Angelika Gutsche

Reisen führten Angelika Gutsche unter anderem auf den afrikanischen Kontinent und quer durch den Balkan. Viele Reportagen fanden Veröffentlichung.
Angelika Gutsche
RE: Jahrestag - Gründung der Afrikanischen Union | 14.09.2019 | 17:55

Danke für den Kommentar und die näheren Erläuterungen!

RE: Deutschland will Libyen-Konferenz ausrichten | 13.09.2019 | 10:45

Leider ist es so. Das Interesse der "Wertegemeinschaft", den Ist-Zustand aufrechtzuerhalten ist groß. Sie wollen vor allem verhindern, dass Libyen wieder ein souveräner Staat wird.

RE: Deutschland will Libyen-Konferenz ausrichten | 13.09.2019 | 10:44

Die Konferenz in Ghadames wurde von der UN abgesagt und nicht von der LNA und Haftar! Und jetzt wollen die auf einmal wieder eine Konferenz? Das sind doch Spielchen. Letztes mal hat Sarradsch angekündigt, Verhandlungen zu wollen und gleichzeitig hat er einen Angriff auf Stellungen gegen die LNA mit seinen Milizen vorbereitet. Jedesmal wenn die Tripolis-Misrata-Milizen meinen, sie könnten siegen, sind sie gegen Verhandlungen, meinen sie, sie sind am Verlieren, dann sind Verhandlungen wieder unheimlich wichtig.

Hier übrigens eine Stellungnahme des LNA-Sprechers:

https://smmlibya.wordpress.com/2019/09/10/lna-spokesman-time-for-dialogue-is-over-army-will-end-rule-of-armed-groups/

RE: Deutschland will Libyen-Konferenz ausrichten | 12.09.2019 | 20:10

Tatsächlich hätte dieser Krieg nie beginnen dürfen - und damit meine ich 2011! Damals ist das Land von der Nato in einen failed state gebombt worden, der den ausländischen Playern, den Moslembrüdern, al-Kaida und dem IS hilflos ausgeliefert ist.

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass diese erneute Konferenz etwas bringen wird. Ich denke, Sarradsch und seine Moslembrüder wollen die Konferenz, weil sie wissen, dass es für sie sehr eng wird und die LNA Fortschritte macht. Sarradsch ist in Libyen unbeliebt und wird als ausländische Marionette gesehen, die er auch ist.

Die LNA tut alles, um Zivilisten zu schützen. Sie versucht, die Kämpfe in die Außengebiete zu verlegen und dort zu halten. Ja, und es ist unsäglich traurig, dass die Kämpfe junge Libyer töten. Aber dies der LNA anzulasten, ist sehr billig. Sie wissen doch, dass Haftar praktisch die Zusage hatte, er könne in Tripolis einmarschieren. Und dann setzte man ihm enormen Widerstand entgegen, womit er nicht gerechnet hatte. Der LNA jetzt dafür die Schuld zu geben, das ist perfide.

Eine Teilung Libyens wird es nie und nimmer geben. Alle Umfragen sagen, dass sie das nicht wollen. Alle fühlen sich als Libyer und nicht als Kyrenaikaner oder Tripolitaner. Das ist lächerlich. Libyen ist eine Stammesgesellschaft. Es sollten die Stämme rangelassen werden, die ihre Konflikte durch Verhandlungen lösen. Die bräuchten dazu weder eine UNO noch eine Frau Merkel, die wirklich keine Ahnung von Libyen hat.

Wissen Sie, mit Ihren sehr emotionalen Beiträgen schüren Sie den Hass noch weiter. Das ist ganz übel. Da wereden die Menschen weiter gegeneinander aufgehetzt. Genau so wie das auch bestimmte soziale Medien in Libyen bewusst tun.

RE: Unterstützt AFRICOM Moslembrüder? | 01.09.2019 | 14:19

Na sehen Sie, dass die USA Hyänen sind, da sind wir uns doch schon mal einig.

Wohl auch dahingehend: Haftar ist eine schillernde Persönlichkeit.

Zu den militärischen Vorgängen kann und will ich nicht Stellung nehmen. Das habe ich schon mehrmals geschrieben. Jede Seite bringt ihre Propagandameldungen. Wenn ich darüber schreibe, sollte das schon von mehreren Seiten bestätigt sein.

Was gerade militärisch in Libyen abläuft: Also dazu finde ich auf den einschlägigen Seiten der 'Einheitsregierung' auch nichts wirklich Handfestes, ebenso wenig wie auf den Seiten der LNA.

Entscheidungen werden wohl gerade in Hinterzimmern getroffen werden - und bestimmt nicht nur zwischen den libyschen Playern. Seit 2011 ist Libyen nur noch das Schachbrett, auf den die ausländischen Mächte ihre Figuren bewegen.

RE: Libyen und der G7-Gipfel in Biarritz | 29.08.2019 | 11:39

Noch ein Wort zu UN-Mandat und UN-Truppen. Dies würde in Libyen zu einem eingefrorenen Konflikt führen, so wie in Zypern (seit 1974 ist die UN dort stationiert). Schauen Sie sich das mal an, wie das aussieht: beide Inselteile durch Stacheldraht getrennt.

Oder Kosovo: ein komplett kaputtes Land, den Mafiastrukturen ausgeliefert und von Mafia-Gangs beherrscht, unter fremder, ausländischer Verwaltung.

Wünschen Sie sich das für Libyen, das bis 2011 ein fortschrittliches, blühendes Land war?

RE: Libyen und der G7-Gipfel in Biarritz | 28.08.2019 | 22:38

Auch was Sie schreiben, was die Pläne für Libyen waren, das stimmt hinten und vorne nicht. Übrigens, wessen Pläne? Wie kam man dazu, dass ausländische Staaten über ein souveränes Land bestimmen wollen und dafür Pläne haben? Kolonialismus in seiner Reinform ist das!

