Angelika Gutsche
21.11.2016 | 12:43 1

Gewalt gegen die Zivilbevölkerung

Libyen. In der im Süden Libyens gelegenen Stadt Sebha kam es zu gewalttätigen Übergriffen und zu Morden an Mitgliedern des Gaddadfa-Stammes.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Angelika Gutsche

Das ‚Nationalkomitees für Menschenrechte in Libyen‘ drückt in einer Stellungnahme seine tiefe Besorgnis über den Ausbruch von Gewalt am 15. November aus, bei dem Angehörige des Solomon-Stammes sieben Menschen des Gaddadfa-Stammes getötet haben. Die Opfer waren eine Frau, zwei Kinder, drei junge Männer und ein älterer Mann, alle Mitglieder der Gaddafi-Familie.

Das Nationalkomitee ruft nicht nur Scheichs, Würdenträger, den Ältestenrat und andere libysche Instanzen auf, dringend einzugreifen und die Übergriffe zu beenden, sondern bittet auch den Hohen Kommissar für Menschenrechte und die Sektion für Menschenrechte der UN-SMIL darum, den Gaddadfa-Stamm vor krimineller Gewalt zu schützen. Es müsste die ‚responsibility to protect‘ (Verantwortung zu schützen) wahrgenommen und die Täter vor Gericht gebracht werden.

Die internationale Gemeinschaft sei verantwortlich für Kriminalität und Missbrauchsfälle durch bewaffnete Gruppen, denen Zivilisten in ganz Libyen ausgesetzt sind. Das verdächtige Stillschweigen in Anbetracht des Leidens der zivilen libyschen Bevölkerung ist aufs Schärfste zu verurteilen.


https://jamahiriyanewsagency.wordpress.com/2016/11/17/nchrl-statement-on-the-violence-against-the-qadhadhfa-tribe-in-sebha/

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (1)

Angelika Gutsche 23.11.2016 | 19:00

Nachtrag am 23.11.2016:

Die Zusammenstöße zwischen dem Gaddadfa-Stamm und dem Solomon-Stamm in Sebha halten an. Inzwischen soll es über 20 Todesopfer geben und mehr als 60 Verwundete, darunter Frauen und Kinder. Der Solomon-Stamm ist ein Verbündeter der Misrata-Miliz, die in der Stadt einen Stützpunkt hatte.
Das Parlament in Tobruk hat einen Untersuchungsausschuss eingesetzt, um die Vorfälle in der Stadt zu untersuchen. Daneben sollen auch die allgemeine Sicherheitslage sowie die Schwierigkeiten bei der ärztlichen Versorgung und Umweltprobleme wie der Zusammenbruch der Kanalisation geprüft werden.
Auch Stammesälteste wollen in dem Konflikt vermitteln.
JamahiriyaNewsAgency: Bei den Vorkommnissen in Sebha handelt es sich um den Versuch von Kräften, die von außerhalb kommen und den Süden in Kämpfe zu verstricken versuchen, damit er die Libysche Nationalarmee nicht bei der Verteidigung der Ölfelder und Häfen unterstützen kann. Es handelt sich dabei um von außen gelenkte Machenschaften, bei denen es nicht nur um die Kontrolle über die Öl- und Wasservorkommen geht, sondern es soll das Terrorregime in Tripolis, das um ihr Überleben fürchtet, geschützt werden.
Der Gaddadfa-Stamm wird dabei immer die volle Brutalität der NATO-Stellvertreter zu spüren bekommen, solange bis Libyen befreit ist.