Angelika Gutsche

Reisen führten Angelika Gutsche unter anderem auf den afrikanischen Kontinent und quer durch den Balkan. Viele Reportagen fanden Veröffentlichung.
Angelika Gutsche
RE: Endloser Krieg oder dritter Kandidat? | 08.08.2019 | 14:59

D.h. im Falle von Libyen: Wieviele der verschiedenen Milizen könnte er hinter sich sammeln.

RE: Endloser Krieg oder dritter Kandidat? | 08.08.2019 | 14:57

Die Türkei hat in Libyen nichts, aber absolut nichts verloren, ebenso wenig wie Erdogan und auch die Moslembruderschaft wird sich in Libyen nicht halten können. Was bringen Sie denn für verwegene Vergleiche: Die Türken in Libyen wie die Russen in der Ostukraine? Ja geht's denn noch?

Das Osmanische Reich ist Geschichte, sonst nichts! Außerdem vorsicht: Die Türkei ist auch nicht gleich Erdogan, ist nicht gleich Moslembruderschaft. Die türkische Bevölkerung ist diese Kriege ganz schön leid, inzwischen werden z.B. in der Türkei die Flüchtlinge aus arabischen Ländern wie Syrien stark abgelehnt und der Nationalismus erstarkt. Wie das zu bewerten ist, sei dahingestellt. Die Türkei hat große wirtschaftliche Probleme, diese militärsichen Abenteuer kosten viel Geld.

Und es geht überhaupt nichts von vorne los! Die meisten Parteien, die 2011 den Krieg gegen Libyen geführt haben, in erster Linie USA, Frankreich, GB, Saudi Arabien, Katar, VAE, Türkei führen heute in Libyen einen Stellvertreterkrieg gegeneinander. Sie haben nichts gewonnen, alle haben verloren. Die meisten der damals involvierten Regierungen sind nicht mehr an der Macht, der ganze sog. "arabische Frühling" hat die Lage in den betroffenen Ländern kolossal verschlechtert, v.a. in wirtschaftlicher Hinsicht - man denke nur an Tunesien. Ist ja auch kein Wunder, es wurde privatisiert, neoliberalisiert.

Wer in Libyen an die Macht kommt, muss durch demokratische Wahlen bestimmt werden. Nicht durch einen Erdogan, durch Moslembrüder oder sonst wem! Die Moslembrüder vertreten den politischen Islam und besitzen innerhalb der libyschen Bevölkerung keinerlei Rückhalt.

Und Religion sollte in jedem Land Privatsache sein! Moslembrüder bedeutet für Frauen z.B. Kopftuchzwang, bedeutet stark eingeschränkte Freiheitsrechte.

Dazu eine Zeitungsmeldung der AZ vom August diesen Jahres, über das Islam-Zentrum in München-Freimann: "Islam-Zentrum empört mit Gewaltaussage - Gemeinde rechtfertigt Schläge an Ehefrauen" - und im Text: "Im Internetauftritt des Islamischen Zentrums heißt es im Kapitel "Frau und Familie im Islam" unter Berufung auf einen Koranvers, das als letzres Mittel im Fall von Eheschwierigkeiten auch das Schlagen der Frau infrage komme. Dabei müsse der Ehemann drei Schritte einhalten: Ermahnen, Trennung im Ehebett und Schlagen". Auch der Bayer. Rundfunk berichtete darüber. Das werden sich die libyschen Frauen nicht gefallen lassen!

Hier wird Religion missbraucht zur Machtpolitik der Golfstaaten. Als die Moslembrüder in Gestalt von Mursi in Ägypten an der Macht waren, wollte Mursi den Suezkanal, eine der Haupteinnahmequellen Ägyptens, an Katar verkaufen! Wenn die Moslembrüder an der Macht wären,würden sie die libyschen Reichtümer wie Wasser und Bodenschätzen an Katar und die Türkei verhökern.

