Umverteilung nach oben durch Gleichschaltung der Massenmedien

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ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender war nicht linientreu genug für den "Freundeskreis" von CDU und CSU im ZDF-Verwaltungsrat um Roland Koch, Edmund Stoiber und Peter Müller von der Saar (sh. z.B. "Absetzung von Brender - Koch und seine Kellner servieren ZDF ab", stern.de, 27.11.2009, zdf-jahrbuch.de/2008 und "Die Mär von der Staatsferne", taz.de, 26.11.2009). Die Ablehnung der Vertragsverlängerung für Brender ist nicht nur ein weiterer Vorstoß der neoliberalen Herrschaft über Proporz-Fernsehen und Medien-Kapital bei der allgemeinen Gleichschaltung der Medien zur Wählertäuschung. Vielmehr dient diese Manipulation vor allem auch der Umverteilung nach oben in ihre eigenen Taschen auf Kosten der Klein- und Normalverdiener - mit "Weniger Netto vom Brutto" für die Konsumnachfrage und "Mehr Netto vom Brutto" für den Kapitalexport zum internationalen Finanzmarkt.

Die Medienherrschaft hat mit der letzten Bundestagswahl zumindest bewirkt, dass man auf dem erfolgreichen Weg zu diesen Zielen noch wesentlich weiter kommt durch Kopfprämien, drastisch höhere Pflegeversicherungsbeiträge und Absenkung des Spitzensteuersatzes von ehemals 53 und dann 42 Prozent auf künftig 35 Prozent.

Die "Berlusconisierung" des Proporz-Fernsehens bewirkt auch, dass solche Mehrheiten stabilisiert werden und dass man nach der nächsten Wahl auf diese Selbstbedienung aus dem Volkseinkommen fortsetzen kann.

Nach der weitgehenden Gleichschaltung der Druckmedien wollen sich die Neoliberalen also noch eindeutiger "den Rundfunk zur Beute machen" (so Fritz Pleitgen, sh. rossaepfel-theorie.de). Da hilft es auch wenig, wenn 35 Staatsrechtler die Demontage der verfassungsmäßigen Rundfunkfreiheit feststellen (sh. deren offenen Brief unter juraexamen.info, den man auf den Webseiten der Manipulations-Medien vergeblich sucht).

10:54 28.11.2009
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Geschrieben von

Geierschreck

Gegner der Arbeitsplatzvernichtung durch Umverteilung nach oben und durch Wählertäuschung, also des „christlichen“, „sozialdemokratischen“ und sonstigen Neoliberalismus; Anhänger der „Goldenen Regel“; Finanzökonom, aber auch ehemaliger Außenseiter-Student der Frankfurter Schule.
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