G. Ensdorf

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RE: Die Wahrheit muss erlaubt sein | 16.05.2011 | 14:27

Glückwunsch zu dieser Entscheidung! Es gibt den Rechtspopulismus, wie auch den Linkspopulismus, den Umweltpopulismus, den Friedenspopulismus und unzählige andere Populismen. Alle sind Versuche die Unfähigkeit zur Durchdringung komplexer Sachverhalte durch "den Bauch" zu ersetzten. In einer modernen Mediengesellschaft mit Anspruch aller auf Teilhabe am politischen Diskurs ist das wohl unvermeidbar. Das ganze Infotainment der Medien ist nichts anderes als Populismus. Populismus ist in einer Demokratie erlaubt und vielleicht sogar unvermeidbar.
Zitate wie "Anstatt zu seiner Bekämpfung beizutragen, so wurde befürchtet, könnten solche Daten genutzt werden, den Rechtspopulismus zu stärken. ... Das mag aus politischer Sicht eine zutreffende Befürchtung sein. Aber es ist nicht die Aufgabe der Zeitung, bei der Lösung politischer Probleme zu helfen" sind in einer Zeitung auch noch ok, solange diese Zeitung eine politische Richtung klar vertritt. Werden aber Formulierungen, die abweichende Meinungen als "politisches Problem" beschreiben verwendet, zeigt dies nicht die Bereitschaft zum offenen, schon gar nicht herrschaftsfreien Diskurs, sondern totalitäre Denkstrukturen, die grundsätzlich abzulehnen sind. Der Freitag ist nicht die Prawda, schön, dass sie nochmal die Kurve bekommen haben.