meines Lebens gewidmet. Nachdem meine Mutter morgens Zeitung austragen durfte, sie hatte den Job von einer alten Freundin übernehmen dürfen, ging es in unserer Familie aufwärts. Die Lokalzeitung verschaffte mir die Anschaffung meines ersten Fahrrades und später meines Motorrollers. Die Mitarbeit in Schülerzeitungen haben mich die politische Kraft der Presse spüren lassen, als Anzeigenvertreter für das Studentenmagazin und später als Medienberater für den Verkauf von Präsentationswerbung habe ich den langsamen Niedergang des Wertes der Zeitungen in Deutschland am eigenen Leibe miterlebt. Als Verkehrssoziologe habe ich die Prioritätenverschiebung zur Online Arbeit und das kurzzeitige Aufleben von Fernsehen gegenüber den Printmedien erlebt und für meine PR genutzt. Nun also jetzt lebe ich mit Social Media. Doch leider hat Social im englischen eine andere Bedeutung als im deutschen und die Beziehungen die in den neuen Öffentlichkeiten entstehen und die auch ich pflege, sind in Wahrheit keine sozialen, realen oder face to face Bezeihungen. Sondern OARASOZIALE KOMMUNIKATION. In Wahrheit geht es bei Zeitung und den neuen Öffentlichkeiten um die Dominanz von parasozialen Beziehungen die mit dem Buch eigentlich beginnen, sehr stark mit den penny papers und den Massenmedien all die Jahre in der modernen Gesellschaft zunehmen, Verbindungen über Kontinente und Distanzen in den Großstädten hinweg schaffen. Nun durch Aufenthalte im Internet und auf Twitter und Facebook haben sie noch mehr zugenommen. Die parasoziale Kraft der Zeitung, sie erzeugte Gewissheit. Wenn man vor zwanzig Jahre im Cafe eine große überregionale Tageszeitung las, konnte man sicher sein dass eine riesige Masse von Lesern das auch tun würde. Doch weder die Zeitung noch andere Massenmedien sind bisher von den Sozialwissenschaften und Publizistikwissenschaften - lieber Herr Raab, leider ist das auch bei Ihnen offensichtlich so- empirisch oder gar theoretisch in dieser Dimension hinreichend beschrieben oder das Phänomen selber verstanden worden. Seit 1912 Max Weber eine Soziologie des Zeitungswesen in Deutschland gefordert hat und kurz darauf verstarb ist dieses Defizit - das ist ein forschungspolitischer Skandal - nicht eingeholt worden. Eine Soziologie der Massenmedien harrt noch immer ihrer Entwicklung. Sage nicht nur ich. Nachlesen kann man das in dem 2001 erschienen Buch des Berliner Soziologen vom Nordamerika Institu Prof. Harald Wenzel: "Die Abenteuer der Kommunikation" Echtzeitmassenmedien als Handlungsraum der Hochmoderne. Außer eine Verriß haben die Thesen dort keine größeren Reaktionen der deutschen Soziologie ausgelöst, aber auch nicht in den Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Er hat sich mit zu vielen Adepten von Übervätern angelegt: Adornos und Luhmanns Theorien verworfen, Habermas eines Fehlers überführt und auch Foucauld und eine Menge amerikanischer Starsoziologen bekommen ungeschminkt gesagt, dass sie Massenmedien und die Zeitung schlicht nicht empirisch erforschen sondern mit großem Gestus und Verachtung schlicht ablehen. Mit Verweis auf Paul Virilio - die Dialektig der Aufklärung und die Ordnungs- und Disziplinierungsbeschreibungen von Foucauld zeigen jeweils nur einen split Screen der Realität, die in Wahrheit doppelt ist. Kann hier nicht ausgeführt werden kann man aber im Buch einfach nachlesen. Auch lesen kann man die Gründe warum Soziologen und Kommunikationswissenschaftler statt Empirisch mit Massenmedien intensiver zu arbeiten, sie es lieben theoretisch von einer Agora Öffentlichkeit zu träumen oder sich aus diesen Arenen der Vulgarität und des Middlecult Geschmacks von Massenmedien wie Rundfunk und Fernsehen, aber auch