Angelika Gutsche

Reisen führten Angelika Gutsche unter anderem auf den afrikanischen Kontinent und quer durch den Balkan. Viele Reportagen fanden Veröffentlichung.
Angelika Gutsche
RE: Saif al-Islam Gaddafi fordert baldige Wahlen | 18.01.2019 | 13:12

Danke für die Links. Die neuen Entwicklungen versuche ich zu beobachten und auch darüber zu schreiben.

Mit Libyen ist nicht nur Mali, sondern auch der Niger und die gesamte Sahelzone destabilisert worden.

RE: Kampagne gegen Gaddafi nimmt wieder Fahrt auf | 18.01.2019 | 12:30

Also das würde mich schon interessieren: Den Bericht der Vereinten Nationen zu Menschen- und Frauenrechten in Libyen noch vom Januar 2011 der interessiert Sie überhaupt nicht? Den nehmen Sie einfach nicht zur Kenntnis?

Auch ich habe libysche Frauen auf meinen Reisen kennengelernt und stehe auch heute noch in Kontakt zu libyschen Frauen. Und ich kann Ihnen versichern, das sind kluge und kämpferische Frauen, von denen sich die meisten ach so emanzipierten Frauen bei uns eine Scheibe abschneiden könnten.

Es ist wirklich meine ganz feste Überzeugung, bei allem, was ich über Libyen gelesen habe und wie ich Libyen bei meinen Reisen erlebt habe: Libyen war auf einem guten Weg, speziell wenn man es mit anderen islamisch-arabischen Ländern, von denen ich viele bereist habe, vergleicht, man denke nur an Saudi-Arabien.

Libyen ist ein islamisches Land und es ist eine Stammesgesellschaft. Es ist kein westliches Industrieland. Die Gesellschaft funktionierte und funktioniert etwas anders als bei uns. Ich würde Ihnen wirklich empfehlen, sich einmal mit der Dschamahirija und deren Vorstellungen zu befassen. Der Freiheitsbegriff hat dort eine große Bedeutung, auch in Bezug auf Frauen.

Durch den Nato-Krieg 2011 wurden alle Bemühungen um Frauen- und Menschenrechte in diesem Land in Grund und Boden gebombt. Heute werden Frauen wieder von Ämtern ausgeschlossen, sind Kinderehen möglich, ist die Sicherheitslage so, dass sich Frauen nicht mehr alleine auf die Straße trauen.

Natürlich war unter Gaddafi nicht alles golden. Doch in welchem Staat der Erde ist es das schon? Der Bombenkrieg hat die positive Entwicklung Jahrzehnte zurückgeworfen.

Was jetzt versucht wird, ist diesen furchtbaren Krieg mit all seiner Zerstörung zu rechtfertigen, nach dem Motto: Der Krieg war richtig, denn Gaddafi musste weg. Denn der nächste Krieg muss vielleicht vorbereitet werden? Damit man wieder - wie es verlogener nicht geht - für Frauen- und Menschenrechte - zehntausende Menschen töten und Gesellschaften zerstören kann, in Wahrheit sich aber nur geostrategische Vorteile verschaffen und das neoliberale Wirtschaftsmodell einführen wil

Frauen kann man nicht mit feindlichen Bomben befreien, ebenso wenig wie man Menschenrechte herbeibomben kann.

RE: Streit zwischen Libanon und Libyen eskaliert | 17.01.2019 | 12:58

Vielen Dank für diese interessante Zusatzinformation! Es ist nicht so einfach, sich die ganzen Informationen zusammenzusuchen. Also noch mal: DANKE!

RE: Kampagne gegen Gaddafi nimmt wieder Fahrt auf | 11.01.2019 | 20:07

Dieser Arte-Film von 2008 macht sehr traurig - wie hoffnungsvoll Libyen in die Zukunft blickte und was daraus geworden ist!

RE: Saif al-Islam Gaddafi – Hoffnung für Libyen | 28.12.2018 | 18:08

Noch ein kleiner Nachtrag: Warum werden die Wahlen immer wieder verschoben? An der Sicherheitslage kann es nicht liegen. Die war 2014 noch prekärer und es wurde damals das Parlament gewählt. Und wieso lässt man Saif al-Islam nicht zu? Hat man Angst vor dem Ergebnis? Wenn ein sog. demokratischer Prozess angestrebt wird, wieso schließt man weite Teile der Bevölkerung, sprich Städte und Stämme davon aus?

RE: Saif al-Islam Gaddafi – Hoffnung für Libyen | 28.12.2018 | 18:02

Ausgerechnet Saif al-Islam Gaddafi als Kriegsverbrecher auf die Liste des IStGH zu setzen, ist schon ein sehr infamer Akt gewesen. Gerade Saif hatte sich immer für Ausgleich und Versöhnung eingesetzt und bekleidete kein einziges offizielles Amt. Wie es dazu kam, lesen Sie bitte in meinem Artikel nach: https://www.freitag.de/autoren/gela/internat-strafgerichtshof-uebt-siegerjustiz Ich hatte mich schon einmal mit dem Thema besfasst, bitte in der Fußnote nachlesen, welche Rolle der IStGH bei der Nato-Kriegspolitik spielt.

RE: Schöne Weihnacht! | 26.12.2018 | 11:33

Dank Euch allen für Euer Interesse an Libyen! Für eine friedvolle Welt!

RE: Saif al-Islam Gaddafi – Hoffnung für Libyen | 25.12.2018 | 18:08

Abwägen? Rebellionen unterstützen? Flüchtlinge aufnehmen? Wer macht das? Die CIA, andere Geheimdienste, ausländische Regierungen, die ihre eigenen Interessen verfolgen? Um den Preis das hinterher alles noch viel schlimmer als vorher ist?

RE: Saif al-Islam Gaddafi – Hoffnung für Libyen | 25.12.2018 | 17:43

Das sind sehr schwierige Fragestellungen. Wer bestimmt denn, was ein Verbrechen ist? Ist es schon ein Verbrechen, die Todesstrafe zu haben? Man denke an die USA, deren Souveränität man dann nicht anerkennen könnte. Oder ist es ein Verbrechen, wenn ein Staat Angriffskriege führt? Oder ist es ein Verbrechen, wenn sich in einem Staat eine Oberschicht bereichert und die Armen verhungern? Und reicht es nicht nur, wie im Falle Libyens 2011, einfach zu behaupten, dass die Regierung Verbrechen begehe, um einen Angriffskrieg zu rechtfertigen? Ohne Beweise bzw. mit Beweisen, die sich anschließend als gefälscht herausstellen. Ohne wirkliches Wissen, wie die Verhältnisse in einem Land sind? Wenn man das Konzept von Souveränität nicht anerkennt für den Fall, dass in diesem Land tatsächlich Verbrechen begangen würden, wie immer das auch definiert sei, was hieße das dann? Dass man gegen diese Länder Krieg führen darf? Dann mal los! Gleich einmarschieren in wahrscheinlich mehr als 90 Prozent der Staaten dieser Welt.