Umweltminister Norbert Röttgen macht "Bock zum Gärtner"

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Es kann nicht überraschen, dass Merkels neuer Minister Norbert Röttgen für die Aufsicht der Reaktorsicherheit den "Bock zum Gärtner" macht (sh. "Kratzer an Röttgens Öko-Image", tagesspiegel.de, 3.12.2009). Schon vor Jahren hat Röttgen sich als Industrie-Lobbyist profiliert (sh. "Merkel-Mann übernimmt BDI-Funktion", spiegel.de, 15.5.2006).Den Job als Vorsitzender vom Bundesverband der Deutschen Industrie konnte er aber schließlich doch nicht übernehmen, weil er dazu auch noch sein Abgeordneten-Mandat behalten wollte und weil der öffentliche Druck dagegen zu groß wurde.

Andererseits kann Röttgen sich als "Strahle"-Mann und durch wohlfeile Forderungen an den Klima-Gipfel in Kopenhagen sehr gut für das CDU-Fernsehen in Szene setzen (sh. seinen ZDF-Auftritt in der Talkshow "Leiden für den Klimaschutz?", maybritillner.zdf.de, 3.12.2009). Inzwischen ist der neue Minister "gegen ‚'Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit'" (sh. "'Christliche' Atomlobby für zusätzliche Milliardengewinne der Strompreis-Treiber", rossaepfel-theorie.de) aber selbst zum Störfall geworden durch seine Aufklärungs-Blockade beim Hochrisiko-Reaktor Biblis (sh. "Röttgen verhindert Aufklärung – Weiter Wirbel um AKW Biblis", Kontraste, rbb-online.de, 3.12.2009).Auch Hennenhöfer hatte schon vor Jahren bei Biblis seine Hand im Spiel. Dazu schreibt die taz:

Gerald Hennenhöfer hat schon unter Umweltministerin Merkel das heute marode Atomendlager Morsleben gegen den Rat der Experten durchgesetzt und die Stilllegung der AKWs in Biblis verhindert.

(Sh. "Atom-Lobbyist wird Chef der Abteilung für Reaktorsicherheit", taz.de, 2.12.2009.)

Schließlich soll die Laufzeitverlängerung für jeden abschaltungsreifen Risiko-Reaktor pro Tag einen Zusatzprofit von einer Millionen Euro bringen, und diese Milliarden lohnen schon einiges an Trickserei.

19:32 06.12.2009
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Geschrieben von

Geierschreck

Gegner der Arbeitsplatzvernichtung durch Umverteilung nach oben und durch Wählertäuschung, also des „christlichen“, „sozialdemokratischen“ und sonstigen Neoliberalismus; Anhänger der „Goldenen Regel“; Finanzökonom, aber auch ehemaliger Außenseiter-Student der Frankfurter Schule.
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