Iranischer Regisseur erneut in Haft: Nuancen der Bestrafung und Einschüchterung

Porträt Mohammad Rasoulof blieb trotz aller Drohgebärden des Regimes im Iran. Er kannte die Schlupflöcher, die sich einem Filmemacher bieten. Nun sitzt er wieder Haft – und diesmal nicht wegen eines kritischen Films
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 28/2022

Um seinen jüngsten Film Doch das Böse gibt es nicht realisieren zu können, musste er unsichtbar werden. Sein Name tauchte auf keiner Stabsliste und keinem Drehplan auf. Seine Produzenten hatten der Zensurbehörde die Drehbücher zu vier Kurzfilmen vorgelegt, als deren Autoren seine Regieassistenten zeichneten. Die List verfing: Bei Kurzfilmprojekten schaut die iranische Zensur nicht so genau hin wie bei Langfilmen.

An Drehorten, die fernab von Teheran lagen, erschien Mohammad Rasoulof jedoch am Set: Der Regisseur weiß, welche Schlupflöcher die Provinz in einem repressiven System bieten kann. So konnte unter dem Radar der Behörden eine der schärfsten filmischen Anklagen der Todesstrafe entstehen. Im iranischen Kino besaß dieses Tabuthema bis da