G.A.

Mein Sein bestimmt mein Bewußtsein
Avatar
RE: Allein die Überzeugung zählt | 28.08.2020 | 10:44

„…obwohl amerikaner(unter opfern) uns von den nazis befreit haben“

Wenn Sie wenigstens das Wörtchen „auch“ eingebaut hätten.

So aber blicken Sie voller Hass nur in eine Richtung.

Das schließt ihrerseits leichte Kritik unserer westlichen Partner nicht aus.

RE: Die Gesellschaft im 21. Jahrhundert | 05.08.2020 | 11:43

„…, denn es dient der Ermittlung und Erfüllung der eigenen Bedürfnisse und wird daher in der Regel von den Nutzern aktiv und passiv eingefordert. Es macht daher keinen Sinn, den Einbettungsprozess als Manipulationsmechanismus zu deuten, auch wenn er dafür missbraucht werden könnte.“

Die Ermittlung und Befriedigung eigener Bedürfnisse war immer eine notwendige Voraussetzung für Manipulation und die neuen Möglichkeiten machen diese nur effektiver.

Es ist ein Märchen, das die Medienmacht der großen Monopole (welche all diese Tools betreiben) der Bedürfnisbefriedigung der Individuen dient. – Sie ist ein Mittel zur zielgerichteten Manipulation, welche durch die Möglichkeit der Bedürfniserfassung einzelner Individuen und deren zielgerichtete und unbewusste Beeinflussung der Verhaltenssteuerung zur Befriedigung von Monopolinteressen dient.

Man sollte also die Forschung darauf konzentrieren, welche Möglichkeiten es in dieser neuen Zeit gibt, um solche mächtigen Werkzeuge auch für tatsächlich positive kollektive Ziele zu nutzen und die Gestaltungsmacht egoistischer Interessengruppen beschränken zu können.

RE: 1990: Ultimativer Schock | 03.07.2020 | 22:59

Kurz vor seiner Ermordung wurde August Detlev Rohwedder, erster Präsident der Treuhandanstalt, in einem Fernsehinterview gefragt, was er von der Währungsunion halten würde.

Er antwortete sinngemäß: „Nach allen volkswirtschaftlichen Lehrbüchern war das falsch – aber darum ging es nicht. Da öffnete sich ein Fenster und niemand wusste, wie lange es offen sein wird. Es war eine rein politische, nicht wirtschaftliche Entscheidung“.

Also ist jegliche nachträgliche wirtschaftliche Begründung und eine alternativlose Betrachtung einfach falsch.

Die Schuld soll auf den zugestandenermaßen desaströsen Zustand der DDR-Volkswirtschaft abgewälzt werden – hat ja auch gut funktioniert.

RE: „Wir wollen besser leben“ | 02.07.2020 | 18:41

Warum muss eigentlich immer Putin herhalten? – Sogar bei einen solchen Beitrag.

Das assoziiert schon wieder, dass an dem amerikanischen Dilemma der Russe Schuld ist.

Wahrscheinlich wird Putin auch schuldig gesprochen, wenn sich die hegemoniale Politik der USA unter den Demokraten nur wenig ändert.

Das eigentliche Problem ist doch der sinkende Einfluss dieser Weltmacht auf das Weltgeschehen, was durch gesteigerte Aggressivität ausgeglichen wird und vom westlichen Bündnis eine Umverteilung der Ressourcen in das Militärische verlangt.

Wenn wir nur das noch Schlechtere in China und Russland finden, verlieren wir die Kompetenz des Dialoges, und das wird es uns als Vasallen der USA in den Untergang reißen.

RE: Wer zuerst schießt | 28.06.2020 | 21:57

„Die Politik, indem sie sich des Krieges bedient, weicht allen strengen Folgerungen aus, welche aus seiner Natur hervorgehen, bekümmert sich wenig um die endlichen Möglichkeiten und hält sich nur an die nächsten Wahrscheinlichkeiten. Kommt dadurch viel Ungewissheit in den ganzen Handel, wird er also zu einer Art Spiel, so hegt die Politik eines jeden Kabinetts zu sich das Vertrauen, es dem Gegner in Gewandtheit und Scharfsicht bei diesem Spiel zuvorzutun.“ (Vom Kriege, Carl von Clausewitz)

RE: Wer zuerst schießt | 28.06.2020 | 18:00

Was mir fehlt ist, welche Strategie sich hinter all dem versteckt.

Meines Erachtens, und gestützt von Studien der CSIS (Denkfabrik in Washington, D.C. mit dem Fokus auf die Außenpolitik der Vereinigten Staaten), welche Strategien zur Erschaffung eines funktionierenden nuklearen Schutzschirm für die USA ab ca. dem Jahr 2025 vorschlagen, werden begrenzte nukleare Kriege mit maximalem Schutz des eigenen Territoriums wieder für möglich gehalten.

Wenn sich beispielsweise eine nukleare Eskalation auf Europa für ein paar Stunden begrenzen ließe und dann deeskaliert würde, wäre Europa als Konkurrent für sehr lange Zeit ausgeschaltet.

Das Aufkündigen der hierfür hinderlichen Verträge ist dann nur logisch. Eine Verringerung der Vorwarnzeiten auf nahe Null würde auch Russland zwingen, sich vorrangig um naheliegende potentielle Gefahrenherde zu kümmern – und die liegen rund um Russland sowie meist in Westeuropa.

Krisenherde in Europa und Asien müssen hierfür gepflegt und ausgebaut werden. Mit Indianerkriegen, um andere für sich kämpfen zu lassen, hat man seine Erfahrung.

Neue Mittelstreckenraketen, Aufkündigung des ABM-Vertrages und ein „Schutz“ des eigenen Territoriums vor Überwachung durch Aufkündigung des Vertrags zum offenen Himmel sind dann nur logisch.