schon aus populären Zeitungen und Zeitschriften schlicht und ergreifend zurückziehen, da dieses nicht der wissenschaftlichen Karriere dient, sondern eher hinderlich ist. Massenmedien werden daher als Manipulationsinstrumente verdammt, sie stehen für das Falsche Leben und außer hochleboriertem Massen- Medienbashing ist von einem Soziologen meist nichts über das Medieum Zeitung zu erfahren. Masse ist ja auch meist irgendwie BäääH. Ich dagegen liebe Zeitung und Fernsehen und Twitter. Toleriere Facebook und freue mich über jeden, der Zeitung gut macht, denn lesen lernen und Politik verstehen habe ich vor allem durch die Zeitungslektüre gelernt. Diese Macht der Zeitung ihr kultureller und bildungspolitischer Beitrag für die Demokratie, das ist abstrakt gesprochen die Stärke der Zeitung. Hinzu kommt, sie wärmen, die Zeitungen. Wenn ich früher morgens um 5 bei Schnee und Eiskälte meine Zeitungen im Dorf ausgetragen habe, da brauchte ich keinen zweiten Handschuh, einfach die Hand zwischen die noch vom Druck warmen Zeitung gesteckt blieb sie warm, die Hand. Und das Gefühl, sie nach dem Stecken der Zeitung ins Rohr der Kunden wieder dort einzutauchen, dieses Gefühl vermittelt kein Online Magazin, aber sie arbeiten vielleicht auch noch daran.

RE: Zeitungskrise ja, aber wessen Zeitungskrise? | 22.11.2012 | 12:43

Als gelernter Zeitungsjunge und Sohn einer Zeitungsfrau kenne ich den wirtschaftlichen Wert einer Zeitung, ihre Rolle für den Aufstieg und die Armutsbekämpfung aus eigener Erfahrung. Auch ich bin Jahrgang 1960 und ich habe der Zeitung und der Arbeit für und mit Zeitungen und Journalisten die letzten 34 Jahre meines Lebens gewidmet. Nachdem meine Mutter morgens Zeitung austragen durfte, sie hatte den Job von einer alten Freundin übernehmen dürfen, ging es in unserer Familie aufwärts. Die Lokalzeitung verschaffte mir die Anschaffung meines ersten Fahrrades und später meines Motorrollers. Die Mitarbeit in Schülerzeitungen haben mich die politische Kraft der Presse spüren lassen, als Anzeigenvertreter für das Studentenmagazin und später als Medienberater für den Verkauf von Präsentationswerbung habe ich den langsamen Niedergang des Wertes der Zeitungen in Deutschland am eigenen Leibe miterlebt. Als Verkehrssoziologe habe ich die Prioritätenverschiebung zur Online Arbeit und das kurzzeitige Aufleben von Fernsehen gegenüber den Printmedien erlebt und für meine PR genutzt. Nun also jetzt lebe ich mit Social Media. Doch leider hat Social im englischen eine andere Bedeutung als im deutschen und die Beziehungen die in den neuen Öffentlichkeiten entstehen und die auch ich pflege, sind in Wahrheit keine sozialen, realen oder face to face Bezeihungen. Sondern OARASOZIALE KOMMUNIKATION. In Wahrheit geht es bei Zeitung und den neuen Öffentlichkeiten um die Dominanz von parasozialen Beziehungen die mit dem Buch eigentlich beginnen, sehr stark mit den penny papers und den Massenmedien all die Jahre in der modernen Gesellschaft zunehmen, Verbindungen über Kontinente und Distanzen in den Großstädten hinweg schaffen. Nun durch Aufenthalte im Internet und auf Twitter und Facebook haben sie noch mehr zugenommen. Die parasoziale Kraft der Zeitung, sie erzeugte Gewissheit. Wenn man vor zwanzig Jahre im Cafe eine große überregionale Tageszeitung las, konnte man sicher sein dass eine riesige Masse von Lesern das auch tun würde. Doch weder die Zeitung noch andere Massenmedien sind bisher von den Sozialwissenschaften und Publizistikwissenschaften - lieber Herr Raab, leider ist das auch bei Ihnen offensichtlich so- empirisch oder gar theoretisch in dieser Dimension hinreichend beschrieben oder das Phänomen selber verstanden worden. Seit 1912 Max