Alles kleine Steinkühler?

ZUKUNFT DER GEWERKSCHAFTEN Sie liegt weder im Zweiten Korporatismus, noch im Rückblick auf den Ersten, sondern bestenfalls jenseits von beiden
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Der DGB, der im Oktober fünfzig wird, und seine Einzelgewerkschaften hatten ihre Hochs und Tiefs, in den neunziger Jahren aber mindestens einen schwarzen Tag. Das war im Mai 1993, als herauskam, dass Franz Steinkühler, der Vorsitzende der IG Metall, Insidergeschäfte mit Aktien getätigt hatte. Das Verheerende an jener Affäre bestand nicht in der Auskunft über das Einkommen von Spitzen-Funktionären, das offensichtlich höher ist, als ihr Konsum erheischt, sondern in der teils erschreckten, teils begehrlichen Wahrnehmung eines möglichen Rollenwechsels, den das einzelne Mitglied dann auch einmal auf sich selbst bezieht: Wenn der Vorsitzende gar nicht gezwungen ist, ein Arbeitnehmer zu sein, dann wäre es schön, ich könnte das auch. Das