Erschreckend ist für mich nur die Ignoranz der westlichen Bündnispartner der USA, die wissentlich ihren eigenen Untergang mit planen – oder denkt irgendeiner dieser Militärpolitiker, dass sich ein nuklearer Krieg nur auf dem russischen Territorium abspielen wird?

RE: Zulässige und unzulässige Vergleiche | 31.05.2020 | 18:25

Vielleicht sollte der Kauf von Toilettenpapier mit der Anzahl und Schwere der restriktiven Maßnahmen des Staates und der Länder korreliert werden. Ich vermute, der Korrelationskoeffizient ist nahe 1.

Eine weitere und gravierendere Wirkung hat die Krisenpolitik: Die Virtualität gesellschaftlicher und somit auch persönlicher Beziehungen wird sprunghaft und unumkehrbar erhöht. Parallel hierzu haben sich die Möglichkeiten zum Widerstand gegen derartige Maßnahmen verringert.

RE: Er nennt mich Ospe | 29.04.2020 | 12:53

Interessante Frage – bin ich noch als „Ossi“ identifizierbar und gibt es Merkmale, an denen man das festmachen kann?

Bei mir bestimmt am Dialekt, wenngleich auch durch viele Jahre in der Fremde verschliffen…

Aufgrund einer sehr guten Ausbildung und ersten erfolgreichen Karriereschritten im „Osten“ ,die sich nach dem Fall der Mauer fortsetzten, könnte ich mich als einer der „Gewinner der Wende“ bezeichnen und bin dennoch – denke ich – ein „Ossi“ geblieben. – Allerdings hauptsächlich im Kontrast zu meinen westdeutschen Kollegen. Ich arbeitete größtenteils in Westdeutschland oder im Ausland. Im westeuropäischen Ausland war ich vielfach einfach ein Deutscher mit typisch deutschen Manieren und mit einem gewissen Interesse an meiner Person und Geschichte, wenn sie mein Geburtsland erfuhren.

Hier fiel es mir persönlich anfänglich schwerer als in Osteuropa, ein optimales Lebens- und Arbeitsumfeld zu schaffen. In Osteuropa hatte ich Vorteile durch gemeinsame historische Erfahrungen, auch gemeinsam wachsende neue Strukturen und meinem schlechten Russisch.

Es ist schwer eine Formel zu finden – von mir beobachtet scheinen Werte, die aus allgemeinem Konkurrenzverhalten, Selbstdarstellung und Vertrauen entstanden, im umgekehrten Verhältnis zu meinen westdeutschen Kollegen zu stehen. Das soll in keiner Weise herabmindernd gemeint sein, kommt man doch mit einer gehörigen Portion von Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen immer gut durchs Leben. Auch ist der heute praktizierte Teamgeist etwas anderes für mich als der früher gelebte Kollektivgeist, wenngleich auch nur unscharf begründbar.

Bei meinen Kindern verschwimmen nur langsam diese Unterschiede – die Prägung aus dem Elternhaus ist nicht zu übersehen, egal ob im Westen oder Osten wohnend und inzwischen mit einem Abbild der früheren DDR ausgestattet, welches sich stark von meinem unterscheidet - und doch werden sie in ihrer Umgebung noch als „Ossis“ wahrgenommen.

Oft wurde ich gefragt, ob ich der DDR hinterher trauere. – Nein, der gelebte und falsche Sozialismus ist gesetzmäßig an seinen inneren Widersprüchen untergegangen.

Wenn ich mir etwas zurückwünschte, dann, insbesondere für die jüngere Generation, mehr Kenntnisse über gesellschaftliche Zusammenhänge, ein wesentlich kritischeres Hinterfragen von maskenhaft präsentierten Nachrichten der Medien und positive Zukunftsvisionen als Antriebskraft, die Zukunft gestalten zu wollen.

RE: „Kummeronkel der Alten“ | 26.04.2020 | 14:39

Eine große Gefahr dieser Krise wird weitgehend unterschätzt: die sprunghaft verstärkte Virtualisierung unserer Gesellschaft.

Einschränkung des Versammlungsrechts, zunehmende Homeoffice-Arbeit, Kommunikation über fremdbestimmte Internetplattformen, bargeldloser Zahlungsverkehr, die Manipulation über Fake News aber auch das Herabwürdigen von missliebigen Informationen und deren Diskreditieren als Fake News oder das Unterdrücken missliebiger Meinungen – hier befürchte ich unumkehrbare Trends, auf die wir durch die Deutungshoheit von großen privaten aber auch staatlichen Medien absolut unzureichend vorbereitet sind.

RE: Der Spielraum unserer Freiheit | 23.04.2020 | 19:13

Ich denke, hier fehlt eine wichtige Dimension bezüglich der Ausprägung und Ausübung persönlicher und gesellschaftlicher Freiheiten – die Zeit.

Es ist meines Erachtens durchaus akzeptabel, kurzzeitig auf einige Rechte zu verzichten – oder auch verzichten zu müssen - um einen gesellschaftlichen Verbund zu sichern.

Nur muss die Endlichkeit jeder Maßnahme auch zeitlich fixiert werden. Beispielsweise kann das Versammlungsrecht mit definiertem (kurz)zeitlichen Ende zugunsten der Gesundheit einer Gemeinschaft beschränkt werden. Über Monate oder gar Jahre wäre dies aber inakzeptabel.

Eine „neue Normalität“ aber beschränkt Freiheiten ohne zeitlichen Bezug und dürfte somit höchstens zum Vokabular von Diktaturen gehören. Und wenn deutsche Politiker dieses Vokabular verwenden, wird aus vielleicht gut gedachten Maßnahmen einfach Willkür.