Schwarzgelistet

DAS "LINKE" HOLLYWOOD Eine Retrospektive in Wien lud zur Entdeckung einer möglichen "blacklist"-Ästhetik ein
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Es gehört eigentlich zu den vergnüglicheren cinephilen Gedankenspielen, sich Phantomfilmografien auszumalen: welchen Stoff hätte ein Filmemacher noch gern realisiert, was wäre das Vielversprechendste seiner Projekte gewesen? Die Frage, welch anderen Verlauf die Filmgeschichte hätte nehmen können, bekommt, wenn sie den Einfluss der "Schwarzen Listen" auf das Hollywoodkino der Nachkriegszeit betrifft, freilich einen bitteren Beigeschmack. Sie brachten praktisch eine ganze Generation von Filmemachern zum Schweigen. Regisseure wie Jules Dassin, Joseph Losey und John Berry gingen ins Exil; andere, wie Abraham Polonsky, mussten die nächsten Jahrzehnte damit zubringen, Filme nur noch im Kopf zu inszenieren. Ein bald florierender Schwarzmarkt verdoppelte für