Weber eine Soziologie des Zeitungswesen in Deutschland gefordert hat und kurz darauf verstarb ist dieses Defizit - das ist ein forschungspolitischer Skandal - nicht eingeholt worden. Eine Soziologie der Massenmedien harrt noch immer ihrer Entwicklung. Sage nicht nur ich. Nachlesen kann man das in dem 2001 erschienen Buch des Berliner Soziologen vom Nordamerika Institu Prof. Harald Wenzel: "Die Abenteuer der Kommunikation" Echtzeitmassenmedien als Handlungsraum der Hochmoderne. Außer eine Verriß haben die Thesen dort keine größeren Reaktionen der deutschen Soziologie ausgelöst, aber auch nicht in den Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Er hat sich mit zu vielen Adepten von Übervätern angelegt: Adornos und Luhmanns Theorien verworfen, Habermas eines Fehlers überführt und auch Foucauld und eine Menge amerikanischer Starsoziologen bekommen ungeschminkt gesagt, dass sie Massenmedien und die Zeitung schlicht nicht empirisch erforschen sondern mit großem Gestus und Verachtung schlicht ablehen. Mit Verweis auf Paul Virilio - die Dialektig der Aufklärung und die Ordnungs- und Disziplinierungsbeschreibungen von Foucauld zeigen jeweils nur einen split Screen der Realität, die in Wahrheit doppelt ist. Kann hier nicht ausgeführt werden kann man aber im Buch einfach nachlesen. Auch lesen kann man die Gründe warum Soziologen und Kommunikationswissenschaftler statt Empirisch mit Massenmedien intensiver zu arbeiten, sie es lieben theoretisch von einer Agora Öffentlichkeit zu träumen oder sich aus diesen Arenen der Vulgarität und des Middlecult Geschmacks von Massenmedien wie Rundfunk und Fernsehen, aber auch schon aus populären Zeitungen und Zeitschriften schlicht und ergreifend zurückziehen, da dieses nicht der wissenschaftlichen Karriere dient, sondern eher hinderlich ist. Massenmedien werden daher als Manipulationsinstrumente verdammt, sie stehen für das Falsche Leben und außer hochleboriertem Massen- Medienbashing ist von einem Soziologen meist nichts über das Medieum Zeitung zu erfahren. Masse ist ja auch meist irgendwie BäääH. Ich dagegen liebe Zeitung und Fernsehen und Twitter. Toleriere Facebook und freue mich über jeden, der Zeitung gut macht, denn lesen lernen und Politik verstehen habe ich vor allem durch die Zeitungslektüre gelernt. Diese Macht der Zeitung ihr kultureller und bildungspolitischer Beitrag für die Demokratie, das ist abstrakt gesprochen die Stärke der Zeitung. Hinzu kommt, sie wärmen, die Zeitungen. Wenn ich früher morgens um 5 bei Schnee und Eiskälte meine Zeitungen im Dorf ausgetragen habe, da brauchte ich keinen zweiten Handschuh, einfach die Hand zwischen die noch vom Druck warmen Zeitung gesteckt blieb sie warm, die Hand. Und das Gefühl, sie nach dem Stecken der Zeitung ins Rohr der Kunden wieder dort einzutauchen, dieses Gefühl vermittelt kein Online Magazin, aber sie arbeiten vielleicht auch noch daran.

RE: Der Bobby-Car-Effekt | 29.03.2012 | 16:09

Es gibt eine ältere Arbeit von, ach Gott ist das lang her, 1989 von Rolf Ebbighausen und Sighardt Neckel mit dem schönen Titel: Anatomie des politischen Skandals wo die Entsorgung staatsbürgerlichen Ekels, die Dramen, Tragödien, Lustspiele und Farcen ja hinreichend schon beschrieben werden, und deren rituelle Funktionen daher an dieser Stelle nicht vergessen werden sollten, auch wenn ich Hondrich als Frankfurter Soziologe natürlich auch schätze. Was den Mainzer Auf den Zug des verwullften Bundesgauckelei Hype aufspringenden skandalösen Beitrag von Prof. Dr. betrifft, stimme ich daher Herrn Michal zu, es gehört sich nicht die Arbeiten der Kollegen zu ignorieren, zu mal damit die Chance vertan wird das Niveau der Debatte zu erhöhen, gelle?