RE: Jemenkrieg-Mosaik 559 - Yemen War Mosaic 559 | 29.07.2019 | 14:57

Heute erreichte mich diese E-Mail, die ich hiermit weitergebe:

My friend fm #Yemen are working in local humanitarian organization @MdrOrg for #Yemen And all tweeter friends & enemies if you can support by any way #Yemen but mostly all of us our soul because what #Yemen is going thru we don’t wish it to our worst enemyMDR, is a Non-Profit local Org, works in #Yemen in the Humanitarian Relief and Development.Contact us on MDR_org@yahoo.comI will appreciate it very muchThank you

Noch eine kleine technische Anmerkung: Der Seitenaufbau ihrer Seite ist sehr verlangsamt. Vielleicht ist der Inhalt zu lang? Ich werde vom Browser gefragt, ob ich die Seite anhalten möchte.

RE: Libanon: Haftbefehl gegen Saif Islam Gaddafi | 29.07.2019 | 11:56

Ich selbst bin nicht auf Facebook und kann es daher nicht beurteilen. Alle Gaddafis sollen aber mit Facebook extrem vorsichtig umgehen, so hieß es.

RE: Libanon: Haftbefehl gegen Saif Islam Gaddafi | 29.07.2019 | 10:04

Hannibal soll es gutgehen. Man sollte seinen Twitteraccount aber mit Vorsicht behandeln. Er könnte sein, dass er gar keinen hat und es sich um eine Fälschung handelt. Sicher weiß ich das aber nicht.

RE: Was haben sie 2011 nur angerichtet? | 28.07.2019 | 14:45

Noch ein kleiner Nachtrag: Gaddafi war natürlich im Westen verhasst, weil er zum einen die Öleinnahmen für Libyen sicherte und zum anderen Freiheitsbewegungen unterstützte. v.a. in Afrika, so zum Beispiel die SWAPO in Namibia oder Nelson Mandela und den ANC in Südafrika.

RE: Was haben sie 2011 nur angerichtet? | 28.07.2019 | 14:42

Der von Ihnen angeführte Spiegel-Artikel stammt aus dem Jahr 1981 und wird dem damaligen Vorgängen wirklich nicht gerecht. Beim Tschad-Krieg ging es um den Aouzou-Streifen (Tibesti-Gebirge) mit seinen Bodenschätzen, der von beiden Staaten beansprucht wurde und im Grenzgebiet lag. In den ursprünglich von den Kolonialmächten festgelegten Grenzen gehörte der Aouzou-Streifen zu Libyen, wurde aber vom Tschad beansprucht. Mit militärischer Unterstützung Frankreichs hat der Tschad diesen Krieg gewonnen und anschließend hat der internationale Gerichtshof dem Tschad - wie könnte es anders sein - den Aouzou-Streifen zugesprochen. Damals war Kalter Krieg und Gaddafi, der wie alle Blockfreien, auf die Unterstützung der UdSSR zählen konnte, war einem Bashing und Verleumdungsangriffen, angezettelt durch diverse Geheimdienste, vom Schlimmsten ausgesetzt.

Den anderen angeführten Artikel möchte ich als Hetzpropaganda abtun. Ich verweise auf meinen Artikel:https://www.freitag.de/autoren/gela/kampagne-gegen-gaddafi-nimmt-wieder-fahrt-auf

Tatsächlich war Gaddafi ein arabischer Politiker und kein Heiliger. Mit den politischen Gegnern sprang er nicht immer sanft um. Aber es wurde von westlicher Geheimdienstseite auch nichts unversucht gelassen, ihm alles nur erdenklich Schlechte anzudichten. Und wie es in einem wirklich lesenswerten Artikel bei Russia Today heißt: Von Gaddafi ist nicht bekannt, dass er politische Gegner zerstückeln und dann in Säure auflösen ließ - so wie das die besten Verbündeten des Westens tun.https://deutsch.rt.com/meinung/90603-migrationschaos-in-deutschland-teil-eins/

Gaddafi hat viel für sein Volk und viel für Afrika geleistet. Die Öleinnahmen kamen dem Volk zugute. In den letzten Jahren hatte er sich aus dem politischen Alltagsgeschäft bereits zurückgezogen.

