Warum wir nie Millionäre werden

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In letzter Zeit diskutieren wir mal häufiger wieder über das Reichwerden oder wie man eine Idee entwickeln könnte, um an die erste Million zu kommen, die bekanntlich die schwierigste sei. Häufig passiert das, wenn irgendwo ein neues Startup an die Börse geht und neue Millionäre schafft. Daher sei das Internet ja ein Beispiel dafür, wie leicht das gehen könnte!

Seit Jahren spiele ich hierbei die Rolle des Spielverderbers und erinnere daran, dass die Idee vor dem Geldverdienen kam und nicht umgekehrt. Dass jene erfolgreich waren, die in erster Linie begeistert an ihrer Idee gearbeitet, sich voll und ganz dem gewidmet und sich nicht von Niederlagen entmutigen lassen haben. Der Erfolg kam danach, war aber nicht das primäre Ziel. Natürlich gibt es genug solcher Geschichten, die nicht durch finanziellen Erfolg gekrönt werden, nur sie sind kein Teil jener Erfolgsgeschichten, die ins Bewusstsein der Menschen dringen und gerückt werden. Daher gehören auch Zufall und Glück zum Können dazu.

Aber warum gerade wir nie zu Millionären werden, das veranschauliche durch folgendes, vereinfachtes Gedankenspiel, woran etwas „so simples“ „einfach“ scheitern kann.

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Man hat eine tolle Idee, die man konsequent gegen alle Widrigkeiten des Lebens strikt verfolgt und die dann in einem Startup gründet oder man kauft sich Aktien, von dem Unternehmen, von dem überzeugt ist, dass es eine zukunftsträchtige Idee hat.

Angenommen dieses Unternehmen verdoppelt jedes Jahr seinen investierten Wert, aber das weiß man natürlich nicht im Vorfeld. Bei einem Einsatz von € 10.000 wäre man somit im siebten Jahren Millionär!

Im ersten Jahr beliefe sich der Wert auf € 20.000,-. Das wäre der Zeitpunkt, an dem die meisten verkaufen würden, um den unerwarteten Gewinn zu realisieren.

Im zweiten Jahr wären es stattliche € 40.000,-. Jetzt würde von den Übriggebliebenen ein Großteil auch verkaufen, denn mit der Vervierfachung des ursprünglichen Einsatzes steigt die Angst des Verlustes obgleich der Verlust eigentlich jedes Jahr der gleiche wäre – nämlich die anfangs bereitgestellten € 10.000!

Im dritten Jahr dann hätte sich der Gewinn auf die stolze Summe von € 80.000 hochgearbeitet. Jetzt werden auch die Härteren nervös! Spätestens im 4ten mit € 160.000,- oder 5ten Jahr mit € 360.000,- dürfte der Letzte auch verkauft haben!

Damit besitzt keiner in meinem Gedankenexperiment das Durchhaltevermögen und die Risikobereitschaft, um annähernd an die Million heranzukommen! Die meisten werden vermutlich schon an der Höhe der Einstiegsinvestition scheitern.

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19:57 19.02.2012
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Geschrieben von

Hakan Civelek

Alltagsansichten mit Aussichten
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