Sie wissen ganz genau, dass alle Vermittlungsversuche von der damaligen US-amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton, egal ob es Tony Blair oder die Afrikanische Union versuchten, abgeschmettert wurden. Auch als Gaddafi sich bereit erklärte, seine Macht abzugeben, sind die USA darauf nicht eingegangen. Gaddafi sollte weg. Der Staat und mit ihm alle Sicherheitsorgane sollten zerstört werden . Und so schwach wie er war, sollte Libyen in drei Teile gespalten werden. Und diesen Plan hat man bis heute nicht aufgegeben, allen Lippenbekenntnissen zum Trotz.

Und UNO-Truppen? Es gab Wahlen, deren Ergebnisse die Islamisten nicht anerkannten, weil sie nicht gewonnen hatten, und mit sich mit Gewalt an die Macht klammerten. Nur blöde, dass der Westen und manche arabische Staaten gerade diese Islamisten unterstützten und heute noch unterstützen. Die hatten kein Interesse daran, ihre eigenen Milizen zu entwaffnen.

Die Pläne von damals sind insofern nicht aufgegangen, als sich weder in Ägypten noch in dem Ausmaß in Tunesien, also in den beiden Libyen benachbarten Staaten, die Moslembrüder an der Macht halten konnten. Und auch im Syrien konnte Assad nicht gestürzt werden. Somit haben die Moslembrüder und die al-Kaida-Kämpfer und alle mit ihnen verbündeten Milizen in Libyen schlechte Karten. Sogar im Sudan ist der Baschar weg, der die Islamisten unterstützte. Selbst wenn die LNA nicht siegen sollte, werden sich die Moslembrüder auf Dauer nicht halten und auch das Land nicht spalten können. Die Libyer sind schon geographisch aufeinander angewiesen. Schauen Sie sich die Karte an, wo die Ölquellen und die Wasserreservoirs liegen, wo der Ölhalbmond.

RE: Libyen und der G7-Gipfel in Biarritz | 28.08.2019 | 22:21

Wie, Gaddafi ist schuld, dass die Nato Libyen zerbombte und die Islamisten das Land zerstörten? Und Saif al-Gaddafi ist schuld, weil er Libyen nicht den ausländischen Mächten aushändigte, sondern zu seinem Vater und zu seiner Familie stand? Und Libyen soll in zwei Teile zerfallen, damit es endgültig zum Spielball der Großmächte wird und die sich seinen Reichtum unter den Nagel reißen können?

Sie täuschen sich gewaltig, so groß ist der Hass innerhalb der Bevölkerung keineswegs, auch wenn es in den sozialen Medien so dargestellt wird. Alle Bewohner Libyens können von einem Teil in einen anderen fliehen und werden dort aufgenommen. So gut wie alle Libyer fühlen sich als Libyer und nicht als Ost- oder Westlibyer. Und alle Libyer wissen, dass sie durch eine Teilung nur verlieren können. Von der Politik wird versucht, eine künstliche Spaltung herbeizuführen und die Menschen aufeinander zu hetzen. Und die ausländischen Politiker haben Interesse daran, dass sich die Libyer gegenseitig abschlachten. Alles besser als das wieder ein souveränes und reiches Libyen entsteht, das den Wohlstand seinen Bürgern zugute kommen lässt. Die Spaltung wird nicht gelingen, denn die Moslembrüder und Islamisten haben in Libyen keinen Rückhalt in der Bevölkerung.

Wahlen, die dies gezeigt haben, und auch wieder zeigen würden, werden dem libyschen Volk vorenthalten.

RE: Libyen und der G7-Gipfel in Biarritz | 28.08.2019 | 11:32

Abgesehen davon, dass Ihre Bemerkungen über mich nicht gerade sehr charmant sind, haben Sie natürlich recht. Mit dem Nato-Krieg 2011 und der Ermordung Gaddafis wurde der libysche Staat zerstört, allen voran waren die USA, Großbritannien, Frankreich mit ihren arabischen Verbündeten Saudi Arabien und Katar und andere dafür verantwortlich. Die Verbündeten stehen sich heute in Libyen als Feinde gegenüber und kämpfen um das Fell des erlegten Bären.

Die Menschen in Libyen leiden und die Situation im Land wird acht Jahre nach dem Sturz der Dschamahirija immer untragbarer. Darüber habe ich auf diesem Blog mehr als genug geschrieben. In diesem Beitrag gab ich tatsächlich nur offizielle Versionen wieder. Einfach um meine Leser zu informieren, die vielleicht daran interessiert sind zu erfahren, dass Libyen auf dem G7-Gipfel Thema war.

Im Moment ist es wichtig, dass Libyen nicht geteilt wird, so wie das ursprünglich 2011 beabsichtigt war, dass auch seine Institutionen wieder zusammengeführt werden und dass es Sicherheitskräfte erhält, die das Land stabilisieren können, d.h. es vor dem totalen Zerfall und Chaos zu retten. Es muss auch verhindert werden, dass sich al-Kaida nahe Islamisten und Moslembrüder mit Gewalt die Macht erhalten können. Denn in der Bevölkerung haben sie so gut wie keinen Rückhalt. Es muss mit dem Wiederaufbau begonnen werden, der Milliarden kosten wird. Der politische Kampf wird weitergehen...

Libyen ist ein schwieriges Thema und ich versuche seit 2011, die Entwicklungen dort zu verfolgen.

Zu Ihrer Information noch ein Blog-Beitrag von mir vom letzten Jahr:

https://www.freitag.de/autoren/gela/lnpm-zum-7-jahrestag-der-februar-verschwoerung