Gaddafi ist tot und die Zeiten haben sich geändert. Was jetzt zählt, ist der Wiederaufbau von Libyen. Und ich glaube, diese Riesenaufgabe anzugehen, könnte Saif al-Islam Gaddafi am besten gelingen. Er hat die Kontakte und internationale Beziehungen, er kennt das politische Geschäft, er hat 2011 Libyen und seinen Vater, mit dem er nicht immer einer Meinung war, nicht verraten. Er hat Gefangenschaft und Krieg in Libyen durchlitten. Ich denke, die Libyer vertrauen ihm, auch weil er ein Garant ist, dass die Stämme und Städte nach wie vor in der libyschen Politik eine maßgebliche Rolle spielen können.

RE: Die Türkei und Katar in Libyen | 24.07.2019 | 18:18

Danke für den Hinweis. Die Situation in Libyen ist wirklich schwer, wenn nicht unmöglich zu durchschauen. Loyalitäten ändern sich. Keiner kann niemanden trauen. Vieles ist nicht so, wie es aussieht. Das kann auch eine Stärke sein.

RE: Die Türkei und Katar in Libyen | 24.07.2019 | 17:48

Ich habe den Artikel tatsächlich von der Homepage der LNA-Seite LibyaAdressJournal übernommen. Allerdings handelt es sich nicht um einen Artikel von LibyaAdressJournal, sondern die haben einen Artikel von Asharq Alawsat aus Kairo übernommen. Was über die Türkei geschrieben wird, fand ich sehr passend.Die Sache mit den französischen Raketen, die platziert worden sein sollen... da gebe ich Ihnen recht, das ist wahrscheinlich nonsense.

Aber: Es ist wirklich hinreichend belegt, dass der IS in Libyen unterwegs ist und Anschläge unternimmt, die die LNA schwächen sollen. Ebenso wie belegt ist, dass al-Kaida nahe Kämpfer und Anführer die Milizen in Tripolis und Misrata unterstützen.

Absolut gut oder böse? Sie dürfen mir glauben, in solchen Kategorien denke ich nicht. Ich denke, etliche Menschen in Libyen hatten wirklich gedacht, dass die Moslembrüder gut sein könnten - bis sie in den letzten acht Jahren eines Besseren belehrt wurden.

Über die verschwundene Abgeordnete aus Bengasi habe ich nicht geschrieben. Auch da haben Sie recht. Mir war die Sache nicht wirklich klar. Ich schreibe aber auch über viele andere Sachen nicht, wie Sie vielleicht schon bemerkt haben. Egal, von welcher Seite die Infos kommen. Zum einen, weil ich manchmal schlichtweg keine Zeit habe, zum anderen, weil die 2875 Entführung keinen besonders neuen Informationswert mehr hat.

Auch ich finde es schrecklich, dass junge Libyer sich gegenseitig töten. Entsetzlich! Doch wer hat denn ein Interesse daran, dass der Status quo aufrechterhalten wird? Dass der libysche Staat aufgespalten wird? Dass kein Frieden einkehrt? Die Libyer selbst bestimmt nicht. Laut allen Umfragen wollen die Libyer unter keinen Umständen, dass ihr Land gespalten wird. Denen wurde diese 'Einheitsregierung', die sich nur durch die Gnade der Milizen und dank Katar und der Türkei halten kann, vom Ausland aufgezwungen.

Wer wen in Libyen aus Eigeninteressen unterstützt, aus dem Ausland, ist auch hinreichend bekannt. Gerade deshalb wird es wirklich Zeit, dass die Libyer selbst über ihr Schicksal bestimmen und über ihre Zukunft. Und die Zukunft kann tatsächlich nur heißen: ein Ende des Kriegs, Schluss mit Extremisten, Aussöhnung zwischen den verschiedenen Gruppen, Wahlen, Wiederaufbau des Staates.

RE: Moslembrüder: keine harmlose Gemeinschaft | 12.07.2019 | 17:34

So unglaubwürdig kommt mir diese Aussage nicht vor. Die arabischen Armeen waren absolut überlegen und mussten doch schon nach kurzer Zeit eine vernichtende Niederlage einstecken. Noch dazu, wo es ein Überraschungsangriff hätte sein sollen und die israelische Armee angeblich ihre Streitmacht erst aktivieren musste.