Mordlust und Demokratie

IM KINO Roland Emmerich inszeniert in »Der Patriot« den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg
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Die Engländer haben in diesem Kinosommer wenig Grund, amüsiert zu sein. In sämtlichen Blockbustern, mit der offensichtlichen Ausnahme von Der Sturm, werden die Bösewichte von Briten verkörpert. Es liegt etwas Aufreizendes in ihrem Akzent, ihrer kultivierten Diktion: ein Zug von Arroganz, Ehrgeiz und Dekadenz, der sich prächtig dämonisieren lässt. Aber weder M:I-2 noch X-Men oder Nur noch 60 Sekunden können mit einem Schurken aufwarten, der derart abscheulich, brutal und hassenswert ist wie Mel Gibsons Widersacher in Der Patriot: Jason Isaacs verkörpert einen englischen Dragoneroberst als Karikatur der Niedertracht. Die unselige, willkürliche Analogie, die der Film zu den Gräueln während der Nazi-Okkupation Frankreichs und dem