Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Gestern bin ich durch eine eMail vom Forum Politik auf das "Freitag"-Projekt aufmerksam geworden und fand hier in der Tat gleich die "Steckbriefe" einiger Blogger, von denen ein ordentliches Niveau zu erwarten ist.

Daraufhin habe ich mich registriert und nach Beiträgen zur Verteilungspolitik gesucht, weil man das Niveau am ehesten dann erkennt, wenn es um die Wurst geht. Aber leider habe ich in den letzten Tagen vor der Wahl dazu in der "Übersicht" nur eine Duftmarke gefunden von Tom Zille mit der Überschrift "Nicht mal ein richtiger Volksverhetzter". Diese Überschrift trifft zwar zu, aber nicht auf das Opfer der Hetzmeute, die sich nun schon seit Jahren austobt – in sämtlichen neoliberalen Medien mit den Springer-Vorreitern BILD, Welt, B.Z. usw. Dazu gehören auch fast alle Meinungsmacher, die ab der Jahrtausendwende reichlich profitiert haben von der Senkung ihres Spitzensteuersatzes und von der sonstigen Umverteilung nach oben - einschließlich der neoliberalen Politiker - bis hin in die Talkshows. Deren Moderatoren auf den besten Sendeplätzen kassieren dadurch jährliche Steuergeschenke um die 100.000 Euro je Einkommensmillion (sh.

rossaepfel-theorie.de

) auf Kosten der Ärmsten und der Konsumnachfrage. Auch die prominenten Talkgäste sowie die Entscheider über die Sendeplätze und Manipulations-Söldner gehören zu den Groß-Profiteuren.

Allerdings hetzen die TV-Söldner nicht ganz so primitiv gegen Lafontaine wie hier geschehen mit Sprüchen nach der Art "regelrecht aufgedunsener Mensch, der fast aus seiner Haut zu platzen scheint. Ein Politiker, dem man mehr Diäten wünscht." Wenn man nach dem Körper-Gewicht geht, nimmt sich Lafontaine im Vergleich zu Ludwig Erhard noch recht bescheiden aus. Und was seine tatsächlichen "Diäten" betrifft, so liegen sie unter 100 Euro im Monat, also bei etwa einem Hundertstel der übrigen Parlamentarier-Diäten, weil Lafontaines Pensionsansprüche aus seiner jahrzehntelangen politischen Arbeit angerechnet werden (sh.

"Lafontaine erhält monatlich 86 Euro Abgeordnetenentschädigung"

, spiegel.de, 7.1.2006, und einen die Stern-Titelgeschichte "Zu gut bezahlt? Was unsere Politiker wirklich verdienen", Stern Nr. 36,27.8.2009, wo man auch in etwa nachvollziehen kann, wieviel ein Spitzen-"Verdiener" unter den Parlamentariern wie Guido Westerwelle durch die noch weitere Senkung seines Spitzensteuersatzes profitieren könnte). Hinzu kommen auch bei Lafontaine die üblichen Zulagen wie bei anderen Politikern, aber dafür müsste er sich den Stress natürlich nicht antun. Dieser Politiker ist gewiss nicht von der üblichen Gier getrieben, sondern kämpft vielmehr für die Rückkehr zu seinem alten Spitzensteuersatz aus den Zeiten von Helmut Kohl und Ludwig Erhard, damit der Steuerbauch für die Normalverdiener beseitigt werden kann und damit vom Sozialprodukt noch genug übrig bleibt für seine eigentlichen Produzenten, für die Aufstocker und für die dringendsten Staatsaufgaben.

Im Politik-Forum findet man die Sätze:

Das Politik Forum Deutschland ist wieder da!
Das unabhängige Forum wurde am 23.07.2009 wieder neu gestartet, nachdem es im Mai 2005 ausgesetzt wurde!
...Besonders interessant wird es demnächst, wenn das neue Bewertungs-System online geht, wovon wir uns eine deutliche Anhebung des Niveaus erhoffen.

Wenn das "Freitag"-Projekt sich wirklich auf einem gewissen Niveau halten soll und wenn sich die Mühe von entsprechenden Beiträgen wirklich lohnen soll, dann braucht man auch hier ein solches Bewertungs-System, so dass wirklich Sachargumente vorgetragen werden und sich die Hetz-Meute hier nicht nach Belieben austoben kann.

10:43 21.09.2009
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Geierschreck

Gegner der Arbeitsplatzvernichtung durch Umverteilung nach oben und durch Wählertäuschung, also des „christlichen“, „sozialdemokratischen“ und sonstigen Neoliberalismus; Anhänger der „Goldenen Regel“; Finanzökonom, aber auch ehemaliger Außenseiter-Student der Frankfurter Schule.
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