"Ich versteh' die Kurden nicht!"

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"Ich verstehe nicht, was die Kurden wollen, wo man nicht mal weiss, wie viele sie sind, zwei Millionen, zehn Millionen oder zwanzig Millionen, denn sie haben die Kurden noch nicht gezählt, die Kurden. Und auch das kann keiner verstehen, was sie noch wollen, die Kurden, wo sie doch fünf schöne und ehrliche, süße Vaterländer haben, und keiner weiß, warum das den Kurden zuwenig ist. Was können sie denn noch wollen, die Kurden, wo sie mit arabischen Buchstaben schreiben können, mit lateinischen Lettern, ja sogar mit kyrillischen Zeichen, doch augenscheinlich sind drei Schriftarten noch immer zuwenig den Kurden. Ob sie wohl ein Auge auf die chinesischen Zeichen geworfen haben, oder, wer weiß, auf die Knotenschrift der Indianer, auch auf die altgermanischen Runen, nicht anders mit den ägyptischen Hieroglyphen, damit sie auch mit denen herumkritzeln können, die Kurden.

Keiner kann verstehen diese Kurden, was sie wohl noch wollen können, wo doch die Türken sie als Türken akzeptieren, die Iraner als Iraner und die Araber als Araber, diese Kurden. Aber auch das reicht den Kurden nicht, und sie quengeln solange, bis die Türken sie für Araber, die Iraner für Türken und die Araber sie für Iraner halten werden, die Kurden. Doch auch damit sind die Kurden nicht zufrieden, sie maulen, sie schießen umher und sie sind sogar in der Lage, sich auszudenken, dass man neuerdings selbst mit Giftgas die Kurden vernichtet, und ich weiss nicht einmal, was die Kurden damit erreichen wollen. Es sei denn, dass die Türken diese Unmöglichkeit dementieren sollen, und auch die Iraner, denn schließlich werden sich die Iraner nicht mit den Türken zerstreiten, und die Türken mit den Arabern, bloß deshalb, weil sich die Kurden irgendwelche Gräuel auszudenken fähig sind.

Es ist doch völlig unverständlich, was die Kurden noch wollen, wo sie doch überallhin fliehen können, denn auf dieser ganzen Welt bringt niemand sie, wie Wanzen, mit Giftgas um, diese Kurden. Ich verstehe nun wirklich nicht, warum es für die Menschheit ein so großer Schlag Gottes wäre, wenn nach soviel gutem Willen, Hilfe und Unterstützung die Kurden wirklich aussterben würden, und warum sie (wer? die Kurden, zweifellos) dessen soviel Aufhebens machen.

Ja eigentlich verstehe ich nicht einmal, wer die Kurden denn nun wirklich sind, warum sie herumspringen, sich beklagen, warum sie kämpfen und fliehen, und warum sie um jeden Preis aussterben wollen, wenn die Kurden wirklich Kurden sind.

Und es wird nun vollends keiner verstehen, ob es die Kurden nun tatsächlich gibt, oder ob sie von sich nur behaupten, sie seien Kurden, doch dabei sind sie nur irgendeine dahergelaufene Völkerschaft, die sich so nur von den anderen abgrenzen will, die nun wirklich keine Kurden sind. Wenigstens ich kann es keineswegs verstehen, was für eine Provinzbande mit beengtem Horizont diese Kurden sind, die da glauben, dass die Menschheit irgendeine Bedeutung den Kurden beimisst, und dass irgendwo in der großen, weiten Welt, sei es ein Minister, ein Naturschützer oder der Kassierer irgendeines Tierschutzvereines von Herzproblemen geplagt ins Sanatorium kommen wird nach der gleichgültigen Nachricht, dass es ab heute überhaupt keine Kurden mehr gibt."

Vorsicht, Ironie & Satire! ("Kurden" durchaus als Variable zu begreifen!)

(Orig. von Andreas Bayer)

14:54 06.03.2010
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Geschrieben von

Zachor!

Nicht verzagen, erinnern!
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