Russischer Vormarsch: Von einer Großoffensive ist nicht auszugehen

Ukraine-Krieg Die Operationen der russischen Armee im Nordosten lassen bisher keine endgültigen Schlüsse über die damit verfolgten Ziele zu. Von einer kriegsentscheidenden Wirkung ist eher nicht auszugehen, analysieren Experten
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 20/2024
Russischer Einschlag in Charkiv am 10. Mai 2024
Russischer Einschlag in Charkiv am 10. Mai 2024

Foto: Imago/AbacaPress

Auf breiter Front stoßen russische Verbände seit dem 10. Mai von Norden her über die Grenze in das Charkiver Gebiet vor. Die Soldaten nahmen in wenigen Tage mehrere Ortschaften ein und weckten Vermutungen über eine Großoffensive, womöglich mit dem Ziel, Charkiv einzunehmen oder einzuschließen. Doch sowohl russische wie auch westliche Experten bezweifeln, ob es die Ressourcen gibt, eine mehr als eine Million Einwohner zählende, traditionell russischsprachige Industrie- und Universitätsstadt ernsthaft zu gefährden.

Ein Einstand für den neuen Verteidigungsminister Andrej Beloussow, der soeben Sergej Schoigu abgelöst hat, dürfte die Operation kaum sein. Der Nachfolger ist nicht als Heerführer gefragt, sondern soll eine techno