Geht der Aufbau der Erneuerbaren Energien zu schnell?

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Deutschland hat bei rund 80 Mio Einwohnern rund 120 Mio KW an konventioneller Energie (Kohle, Öl, Gas, Kernenergie pp.) installiert. Also pro Kopf ca. 1,5 KW - nicht gerade viel... Alle Zahlen gerundet - nicht so genau auf das Komma gucken - es geht um das Grundsätzliche.

Nun haben wir schon rund 30 Mio KW Windenergie und rund 25 Mio KW Fotovoltaik. Das ist fast die Hälfte der konventionellen Energie. Aber der Wind weht mal stark und manchmal auch gar nicht und meistens scheint die Sonne hier nachts auch nicht...

Es werden also Speicher gebraucht - bloß in Speicher wurde bisher noch so gut wie noch gar nicht investiert! Fast alle reden vom Ausbau der Netze! Bloß, was machen wir, wenn es bald mehr Erneuerbare Energie gibt, als gerade verbraucht wird? Wohin mit dem Strom? Schon jetzt werden bei zuviel Windstrom Windkraftanlagen heruntergeregelt, bzw. abgeschaltet. Was ist, wenn die vielen geplanten Off-Shore-Windparks in Nord- und Ostsee, ihren Strom einspeisen wollen?

Vor diesem Hintergrund ist auch verständlich, dass die Bundesregierung die Förderung der Fotovoltaik gekürzt hat. Man darf nicht alles auf die ,billig herstellenden' schieben.

Viele Fragen und keine Speicher. Noch in den 1970er-Jahren hieß es: "Wir haben kein Energieproblem, wir haben ein Speicherproblem."

Man hat zwar angefangen - aber noch ganz klein - Anlagen zu bauen, die Alternativen Strom in Wasserstoff, bzw. Methan umwandeln, nennt sich "Power to gas" oder auf Deutsch: "Windstrom zu Methan(-Gas)". Das sind aber noch echte Mini-Dinger.

Hier besteht großer Handlungsbedarf - wie auch gerade der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (Dietmar Schütz) erklärte. Er befürwortet auch die "Strom-zu-Gas-Technologie".

Abschließend sollte einmal geprüft werden, inwieweit "Untertage-Pumpspeicherkraftwerke", welche vollständig (also mit beiden Speichern) , neu ,,auf der grünen Wiese'' errichtet werden könnten. Die Technologie ist bekannt von jedem gebohrten Tunnel. Einen bekannter Hersteller von TBM gibt es auch in Deutschland.

Auch dies wäre ein Teil der Energiewende.

18:36 19.04.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Gerd Taddicken

Atomkraft ist zerstörerisch - Sonnenenergie ist menschlich/natürlich
Schreiber 0 Leser 0
Avatar

Kommentare 2