Angelika Gutsche

Reisen führten Angelika Gutsche unter anderem auf den afrikanischen Kontinent und quer durch den Balkan. Viele Reportagen fanden Veröffentlichung.
Angelika Gutsche
RE: Kurznachrichten aus Libyen – 12.02.2020 | 12.02.2020 | 20:37

Das habe ich auch schon gehört. Ich schreibe selbst nicht auf Twitter, bin nur drin um zu lesen.

RE: Waffenruhe geplatzt – LNA auf dem Vormarsch | 28.01.2020 | 14:50

Ach, Sie hatten mich empfohlen? Auch hierfür ein Dankeschön! Ich spreche in dem Interview etwas zu schnell. Hier ist nochmal der Link (wen's interessiert):

https://de.sputniknews.com/politik/20200122326364014-libyer-gegen-tuerkische-invasion--warum-der-berliner-prozess-zum-scheitern-verdammt-ist/

RE: Waffenruhe geplatzt – LNA auf dem Vormarsch | 28.01.2020 | 14:08

Vielen Dank! Auch ich finde die Berichterstattung in den Medien ziemlich merkwürdig.

Der letzte Beitrag z.B. auf "RT" ist richtig verstörend:

https://deutsch.rt.com/international/97329-erdogan-turkei-steht-gegen-auslandische

Da werden die Fakten auf den Kopf gestellt!

RE: Libyen-Türkei-Abkommen nicht rechtmäßig | 28.01.2020 | 11:22

Ja, weitermachen!

Und natürlich sind die Geheimdienste der ganzen Welt in Libyen unterwegs.

Aber wie peinlich, diese Berlin-Konferenz: Die beiden Libyer, die nur auf Druck von Russland überhaupt eingeladen waren, lässt man dann wie Schulbuben vor dem Konferenzraum in einem Nebenraum warten, um sie anschließend zu informieren, was bezüglich ihres Landes von "den Großen" beschlossen wurde. Die Libyer empfinden das als absolute Respektlosigkeit.

Wie auf einem Basar wird von den ausländischen Mächten ausgehandelt, wie Libyen verteilt werden soll. Davon, dass Libyen ein souveräner Staat war und wieder werden möchte und endlich die Milizen weg müssen, damit Wahlen abgehalten werden können, das möchte niemand hören.

RE: Libyen-Türkei-Abkommen nicht rechtmäßig | 27.01.2020 | 14:36

Das hatte ich ganz vergessen: Vielen Dank für Ihr Feedback, das mich sehr freut! Tatsächlich bekomme ich davon recht wenig, was mich auch verwundert. Vielleicht weil die Lage in Libyen meistens recht unübersichtlich und verwirrend ist? Oder weil Libyen immer noch ein "Pfui"-Thema ist? Oder weil sich viele eingestehen müssten, 2011 einiges falsch eingeschätzt zu haben?

RE: Libyen-Türkei-Abkommen nicht rechtmäßig | 27.01.2020 | 14:28

Auf Druck von USA, Russland und der EU muss die Türkei wohl den Plan aufgeben, weiterhin in Libyen militärisch zu intervenieren. Die Lage in Libyen wäre vollständig eskaliert. Bestimmt auch aus der Befürchtung heraus, dass die Türkei, sollte sie Libyen unter ihre Kontrolle bekommen, dann nicht nur das libysche Öl, sondern auch die Flüchtlingsrouten komplett unter ihrer Kontrolle hätte, von der Türkei nach Griechenland und von Libyen nach Italien. Europa wäre damit noch erpressbarer geworden.

Was zwischen Putin, Erdogan und Haftar läuft? Russland hat sich alle Gesprächskanäle in Libyen offengehalten, sympathisiert aber eindeutig mit der LNA, dem libyschen Parlament und auch mit den libyschen Stämmen, da es alles andere als ein Freund der Moslembrüder und Dschihadisten ist, die in Tripolis die Macht halten. Trotzdem war Haftar übrigens bei weitem weniger oft in Moskau zu Besuch als Delegationen aus Tripolis. Russland setzt sich für die Souveränität Libyens ein, sicher auch im eigenen Interesse.

Erdogan hat versucht, das Osmanische Reich mit Hilfe der Moslembruderschaft neu zu beleben, ist nun aber erst mal gestoppt. Er sieht Haftar als seinen Gegenspieler, d.h. aber nicht nur Haftar, sondern vor allem auch die LNA, Parlament und Stämme.

Haftar: Er hat in den 80er Jahren beim Grenzkrieg Libyen-Tschad die Seiten gewechselt und sich gegen Gaddafi gestellt. Von den USA ausgeflogen, lebte er bis 2011 in der Nähe von Langley. Die Nähe zur CIA dürfte nicht nur örtlich gewesen sein. 2011 flogen ihn die USA wieder in Libyen ein, damit er gegen die libysche Dschamahirija und Gaddafi kämpft. 2014 musste das gewählte Parlament vor den Libyan Islamic Fighting Group von Tripolis nach Bengasi fliehen. Es beauftragte Haftar, eine Armee aufzustellen und machte ihn zu dessen Oberkomandierenden. Seitdem kämpft er gegen die islamistische Regierung in Tripolis. Die USA haben deren Unterstützung seit der Wahl Trumps eingestellt. Haftar ist inzwischen 76 Jahre alt, hat sich seine militärischen Lorbeeren im Kampf gegen die Dschihadisten verdient, wird aber niemals Machthaber in Libyen werden.

Er wurde militärisch von den Stämmen unterstützt, die ihre Söhne aufforderten, sich als Soldaten in die LNA einzureihen. Dazu zählen auch alle Angehörigen der libyschen Armee aus der Zeit vor 2011, also vor der Ermordung Gaddafis.

Die Generalin dürfte auch aus dieser Zeit stammen, da unter Gaddafi weibliches Militär sehr stark war. Man denke nur an die weibliche Leibwache. Und auch die Tochter von Gaddafi, Aischa, hat einen hohen militärischen Rang.

Zum "strong man" wird Haftar v.a. von der Presse hochgeschrieben, ohne Unterstützung der Stämme ist er nichts. Die Stämme brauchen aber auch ihn, weil er international als Ansprechpartner akzeptiert wird. Komischer Weise bleibt das gewählte Parlament dabei völlig außen vor.

Die Abmachung zwischen Haftar, der LNA und den Stämmen dürfte sein: Ausschaltung der Milizen in Tripolis, Sicherung des Landes, Einsetzung einer neuen Übergangsregierung, Abhaltung von Wahlen. Da kann Haftar dann seine Partei gründen und auch antreten. Wie auch die Stämme ihren Kandidaten benennen werden.

Ich hoffe, das klärt Ihre Frage so ein bisschen?

Hier noch der Verweis auf ein Interview, das ich bei Sputnik gegeben habe:https://de.sputniknews.com/politik/20200122326364014-libyer-gegen-tuerkische-invasion--warum-der-berliner-prozess-zum-scheitern-verdammt-ist/